Hallo Aylin,
die anderen haben Recht: Coronaviren können im Darm zu Durchfallerkrankungen führen. Ich halte sie aber in Deinem Fall nicht für den Verursacher. Ich weiß nicht, warum Dr. Weiss mit solchen Sätzen um sich schmeißt

. Ich hasse so was .... Coronaviren können mutieren und FIP verursachen. Aber dein Kleiner hat mit Sicherheit keine FIP .. Blödsinn!
Ich hab nicht verfolgt, wielange das alles schon bei Euch geht, was alles untersucht wurde. Ich habe nur schon tausendfach die Erfahrung gemacht, daß leider keinen Wert auf eine genaue Diagnose gelegt wird, sondern erst mal probiert wird, was es so an Medis gibt. Diese wiederum schädigen den Organismus - und besonders auch oftmals den Darm sowie andere Organe - und zum Schluß ist die Katze kränker als anfangs ... zumindest wenn man mal nach Blutwerten geht!
Durchfall stellt in der tierärztlichen praxis immer wieder eine therapeutische Herausforderung dar, eben weil so viele Erkrankungen Durchfall auslösen können.
Folgende Diagnostik halte ich VOR einer Therapie mit einer Vakzine für unumgänglich:
grosses Katzenprofil
Niere
Harnstoff, Kreatinin,
Gesamteiweiß, Natrium,
Chlorid, Kalium, Phosphat
Leber
Bilirubin, ALT (GPT),
AP, AST (GOT), GLDH
Pankreas
Glukose, a-Amylase,
Lipase, Fruktosamin,
Cholesterin
Muskel
CK, LDH, Kalzium,
Magnesium
Stoffwechsel
Triglyzeride
Hämatologie
Großes Blutbild (Kleines Blutbild + Differentialblutbild)
Serologie
FeLV, FIV,
FIP-/Coronavirus-Titer
Serumeiweißelektrophorese
Da die Prankreas-Werte wie Amylase und Lipase nicht aussagekräftig ist sollte weiterhin gemacht werden:
TLI-Test
und evtl. der Test auf Cobalamin (Vitamin B12) und Folsäure (auch ein B-Vitamin).
Dann sollte der Kot untersucht werden:
Empfehlenswert dafür ist z.B. das Durchfallprofil C von Vetmedlabor:
Durchfallprofil C
(Hd./Ktz.)
Kot (mind. 1 volles Kotröhrchen) von 3-5 Tagen
Bakteriologische Kotuntersuchung
Untersuchung auf darmpathogene Keime
Mykologische Kotuntersuchung (semiquantitativ)
Parasitologische Kotuntersuchung
nachgewiesen werden Zestodeneier, Nematodeneier,
Kokzidienoozysten
Giardien
Ausserdem sollte ein Antibiogramm angefordert werden, falls darmpathogene Keime (wie z.B. häm. E. Colis) vorhanden sind. Erst nach Antibiogramm sollte ein AB ausgewählt werden. Hat man kein Antibiogramm wirkt Rota TS Mite recht gut auf die darmpathogenen Keime (laut Kraft/Dürr). Rota TS Mite enthält Sulfadimidin - Trimethoprim.
Nun noch was zu den E. Colis. Vet med hatte vor 3 Jahren mal einen Artikel auf ihrer Homepage (pdf) der leider nicht mehr vorhanden ist. Darin ging es um eine von Vetmedlabor durchgeführte einjährige Studie mit deutschen Tierärzten und den oralen E.Coli-Vakzine. Man sollte sich deutlich machen, daß Vakzine ja Impfung bedeutet, heißt, es wirkt aufs Immunsystem. Eine Impfung verabreicht man dann, wenn das, gegen was man impft, ansteckend ist. Sind also die E. Colis ansteckend, macht das Sinn, was ich dir im ersten Posting schrieb.
Sabine fragte oben: machen E. Coli krank oder entstehen sie nur, durch ein ungünstiges Darmmileu?
Ich denke beides. E. Coli gehören zur normalen Darmflora. Sobald aber die Hämolyse oder das mukoide Wachstum auftritt muß das "bekämpft" werden.
Ist das Immunsystem und in dem Fall von Aylin der Darm geschwächt, erlangen die E. Colis die Fähigkeit sich zu verändern (hämolysieren oder mukoides Wachstum). Haben sie sich verändert, können sie weiterhin krank machen. D.h., die eigentliche Ursache ist wahrscheinlich schon nicht mehr der Auslöser, sondern die veränderten E. Colis.
Wieder zurück zur Studie: Insgesamt war eine Erfolgsquote von 71% zu verzeichnen (bei Katzen - bei Hunden lag sie höher). Grundsätzlich war die Erfolgsquote beim mukoiden Wachstum eher bei 100%, bei der Hämolyse leider wesentlich darunter.
Das kann viele Ursachen haben. War der Durchfall bereits seit 6 Monaten vorhanden, war z.B. die Heilungschance ganz gering durch die Vakzine.
Es gab sogar einen Fall, in dem es zu einer Verschlechterung der Symptome gekommen ist. Die Therapie wurde sofort abgebrochen.
Ganz klar stand dort auch: Man sollte die Vakzine nur dann durchführen, wenn vorher alle erforderlichen diagnostischen Maßnahmen keine Ergebnisse brachten.
Noch etwas und das ist meine ganz persönliche Einstellung und Meinung: Die Vakzine wirkt auf die B- und T-Lymphozyten des Immunsystems. Diese spielen bei der Mutation der Coronaviren zu FIP eine wesentliche Rolle. Hätte ich eine Katze mit einem Coronavirustiter (klar, meine Katzen haben fast alle einen Titer von 1:800) würde ich nur dann das Risiko eingehen und die Vakzine verwenden, wenn ich vorher alles andere an diagnostischen Maßnahmen ausgeschöpft hatte.
Liebe Grüße