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Nährstoffe: Kohlenhydrate

Nährstoffe: Kohlenhydrate

Neuer Beitragvon 00happy am So 8. Feb 2009, 16:37

Nährstoffe: Kohlenhydrate

Allgemeines über Kohlenhydrate:

Die Kohlenhydrate gehören neben den Eiweißen und Fetten zu den Hauptnährstoffen und dienen dem Körper neben den Fetten als Hauptenergielieferant. Alle Kohlenhydrate haben die gleichen chemischen Bestandteile; sie bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Die Qualität der Kohlenhydrate wird durch die unterschiedlichen Anteile dieser Bestandteile bestimmt. Sie sind die am leichtesten verfügbare Energiequelle. Ihr Energiegehalt liegt bei 17,2kJ/g (= 4,1 kcal/g).

Kohlenhydrate werden unterteilt in:
  • Monosaccaride (Einfachzucker), z. Bsp. Fructose (Fruchtzucker), Glucose (Traubenzucker) oder Desoxyribose (Teil der Desoxyribonukleinsäure, DNA)
  • Disaccharide (Zweifachzucker), z.B. Maltose (Malzzucker), Laktose (Milchzucker), Saccharose (Rohrzucker)
  • Polysaccharide (Vielfachzucker), z.B. pflanzliche und tierische Stärke, Chitin (Stützsubstanz des Exoskeletts der Insekten), Pektin (Ballaststoff)

Ebenfalls lassen sich die Kohlenhydrate nach ihrer Funktion im Organismus unterteilen:
  • Nicht-Strukturkohlenhydrate, z.B. Saccharose (Rohrzucker) und Stärke. Diese Kohlenhydrate dienen dem Energiegewinn oder Energiespeicherung.
  • Strukturkohlenhydrate, z.B. Cellulose, Hemicellulose, Chitin. Diese sind am Aufbau der pflanzlichen Zellwand bzw. Aufbau des Exoskeletts bei Insekten beteiligt.

Kohlenhydrate sind nicht essentiell (essentiell = vom Körper selbst nicht herstellbar) wie vergleichsweise Vitamine.
Kohlenhydrate als Einfachzucker entstehen bei der pflanzlichen Photosynthese unter Zufuhr von Sonnenenergie aus Kohlendioxid und Wasser unter Abgabe von Luftsauerstoff und Zucker. Dies ist der einzige Vorgang in der Natur, bei dem anorganische in organische Stoffe umgewandelt werden, ohne die kein Leben denkbar wäre.
Diese Einfachzucker werden zur Speicherung oder zum Zellaufbau zu Mehrfachzuckern verkettet: Pflanzen synthetisieren Stärke und Tiere bilden in der Leber aus Glucose den Speicherzucker Glykogen, die „tierische Stärke“.

Glykogen ist die Speicherform der Glucose und wird in Leber und Muskulatur gespeichert. Bei Bedarf kann Glykogen kurzfristig zu Glukose als Energielieferant abgebaut werden. Die Glukose liefert vielen Zellen und Geweben die lebenswichtige Energie; für beispielsweise Gehirn und Blutzellen ist sie sogar die einzige Energiequelle. Besteht für den Körper ein dauerhaftes Überangebot an Kohlenhydraten, so werden diese im Körper zu Fetten umgewandelt und in körpereigenen Fettdepots gespeichert.

Die akute Energieversorgung des Organismus wird über die im Blut gelöste Glucose gewährleistet. Ihre Konzentration im Blut (Blutzuckerspiegel) wird in engen Grenzen gehalten. Nach Nahrungsaufnahme und Verdauung wird Glucose über den Dünndarm ins Blut aufgenommen und der Blutzuckerspiegel steigt an. Dieser Konzentrationsanstieg bewirkt über das Peptidhormon Insulin, dass Leber- und Muskelgewebe Glucose aus dem Blut aufnehmen und in Glykogen umwandeln.

