Hunde und Katzen

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Die Entwicklung hin zum Rassehund


Der Hund ist seit vielen tausend Jahren der Gefährte und Helfer des Menschen. Umfangreiche Erbgutvergleiche der beiden US-Forscher C. Vilá und R. Wayne datieren die ersten Hunde sogar auf eine Zeit von vor ca. 135.000 Jahren. Alle Genstudien haben allerdings eines gemeinsam. Alle Hunderassen stammen zweifelsohne vom Wolf ab. Der Kojote oder der Schakal waren an der Entwicklung des Canis familiaris mit Sicherheit nicht beteiligt.

Durch gezielte Vermehrung erwünschter Eigenschaften als auch Mutation hat ist schon frühzeitig eine beachtliche Anzahl an Abkömmlingen des Wolfes entstanden.

Schon vor 5000 Jahren wurden sehr verschiedene Hundearten für höchst unterschiedliche Verwendungszwecke gehalten. Riesige, doggenähnliche Hunde, mit massigen Köpfen wurden als Kriegs- und Kampfhunde, sowie für die Löwenjagd eingesetzt. Für die Bewachung dienten spitzartige Hunde, windhundähnliche Tiere wurden schließlich für die Hetz- und Treinjagd gebraucht.

Bis ins 19. Jahrhundert hat die Anzahl verschiedener Rassen immer mehr zugenommen. Dies ist nicht auf eine natürliche Seletion und Mutation zurück zu führen, sondern findet seine Ursache in der gewollten Merkmalsdivergenz aus der Sicht des Menschen. Der Mensch züchtete den Hund für ein immer breiter werdendes Spektrum von Verwendungszwecken. So dienen Hunde zum Schutz, zum Bewachen, zum Hüten und Treiben, als Zugtiere für Schlitten, zu kultischen Zwecken, als Gesellschaftstiere, als Wassertiere vor allem auch als Jagdhunde für verschiedenste Tierarten. Die eigentliche und heute bekannte Rassenhundezucht findet ihre Ursprünge in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Erste Zuchtschauen, das Führen von Zuchtbüchern und die Entwicklung von definierten Rassestandards waren die Folge der neuen Entwicklung.

Während bis dahin Hunde nur ein bestimmtes Verhalten und die dazugehöroge körperliche Ausprägung aufweisen musste, um einem bestimmten Verwendungszweck nachgehen zu können, so musste der Hund von nun an, um als Rassehund zu gelten, den Rassestandards (Körperbau, Wesenmerkmale, Abstammungsnachweis) entsprechen.

Diese Anforderungen führten zu einer vertärkten Selektion. Ziel war es doch, den definierten Rassestandards möglichst nahe zu kommen. Gleichsam stieg die Zahl der Hunderassen deutlich und schnell an. Schließlich lassen sich Idealbilder neuer Rassen sehr einfach in Form neuer Rassestandards festschreiben. Diese Entwicklung hat leider auch negative Seiten: Übertypisierung und Genomverengung sollen hier als Stichworte genannt sein. Daraus resultieren gesundheitliche Risiken für viele der von der FCI anerkannten Hunderassen (HD, Hautkrankheiten, Überempfindlichkeiten).

Das Problem wurde von der FCI und auch seinen Landesverbänden erkannt und es wird versucht, durch geeignete Zuchtvorgaben, richtige Interpretation der Standards und entsprechendes Bewerten bei Zuchtschauen den negativen Folgen einer zu starken Selektion entgegen zu wirken.

In der Zukunft wird auch immer wieder neue Rassen geben. Gleichermaßen werden andere Rassen aussterben, deren Verwendungszweck entfallen ist.

Als Hundehalter sollten Sie folgendes beachten: Ein Hund passt nur zu seinem Besitzer, wenn der ihm die Bedingungen bieten kann, die der Hund aufgrund seiner natürlichen Bedürfnisse benötigt.


 

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