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Durchfall – Wie gehe ich damit um?

Wie bei allen Krankheiten bei Mensch und Tier gibt es auf so eine Frage keine Pauschalantwort. Denn immer ist in diesem Fall die Katze und ihre aktuelle Situation als Ganzes zu sehen.

Eine Grundregel gibt es aber doch: Sollte der Durchfall länger als 24 Stunden andauern oder besonders heftig sein, sollten Sie einen Tierarzt konsultieren. Natürlich kann eine Katze – genau wie wir Menschen – auf irgendetwas mit weichem Kot oder Durchfall reagieren. Das ist völlig normal, Lebewesen sind keine Maschinen. Wie Sie auf den Durchfall reagieren sollten ist vom Gesamtbild abhängig, unter anderem auch von der Art und Beschaffenheit des Durchfalls.

Worauf sollten Sie achten?

Ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung von Durchfällen ist die eben erwähnte Beschaffenheit vom Kot. Folgende Veränderungen können auftreten und sind für den Tierarzt wichtige Informationen:

Form: Alle Formen, die vom Normalzustand abweichen, von breiig über dünnflüssig bis wässrig.

Farbe: Der Kot kann heller oder dunkler sein als normal, aber auch extremere Farbveränderungen bis zu gelb, grün oder grau sind möglich.

Geruch: Kot hat immer einen leichten Eigengeruch, bei vielen Durchfallerkrankungen können die Gerüche jedoch viel stärker ausgeprägt sein, von faulig bis süßlich, von sauer bis scharf.

Blut: Sind Blutspuren im Kot zu erkennen?

Schleim: Ist der Kot irgendwie schleimiger oder sind Schleimspuren zu erkennen?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, ob Ihre Katze Schmerzen bei Kotabsetzen hat. Wesentliche Indizien für Schmerzen sind:

  • Kot wird nicht im Katzenklo abgesetzt.
  • Katze maunzt laut vor oder während des Kotens.
  • Katze springt während des Kotens hektisch aus dem Klo heraus.
  • Katze fährt nach dem Klogang „Schlitten“, sie reibt ihren Hintern sitzend über den Boden.
  • Katze verliert während einer anderen Tätigkeit einfach den Kot wo sie gerade ist.
  • Katze will nicht wie sonst üblich am Bauch gekrault werden.

Bei ernsthafteren Erkrankungen kommt es auch meistens noch zu weiteren Symptomen, auch sie sind ein wichtiges Kriterium dafür, wie Sie vorgehen sollten:

Fieber: Weist fast immer auf einen Infekt hin.

Übelkeit: Die gesamte Verdauung ist beeinträchtigt.

Erbrechen: Die gesamte Verdauung ist gestört.

Appetitlosigkeit: Nicht nur Übelkeit kann Appetitlosigkeit hervorrufen.

Müdigkeit: Schläft Ihre Katze mehr als sonst?

Apathie: Ist sie teilnahmslos?

All diese Punkte sind genau zu beobachten, denn je mehr das Verhalten Ihrer Katze vom Normalen abweicht, je größer die Veränderungen des Kots vom Normalen sind, desto dringlicher sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen!

Welche Folgen hat Durchfall?

Der Darm ist ein sehr wichtiges und zentrales Organ bei Lebewesen, in ihm findet nicht nur die Verdauung und damit die Nährstoffaufnahme statt, er ist auch gleichzeitig elementar für das Immunsystem. Die am häufigsten auftretenden Folgen von stärkerem oder länger anhaltendem Durchfall sind:

Dehydration: Bei Durchfall scheidet der Körper während des Kotens zuviel Wasser aus.

Mineralstoffmangel: Mit dem Wasser verliert der Körper auch zu viele Mineralstoffe.

Gewichtsverlust: Infolge der angestiegenen Kotmengen und oder der Appetitlosigkeit verliert der Körper an Gewicht.