Der Körper ist in der Lage Kohlenhydrate selbst zu synthetisieren. Dieser Vorgang nennt sich Gluconeogenese. Hierbei wird aus organischen Nicht-Kohlenhydrat-Vorstufen wie Pyruvat, Oxalacetat und Dihydroxyacetonphosphat Glucose hergestellt. Schon bei relativ kurzfristigen Hungerperioden setzt die Gluconeogenese ein, denn beispielsweise schon die lebenswichtige Energieversorgung des Gehirns benötigt die schnell verfügbare Energie der Glucose. Die Gluconeogenese findet hauptsächlich in der Leber und der Nierenrinde statt, weniger in Gehirn, Skelett- und Herzmuskel.

Kohlenhydrate in der Tiernahrung:

Bei der Tierernährung werden Kohlenhydrate in verdauliche und unverdauliche Kohlenhydrate unterteilt:

Zu den verdaulichen Kohlenhydraten zählen unter anderem Zubereitungen von Mais, Reis, Weizen, Hafer, Gerste, Möhren, Leinsamen, Erbsen und Kartoffeln. Die Kohlenhydrate liegen im Futter im Allgemeinen in Form der Stärke vor.
Kotmenge und –konsistenz sind ein Indikator für die Qualität der verwendeten Kohlenhydrate: geringe Kotmenge, optimale Kotkonsistenz und wenig Gasbildung deuten auf gut verdauliche und gut aufbereitete Kohlenhydrate.

Der Hauptbestandteil unverdaulicher Kohlenhydrate ist die Cellulose, welche von unseren fleischfressenden Haustieren nicht verdaut, sondern wieder ausgeschieden wird. Diese Ballaststoffe sind wichtig für die Funktion des Magen-Darm-Traktes: sie unterstützen die Darmmotorik, und durch wasserbindende Kraft haben sie einen Einfluss auf das Kotvolumen und damit auf den Auslösemechanismus zum Entleeren. Der Begriff „Rohfaser“ ist ein Terminus aus der Futtermittelindustrie: er gibt alle Stoffe an, die nach einer Behandlung mit Säuren und Laugen in unverdünnter Form überbleiben, also unverdaulich sind. Bei dieser Bestimmung werden jedoch ungefähr 2/3 der Substanzen nicht erfasst, die als Ballaststoffe gelten (z.B. Pektine, Hemicellulose, Pentosane, Lignin).

Hund und Katze sind Carnivoren (Fleischfresser) und somit Tiere, die sich hauptsächlich aber nicht ausschließlich von Fleisch ernähren. Ihr Verdauungstrakt (u.a. einhöhliger Magen) ist nicht dafür ausgerichtet Strukturkohlenhydrate zu zerlegen und aus der Nahrung aufzunehmen im Gegensatz zu den Wiederkäuern wie Schaf und Rind, welche zum Aufschluss dieser Strukturkohlenhydrate einen mehrhöhligen Magen besitzen.
Zudem weist der Speichel bei Hund und Katze keine Enzyme auf, die Kohlenhydrate anverdauen können wie etwa beim Menschen.

Hund und Katze benötigen nicht viele Kohlenhydrate in der Nahrung. Ernährungswissenschaftlern zufolge scheinen Kohlenhydrate für die Katze nicht lebensnotwendig zu sein. Die Nahrung von Wildkatzen, Wildhunden und Wölfen, welche unseren Hunden und Katzen am ähnlichsten sind, enthält nur sehr wenige Kohlenhydrate (oft nur bis zu 10% in der Trockensubstanz).
Vertragen werden dennoch große Mengen an Kohlenhydraten. Allerdings verringert ein hoher Kohlenhydratanteil des Futters die Proteinverdaulichkeit. Das bedeutet, wenn der Kohlenhydratanteil (z.B. Getreide) im Futter sehr hoch ist, dann ist der Organismus während der Verdauung nur eingeschränkt in der Lage die für ihn wichtigen Proteine (z.B. aus dem Fleischanteil des Futters stammend) nicht optimal auszunutzen und zu verdauen, so dass sie "dem Körper verlorengehen".

