Fleischanteil

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Fleischanteil

Muss es unbedingt viel Fleisch sein?

Fleisch stellt nur eine Quelle der möglichen Proteine innerhalb hochwertiger Tiernahrung dar.

Eine hochwertige Tiernahrung setzt sich durch eine Vielzahl einzelner Bestandteile und Inhaltsstoffe zusammen. Dabei müssen alle für das Tier wichtigen Wirk- und Nährstoffe ineinander greifen und ergeben erst in der Summe, je nach Alter, Größe, Aktivität und Lebensstil die für Tier so wichtige Ausgewogenheit.

Eiweiß (Proteine) in der Tiernahrung

Ein wichtiges Kriterium bei der Beurteilung von Tiernahrung ist zweifelsohne der Proteingehalt. Oftmals wird der Proteingehalt in der Folge mit dem Fleischgehalt in Verbindung gesetzt, um die Qualität des Produktes zu ermessen. Der Katzen- oder Hundehalter meint dann, bei Angabe eines möglichst hohen Fleischgehaltes auf der Verpackung einen Produktvorteil für das vorliegende Futter erkennen zu können.
Dies ist jedoch nicht zwingend der Fall!
Fleisch ist nur eine Quelle vielfach möglicher Proteine. Ein Rückschluß auf die Produktqualität ist nur unter Berücksichtigung des Fleischanteiles nicht möglich und schon gar nicht sinnvoll.
Vielmehr ist es wichtig, dass das große Spektrum der vielen verschiedenen Aminosäuren in einem ausgewogenem Maße im Futter vorhanden ist.

Haben alle Proteine die gleiche Hochwertigkeit?

Im Gegensatz zu der weitläufigen Meinung, dass tierische Proteine die geeignesten sind, können auch pflanzliche Eiweiße besondere Vorteile gegenüber den tierischen haben und eine besondere Hochwertigkeit aufweisen. So ist z.B. Maisgluten für ein Senior-Tier in besonderem Maße geeignet, da hier der Phosphorwert sehr niedrig ist und zudem eine sehr hohe Verdaulichkeit ermöglicht. Das ist auch der Grund, warum z.B. im 1st Choice Trockenfutter für ältere Hunde gemahlener gelber Mais an erster Stelle der Rezeptur steht. Mais- und Weizengluten enthalten auch sehr viele essentielle Aminosäuren, z.B. Glutamin, welche nicht immer ausreichend verfügbar ist.

Qualität der Proteine

Die Hochwertigkeit eines Proteines lässt sich anhand von zwei Merkmalen klassifizieren: Verdaulichkeit und biologische Verfügbarkeit. Dabei sagt die biologische Verfügbarkeit etwas über das Profil der essentiellen Aminosäuren aus.
Ist der Grad der Verdauung konstant, so lässt sich eine hohe biologische Verfügbarkeit z.B. durch das Mischen verschiedener Proteinquellen erreichen. Erst durch den geeigneten Mix ergibt sich der Vorteil, dass die Tiere keine größeren Mengen an nicht verwertbaren Aminosäuren im Darm abbauen müssen. Dadurch wird die Verdauung positiv beeinflusst und es lässt sich ein weniger intensiver Kotgeruch feststellen.

Fazit:
  • Der Fleischanteil alleine sagt wenig über die Qualität der Proteine und des Futters aus
  • Ein optimales Profil essentieller Aminosäuren lässt sich optimal durch verschiedene tierische und pflanzliche Proteinquellen erreichen
  • Viele pflanzliche Proteinquellen weisen sowohl eine sehr hohe Verdaulichkeit, als auch eine hohe Bioverfügbarkeit auf.
  • Die Ausgewogenheit aller Nährstoffe stellt das eigentliche und sinnvollste Qualitätskriterium dar.

Tabelle: Täglicher Aminosäurenbedarf (mg/kg KM/Tag) des Hundes im Erhaltungsstoffwechsel (MEYER und ZENTEK 1998)

Aminosäuren

Erhaltungsbedarf

Arginin

21

Histidin

22

Isoleucin

48

Leucin

84

Lysin

50

Methionin

30

Phenylalanin

86

Threonin

44

Tryptophan

13

Valin

60

nicht-essentielle Aminosäuren

1266

kg: Kilogramm, KM: Körpermasse, mg: Milligramm