Schmerzen: Es kann der Analschließmuskel durch den Durchfall an sich gereizt werden, es kann aber auch zu den unterschiedlichsten Schmerzen im Bauchraum kommen.

Immunschwäche: Wenn die Darmflora gestört ist, kann sie nicht ausreichend den Körper vor fremden Erregern schützen.

Weitere Folgen hängen auch von der Ursache des Durchfalls ab, eine Übersicht über die Gängigsten finden Sie in unserem Artikel

Durchfall bei Katzen

Was kann ich tun, wenn meine Katze Durchfall hat?

Wie eingangs schon geschrieben, es gibt hierfür keine Pauschalantwort. Wie Sie am besten vorgehen, hängt von dem Ausmaß und der Ursache des Durchfalles ab. Deswegen rate ich ganz dringend im Falle eines länger als 24 Stunden anhaltenden leichten Durchfalles oder im Falle eines heftigen Durchfalles sofort einen Tierarzt zu besuchen. Wenn möglich bringen Sie am Besten gleich eine Kotprobe Ihrer Katze mit. Röhrchen gibt es dafür preiswert in der Apotheke.

Aufgrund der von Ihnen gelieferten Informationen, seiner Untersuchung der Katze und des Kotes wird er mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Bei komplexeren und länger anhaltenden Fällen ist auf jeden Fall auch ein in einem Labor erstelltes großes Kotprofil sinnvoll, da es die meisten bekannten Erreger umfasst.

Laborübersicht Profile

Manche Durchfallerreger sind auch so genannte Zoonosen, das bedeutet, dass Sie sich bei Ihrer Katze anstecken könnten oder Sie sie angesteckt haben. Fragen Sie im Zweifel den Tierarzt, er kann Ihnen sagen, ob das der Fall ist.

Hausmittel bei Durchfall

Zusätzlich zu der vom Tierarzt verordneten Therapie gibt es noch weiteres was Sie tun können, oftmals empfehlen heutzutage die Tierärzte selbst diese Hausmittel. Wenn nicht, sprechen Sie Ihren Tierarzt bitte gezielt darauf an, ob diese Mittel im Falle Ihrer Katze ratsam sind:

Schonkost: Es gibt eine die Verdauungsorgane weniger reizenden Kost, bitte lesen Sie hierzu unseren Artikel: Schonkost für Katzen bei Durchfall

Amerikanische Ulmenrinde: Im gemahlenen Zustand legt sich die amerikanische Ulmenrinde wie eine schützende Schleimschicht auf Magen- und Darmwände, sie werden dadurch beim Verdauungsprozess weniger gereizt. Sie darf nicht gleichzeitig mit Medikamenten gegeben werden, da die Ulmenrinde  eine ausreichende Aufnahme im Darm einschränken kann. Sie finden Sie unter anderem bei http://www.wuerzburg-shop.de/Lucky-Land/

Heilerde: Heilerde bindet im Magen die Magensäure und hilft dem Darm zu entgiften. Auch sie sollten nicht gleichzeitig mit Medikamenten gegeben werden um eine ausreichende Aufnahme der Medizin zu gewährleisten. http://de.wikipedia.org/wiki/Heilerde

Alternative Medizin

Gerade bei unspezifischeren Krankheitsverläufen, sich oft wiederholenden Durchfällen oder begleitend bei schwereren Erkrankungen hat sich vor allem die Homöopathie sehr bewährt. Doch auch hier ist es wichtig, dass zum einen eine Ursache gefunden wurde und zum anderen das richtige Mittel von einem Profi rausgesucht wird. Die Homöopathie hat ein völlig anderes Wirkungsprinzip als die Medikamente der Schulmedizin, für einen Laien ist das nicht überschaubar. Lassen Sie sich am Besten einen guten Tierheilpraktiker oder zumindest einen angesehenen Verband empfehlen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen in unserem Forum gerne zur Verfügung: Forum von Petsnature


© Katja Tuszynski 2009 – www.wortwichtel.de