Ein Übermaß an Kohlenhydraten in der Nahrung ist einer der wichtigsten Faktoren bei Erkrankungen unserer Haustiere. Es führt zu einem weit gefächerten Bereich gesundheitlicher Probleme: von Verdauungsproblemen bis hin zur Fettleibigkeit und zu Diabetes.
Körper von Hund und Katze erkennen Kohlenhydrate als Zucker und speichern sie leicht als Fett: Stärke und Glykogen werden während der Verdauung in Einfachzucker aufgespalten, die anschließend über die Dünndarmschleimhaut vom Organismus aufgenommen werden. Die Einfachzucker werden entweder direkt zur Energiegewinnung herangezogen oder aber (sofern sie gerade nicht erforderlich sind) im Köper bis zu einem gewissem Umfang als Glykogen gespeichert. Überschüssige Kohlenhydrate, die nicht mehr als Glykogen gespeichert werden, werden in Fett umgewandelt und im Fettgewebe abgelagert. Ein Überschuss an Kohlenhydraten führt also zur Verfettung.

Getreide steht in der Natur nicht auf dem Speiseplan von Hund und Katze.
Doch es ist billig und gut verfügbar und zudem leicht in die Hunde- und Katzennahrung einzuarbeiten. So enthalten fast alle handelsüblichen Tiernahrungssorten eine oder mehrere Getreidesorten und der Kohlenhydratanteil überschreitet oftmals 40% des Gesamtgehaltes. Diese kostengünstigen Kalorien führen aber aus oben schon erwähnten Gründen zur Fettleibigkeit und verschiedenen anderen gesundheitlichen Problemen, unter anderem auch Allergien.
Die Katze nimmt in der Natur nur über ihre Beute Kohlenhydrate auf: sie frisst den Mageninhalt der Beutetiere, welcher aus halbverdauten Pflanzenteilen besteht. Eine Maus besteht aus ca. 8% Kohlenhydraten. Handelsübliches Fertigfutter für Katzen enthält bis zu 40% Kohlenhydrate und der auf Fleisch spezialisierte Organismus des Katze ist nicht in der Lage eine so große Menge an Kohlenhydraten schnell zu verarbeiten. Ein zu lange zu hoher Blutzuckerspiegel kann zu Schäden an Gefäßen und Nieren führen. Auch Diabetes kann so ausgelöst werden.
Auch Wölfe und Wildhunde fressen in der Natur nur zu einem geringen Anteil kohlenhydratreiche Nahrung. Ihre Beutetiere liefern viel hochwertiges Eiweiß und Fett in Form von Muskelfleisch. Teile des Darm-/Mageninhaltes können wie bei den Beutetieren der Katze Kohlenhydrate enthalten, aber auch hier ist der Anteil der Kohlenhydrate im Verhältnis zur Gesamtnahrung gering. Gelegentlich nimmt ein Wolf auch grüne Pflanzenteile auf und Beeren wie Heidelbeeren, Preiselbeeren und Brombeeren. Die Ernährung des Haushundes sollte sich an der Speisekarte des Wolfes orientieren.

Der Hauptbestandteil des Futters von Hund und Katze sollte aus hochverdaulichem Eiweiß bestehen. Fleisch alleine reicht jedoch nicht aus, sondern muss ergänzt werden durch einen entsprechenden Anteil an pflanzlicher Kost sowie Beigabe von Vitaminen und Mineralstoffen.

Es ist falsch Hund und Katze als Omnivore (Allesfresser) zu betrachten und sie nach menschlichen Bedürfnissen zu ernähren.


Quellen:
http://www.courtneys.de/Ernaehrung/Fett ... ydrate.htm
http://www.hundohneleine.de/ernaehrung/ ... drate.html
http://www.orijen.de/
http://www.drquinten.de/wissenswertes-E ... -Katze.htm
http://www.zeitenschrift.com/magazin/53-hundkatze.ihtml
http://www.cats-country.de/ernaehrung1.htm
http://www.wikipedia.de



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Liebe Grüße
Katja & Jill
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00happy
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