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Nährstoffe: Proteine

Nährstoffe: Proteine

Neuer Beitragvon 00happy am Mi 7. Jan 2009, 14:29

Der folgende Artikel befasst sich mit dem sehr komplexen Thema „Proteine (Eiweiße)“. Einige Begriffe werden sicherlich verwirrend sein, aber wir hoffen diese Begriffe in dem Verlauf des Artikels ausreichend erläutern zu können, also einfach weiterlesen ;)

Nährstoffe – kurz vorgestellt

Zu den Nährstoffen eines Futters zählen Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Ballaststoffe und Mineralien und Spurenelemente.

Diese Grundnahrungsbestandteile des Tierfutters sind gundsätzlich mit denen der menschlichen Nahrung identisch. Unterschiede ergeben sich dadurch, dass die Futtermittel spezifisch auf die jeweilige Tierart, ihren physiologischen Bedarf und ihren Verwendungszweck zugeschnitten sind.
Die Zusammensetzung eines Futtermittels ist in Abhängigkeit von der Tierart per Verordnung vorgeschrieben. Beispielsweise darf seit der BSE-Krise in Futtermitteln für Wiederkäuer kein tierisches Protein mehr enthalten sein.

Durch Futtermittelanalyse können die Inhaltsstoffe eines Futters genau aufgeschlüsselt werden. Mehr dazu an dieser Stelle: Wikipedia: Weender Futtermittelanalyse

Proteine (Eiweiße)

Allgemeines über Proteine:

Proteine sind große, chemische Moleküle, die aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und kleinen Mengen Schwefel aufgebaut sind. Die kleinsten Bausteine der großen Moleküle (Makromoleküle) sind die Aminosäuren. Proteine sind Bestandteile der Zelle und unterliegen vielfältigen Aufgaben im Organismus: Bausteine der Zellstruktur, Biokatalysatoren chemischer Reaktionen, Ionenpumpen, Erkennung von Signalstoffen.
Sie dienen als Baustoffe, ohne welche ein Auf-, Ab- und Umbau der Körpersubstanzen nicht möglich wäre. Sie können im Unterschied zu Fetten und Kohlenhydraten nicht aus eiweißfremden Stoffen synthetisiert werden.

Biochemisch betrachtet sind Proteine nach einem hierarchischen Strukturebenen-Prinzip aufgebaut. Details dazu finden sich an dieser Stelle: Wikipedia: Proteinstruktur

Proteine kommen in vielfältiger Gestalt im Organismus vor:
  • Keratine, wasserunlösliche Faserproteine, Hauptbestandteil von Haar, Schuppen, Federn, Nägeln, Klauen und Hörnern
  • Kollagene, Strukturproteine des Bindegewebes, Bestandteil von Knochen, Zähnen, Knorpel, Sehnen, Bändern und der Haut
  • Myosin (Motorprotein) und Aktin (Strukturprotein), Bestandteile im Muskel
  • Enzyme, die biochemische Reaktionen im Körper ermöglichen und kontrollieren
  • Transportproteine: Hämoglobin (Sauerstofftransport) und Transferrin (Eisentransport)
  • Membranrezeptoren, zur Erkennung von Substanzen und Signalgebung an die Zelle
  • Proteinhormone, biochemische Botenstoffe, wie zum Beispiel Prolaktin und Wachstumshormone aber auch Insulin und Glukagon
  • Antikörper, dienen der Infektionsabwehr
  • Blutgerinnungsfaktoren

Proteine lassen sich in Gerüsteiweiße und globuläre Eiweiße einteilen:
Gerüsteiweiße sind wasserunlöslich, schwer verdaulich. Sie sind unter anderem in Federn, Horn und Haaren enthalten. Globuläre Proteine dagegen sind leicht verdaulich und gut verwertbar. Man findet sie unter anderem in Muskeln, Milch und Ei.

Proteine sind zudem Reservesubstanzen, die dem Körper im Hungerzustand Energie liefern können, um lebensnotwendige Prozesse im Körper aufrecht zu erhalten.

