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Futtermittelanalytik
Wer sich die Futtermitteletiketten genauer anschaut, findet unter dem Begriff „Inhaltstoffe“ verschiedene Angaben wie zum Beispiel Rohprotein, Rohasche und Feuchtigkeit. Diese Begriffe stammen aus der Futtermittelanalytik, deren Aufgabe ist die Erfassung von Nährwert und Schadstoffgehalt eines Tierfutters.
Das Futter für jede Tierart unterliegt bestimmten Verordnungen, die Höchst- und Mindestwerte von Nährwerten festschreiben um Mensch und Tier zu schützen. Das beste Beispiel ist der damalige BSE (Rinderwahn) – Skandal, seit dem dürfen die Futtermittel für Wiederkäuer keine tierischen Proteine (Eiweiße) enthalten. Dieser Punkt ist nur ein Beispiel für den Unsinn – aus Sicht der Tiere – der in manchem Tierfutter zu finden ist. Hintergrund bei solchen Geschichten ist meist der Wunsch nach einer möglichst großen Gewinnspanne der Hersteller. Es gibt ein Buch, dass sich mit der Thematik der falschen Inhalte im Tierfutter intensiv beschäftigt, auch wenn im Titel nur von Katzen die Rede ist, es geht um mehrere Tierarten:
Katzen würden Mäuse kaufen – Schwarzbuch Tierfutter
Futtermittelanalyse
Seit dem 19 Jahrhundert gibt es die Weender Futtermittelanalyse, sie ist ein Standardverfahren zur Ermittlung der Inhaltstoffe von Tierfutter. Weil der Wassergehalt im Futter schwanken kann, bezieht sich dieses Analyseverfahren fast immer auf die Trockenmasse. Mittels bestimmter, vorgegebener Untersuchungsverfahren wird das Futter zunächst in drei Punkte unterschieden:
Trockenmasse:
Durch ausreichendes Erhitzen des Futtermittels, wird ihm das Rohwasser und verschiedene flüchtige organische Verbindungen (zum Beispiel Ammoniak oder Essigsäuren) entzogen. Der übrig bleibende Teil wird Trockenmasse oder Trockensubstanz genannt.
Rohwasser:
Das Rohwasser ist ein Rechenwert, er wird aus der Differenz zwischen dem Gewicht des frischen Futters und dem der Trockenmasse errechnet.
Rohasche:
Rohasche entsteht, wenn die Trockenmasse bei 550 Grad Celsius erhitzt wird. Dabei verbrennen alle organischen Bestandteile des Futters und übrig bleiben zum Beispiel Ton, Sand und Mineralstoffe. Ein im Vergleich bei gleichwertigen Futtermitteln niedrigerer Rohaschewert kann auf eine Höherwertigkeit des Futters deuten.
Organische Masse
Die organische Masse oder auch Substanz ist wiederum ein rechnerischer Wert, wenn man die Rohasche von der Trockenmasse abzieht, erhält man den Wert aller organischen Substanzen im Futter. In folgende Bestandteile wird im Analyseverfahren die organische Masse gegliedert:
Rohprotein:
Rohprotein ist die Summe aller Stickstoffverbindungen. Aus dem Stickstoffgehalt des Futtermittels, kann das Rohprotein berechnet werden. Dazu werden alle Proteine in ihre Aminosäurenbestandteile zerlegt. (
Stickstoffbestimmung
)
Rohfett:
Der Rohfettanteil wird durch ein Auflösen in Fettlösungsmitteln bestimmt. (Allerdings lösen sich bei diesem Verfahren nicht nur Fette auf, sondern auch Wachse, Harze und Farbstoffe.)
Rohfaser:
Für die Bestimmung der Rohfaser wird die organische Masse nach einem bestimmten Verfahren mit Säuren und Basen versetzt. Übrig bleibt der unverdauliche Bestandteil des Futtermittels. Dieser ist jedoch nicht mit den Ballaststoffen gleichzusetzen.
NfE:
NfE ist das Kürzel für alle stickstofffreien Extraktstoffe wie zum Beispiel lösliche Zucker, Stärke oder organische Säuren. Der NfE – Gehalt des Futters ist ein rechnerischer Wert. Indem man von der organischen Masse Rohprotein, Rohfett und Rohfaser abzieht, erhält man den NfE – Wert des Futters.
Folgende Grafik stellt schematisch den Analyseprozess dar:
Kritik an Weender Futtermittelanalyse
Die nach dieser Methode berechnete Summe der Rohfaser ist für die heutige Zeit zu ungenau. Früher wollte man mit der Rohfaser den unverdaulichen Bestandteil von Futter berechnen. Heute weiß man jedoch, dass nicht jede Rohfaser unverdaulich ist bzw. das Rohfasern unterschiedliche strukturelle Qualitäten haben. Das ist vor allem für die Pflanzenfresser wichtig. Deswegen werden die meisten Futtermittel inzwischen auch nach der erweiterten Weender Futtermittelanalyse nach van Soest analysiert. Das Gleiche gilt auch für die Bestimmung des NfE – Gehalts.
Mehr über die Differenzierung von Rohfaser und NfE sowie die erweiterte Weender Futtermittelanalyse
Neben dieser Analytik finden sich noch viel mehr Informationen auf den Futtermitteletiketten, die folgenden Artikel setzen sich mit dem Lesen und Verstehen der Futtermitteletiketten auseinander:
Futtermitteletiketten I
Futtermitteletiketten II
Futtermitteletiketten III
Für weitergehende Fragen stehen wir Ihnen gerne in unserem Forum zur Verfügung:
Forum von Petsnature
© 2010 Katja Tuszynski –
www.wortwichtel.de
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Quellen:
Wikipedia
Degupedia
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