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FORL – Neck Lesions – Katzenkaries
FORL steht für Feline odontoklastische resorptive Läsionen und ist eine unter Hauskatzen weit verbreitete und schmerzhafte Erkrankung der Zähne.
F
eline = zur Familie der Katzen gehörend
o
dontoklastische = Odontoklasten sind Zellen, die die Zahnhartsubstanz abbauen
r
esorptive = Stoffaufnahme, lateinisch für Absaugen
L
äsionen = Schädigung, Verletzung oder Störung von Strukturen oder Funktionen
Fast jede dritte Katze, ab dem 5. Lebensjahr sogar fast jede zweite Katze, ist von dieser Erkrankung betroffen. Auch Groß- und Wildkatzen werden von dieser Erkrankung befallen, allerdings bei weitem nicht so häufig wie unsere Hauskatzen. Neck Lesions ist der veraltete Name dieser Erkrankung, fälschlicherweise wird FORL auch Katzenkaries genannt. Doch mit Karies hat diese Erkrankung nichts gemein.
Bis heute sind die genauen Ursachen dieser Erkrankung noch nicht geklärt. Man geht davon aus, dass es sich um eine Störung des Calciumhaushaltes handelt. Diese kann möglicherweise durch ein falsches Calcium-Phosphor-Verhältnis in der Nahrung oder eine verminderte Calciumaufnahme gefördert werden. Die Folge ist eine vermehrte Bildung von Vitamin D3, was zu einer Entnahme von Calcium und Phosphor aus der Zahnhartsubstanz durch aktivierte Odontoklasten führt. Auch hormonelle Störungen im Stoffwechsel der Katze können dazu führen oder die Entnahme des Calciums begünstigen. Die Mineralstofffreisetzung beginnt meist an der Zahnwurzel, diese Abbauvorgänge führen zu einer Aushöhlung des Zahnes von unten. Deswegen sind die Läsionen am sichtbaren Teil des Zahnes erst recht spät zu erkennen. Es gibt zwei unterschiedliche Typen FORL:
FORL Typ I:
Dieser Typ entsteht meist zusammen mit starken Entzündungen des Mundraumes wie einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis), einer Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) oder einer Mundschleimhautentzündung (Stomatitis). Diese Entzündungen gehen häufig einher mit Zahnstein und Zahnbelag. In diesem Fall ist das Zahnfleisch stark gerötet und geschwollen, es kann zu einer Zahnfleischwucherung (Hyperplasie) kommen.
FORL Typ II:
Diese Läsionen entstehen erstmal ohne eine entzündliche Beteiligung, allerdings kann es im weiteren Verlauf der Erkrankung zu einer Parodontitis kommen. Deswegen erscheinen bei dieser Form anfangs alle Zähne gesund, es sind wenn überhaupt kleine örtlich begrenzte Zahnfleischentzündungen sichtbar.
Beide Typen sind sehr schmerzhaft, da die Zahnnerven vital bleiben während der Abbau von Zahnwurzel und Zahn stattfindet.
Symptome von FORL
Es gibt einige Symptome, die auf FORL hindeuten können, da sie aber auch bei einigen anderen Krankheiten auftreten, sind sie für eine Diagnoseerstellung nicht ausreichend:
Fressunlust
Fallenlassen des Fressens
Fauchen beim Fressen
Wegrennen während des Fressens
Zähneknirschen
Vermehrtes Schmatzen
Vermehrtes Lippenlecken
Vermehrtes Speicheln
Mundgeruch
gerötetes Zahnfleisch
geschwollenes Zahnfleisch
Zahnfleischwucherungen
Kopfschütteln
Kopfschiefhaltung
Kratzen mit der Pfote am Maul
Klappern des Unterkiefers beim Gähnen
Fauchen beim Gähnen
Wie bei jeder Erkrankung von Katzen ist es schwer nur anhand von Symptomen eine sichere Diagnose zu stellen. Eine gründliche Untersuchung beim Tierarzt des Vertrauens inklusive einer Röntgenuntersuchung aller Zähne ist bei einem FORL-Verdacht notwendig um zu einer eindeutigen Diagnose zu kommen.
Diagnose von FORL
Da FORL meist erst in einem schon fortgeschrittenen Stadium am sichtbaren Teil des Zahnes zu erkennen ist, muss unbedingt eine gute Röntgenaufnahme der Zähne gemacht werden. Außerdem dient diese Röntgenaufnahme auch der Differenzialdiagnostik, da man nur damit das gesamte Ausmaß der Erkrankung, als auch den Befall der anderen Zähne erkennen kann. Sie dient auch dem Ausschluss von anderen Erkrankungen wie zum Beispiel einer starken Zahnfleischentzündung (Gingivitis).
Gingivitis bei Katzen
Wenn sich der Verdacht auf FORL verdichtet, ist der Gedanke zu einem Tierzahnarzt zu gehen eine Überlegung wert. Tierzahnärzte haben meistens mit FORL mehr Erfahrung als der normale Haustierarzt. Außerdem verfügen sie in der Regel auch über bessere Technik wie zum Beispiel ein Gerät zur Inhalationsnarkose.
Behandlung von FORL
Die Therapiemöglichkeiten werden in der Fachwelt noch diskutiert. Das liegt zum einen daran, dass man eben immer noch nicht die genaue Ursache kennt, zum anderen kennt man aber auch noch keine Heilung(=Wiederherstellung des gesunden Ausgangszustandes). Der am weitesten vertretene Behandlungsansatz ist deswegen auch das Ziehen aller Zähne. Durch diese radikale Maßnahme werden der Katze auf jeden Fall die ständigen Schmerzen genommen und man erspart ihr den regelmäßigen Tierarztbesuch samt zwangsläufig immer wieder notwendigen Zahnbehandlungen. Eine Hauskatze kommt auch gut ohne ihre Zähne klar, selbst das Essen von Trockenfutter ist in der Regel kein Problem. Das Gebiss einer Katze ist das eines Fleischfressers, es dient dem Reißen von Fleisch und nicht dem Kauen wie bei einem Pflanzenfresser. Handelsübliches Nass- und Trockenfutter muss nicht gekaut werden und selbst rohes Fleisch (BARF) kann ausreichend zerkleinert werden.
Wichtig bei der Extraktion aller Zähne ist die Unterscheidung von FORL Typ I und II, da bei dem Typ I es wichtig ist, dass alle Zahnreste – auch die im Kiefer liegenden – vollständig entfernt werden um den Entzündungsherd zu eliminieren. Beim Typ II dagegen zeigt die Erfahrung, dass verbliebene Wurzelreste mit der Zeit vollständig resorbiert werden. Eventuell ist eine Futterumstellung oder die Gabe von Calcium sinnvoll.
Da FORL für unsere Katzen wirklich sehr schmerzhaft ist und jede dritte, ab dem 5. Lebensjahr sogar jede zweite Katze davon betroffen ist, ist es sehr wichtig im Interesse Ihrer Katze auf mögliche Symptome zu achten und eine daran erkrankte Katze zu behandeln.
Für weitere Fragen zum Thema oder einem Erfahrungsaustausch stehen wir Ihnen gerne in unserem Forum zur Verfügung:
Forum von Petsnature
© Katja Tuszynski – 2011 –
www.wortwichtel.de
Quellen:
Wikipedia
Tierzahnarzt Dr. Eickhoff
Tierzahnarzt Dr. Zahner
Tierzahnarzt Dr. Nefen
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