Nahrungsprotein, das Eiweiß im Futter:

Die Qualität und Verdaulichkeit des in dem Futtermittel enthaltenen Eiweißanteils ist wichtig. Folgende Erläuterung lassen die Notwendigkeit erkennen:
Die Proteine werden bei der Verdauung in Aminosäuren zerlegt. Es gibt 22 proteinogene Aminosäuren, das heißt, diese 22 Aminosäuren kommen in Proteinen vor – darüber hinaus gibt es aber noch weitaus mehr Aminosäuren (rund 250 Aminosäuren, die teilweise auch synthetisch hergestellt werden können).
In der Leber werden die aus dem Protein gewonnenen Aminosäuren weiter verwertet: entweder für den Aufbau körpereigener Proteine (Wikipedia: Proteinbiosynthese) oder weiter abgebaut.

Essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die ein Organismus benötigt, aber nicht selbst herstellen kann. Diese müssen über die Nahrung aufgenommen werden, um den Bedarf (zum Beispiel in der Proteinbiosynthese des Körpers) zu decken. Der Organismus benötigt eine ausgeglichene Mischung an Aminosäuren, denn wenn eine Aminosäure in zu geringem Anteil vorliegt, können auch andere Aminosäuren nicht zum Proteinaufbau genutzt werden und werden in Fette und Zucker umgebaut oder gar ungenutzt wieder ausgeschieden.

Mangel an essentiellen Aminosäuren kann zu Stoffwechselstörungen, Mangelerscheinungen, Krankheiten bis hin zum Tod führen. So kann ein Mangel an Arginin bei der Katze zu Hyperammonämie führen. Symptome: Erbrechen, Ataxie, Hyperästhesie, tetanische Krämpfe bis zu Koma und Tod. Oder es kann bei Taurinmangel zu dilatativer Kardiomyopathie (DCM) oder zentraler Retinadegeneration der Katze (feline central retinal degeneration, FCRD) kommen.

Essentielle Aminosäuren für die Katze:
Arginin, Taurin, Methionin, Cystein, Lysin

Essentielle Aminosäuren für den Hund:
Arginin, Histidin, Isoleucin, Lysin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin, Methionin

Die Proteine im Futter können sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs sein, wobei die tierischen Proteine generell als höherwertig eingestuft werden. Sie sind für unsere Fleischfresser Hund und Katze besser verdaulich. Gut verdaulich bedeutet, dass ein hoher Anteil der aufgenommenen Nahrung auch vom Körper resorbiert und genutzt wird und wenig davon wieder ausgeschieden wird. Das Nahrungsprotein dient in erster Linie über die Bereitstellung von Aminosäuren dem Aufbau von Körperprotein.

Die Wirkung des Nahrungsproteins ist sehr vielfältig. Sie hat Einfluss auf Haut und Fell, auf die Muskulatur und das Immunsystem.

Die Verdauung von hochwertigem Protein ist größtenteils bereits im Dünndarm abgeschlossen; die einzelnen Bausteine schon aus dem Darm ins Blut aufgenommen. Minderwertiges, schlecht verdauliches Protein gelangt in den Dickdarm, wo sich Schwefelwasserstoff und Ammoniak bilden können. So kommt es oft zu Verdauungsbeschwerden und Blähungen.

Zu den Nahrungsmitteln, die sehr eiweißhaltig sind, zählen Fleisch, Fisch und Eier. Pflanzliches Eiweiß ist für Hund und Katz schlechter verdaulich, da in dem tierischen Verdauungssystem tierische Proteine besser aufgeschlossen und verwertet werden können als das pflanzliche Eiweiß.

Bei der Wahl des „richtigen“ Futters lohnt es sich also für den Tierhalter immer zu den qualitativ hochwertigeren Futtermitteln zu greifen, denn bei „günstig hergestelltem“ Futter finden sich als Proteinquellen nicht nur das reine Fleisch, sondern oftmals Nebenprodukte und –nebenerzeugnisse, welche Schlachtreste wie Knochen, Knochenmehl, Hühnerfüße und – köpfe als auch Eingeweide enthalten.


Falls es Fragen, Anregungen oder Unklarheiten gibt, schreibt uns einfach ;)

Liebe Grüße
Katja & Jill
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