Ist Ihr Hund zu dick?

Übergewicht ist nicht nur ein Schönheitsfehler. Ungefähr jeder dritte Hund in den USA ist zu dick oder übergewichtig und die Zahlen fallen in Deutschland kaum weniger dramatisch aus. Die Ursache ist oft ein nicht artgerechtes Verhalten dem Hund gegenüber, viele Hunde ersetzen heutzutage den Partner oder eigene Kinder. Daraus resultiert häufig eine Vermenschlichung des Vierbeiners.

Wer seinen Hund liebt und ihm ein gesundes Alter bieten will, sollte daher auf ein artgerechtes Gewicht und eine gesunde Ernährung achten. Denn dicke Hunde leiden körperlich und seelisch unter ihrem Übergewicht.

Ab wann ist der Hund zu dick?

Dadurch, dass heute durchschnittlich jeder dritte Hund zu dick ist, ist es für Hundehalter auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich, ob der eigene Hund "nur gut im Futter" steht oder schon übergewichtig ist. Die ersten Anzeichen wie beispielsweise verminderte Bewegungslust werden als Alterserscheinungen gedeutet, der Hund wird ja schließlich auch nicht jünger! Helfen kann ein Blick in den Rassestandard Ihres Hundes, hier sind Gewichtsbereiche für Rüden und Hündinnen angegeben. Natürlich ist es sinnvoll, Übergewicht gar nicht erst entstehen zu lassen. Wiegen Sie Ihren Hund daher regelmässig und schreiben Sie das Gewicht auf. So verlieren Sie nicht die Kontrolle und behalten die Übersicht. Wenn Sie sich nicht sicher sind, erkundigen Sie sich in Ihrer Tierarztpraxis. Dort gibt es auch entsprechende Gewichtsreduktionsprogramme, mit denen Ihr Tierarzt Sie unterstützen kann.

Die Ursachen

Sie haben festgestellt, dass ihr Hund zu dick ist und wollen etwas ändern. Der erste Schritt wäre herauszufinden warum der Hund zu dick ist. War er schon immer so dick? Ab wann hat er zugenommen? Was hat sich in Ihrem Leben und dem des Hundes verändert?

Zu dick wird ein Hund nur, wenn er mehr Energie (Nahrung) aufnimmt als er verbraucht. Wenn körperliche Ursachen vom Tierarzt ausgeschlossen werden konnten, gibt es nur noch zwei Möglichkeiten:

1. Der Hund nimmt zuviel Energie (Nahrung) auf.
2. Der Hund bewegt sich zu wenig.

Meist ist es eine Kombination aus beidem.

Der Hund nimmt zuviel Energie auf

Auf jedem Hundefutteretikett steht eine Fütterungsempfehlung und oft liegt sogar ein Messbecher bereit. Halten Sie sich an die Fütterungsempfehlung und wiegen (!) Sie das Futter genau ab. Die alleinige Nutzung des Messbechers ist erfahrungsgemäß zu ungenau. Seit einiger Zeit sind auf dem Markt auch kalorienreduzierte Futter, sogenannte "Light-Futter" auf dem Markt erhältlich. Diese haben zwar den Vorteil, dass Sie dem Hund mehr Menge mit weniger Energie geben können, sind jedoch meist nicht zur Gewichtsreduktion geeignet. Dies dient eher zu Ihrer eigenen Beruhigung.

Wie beim Mensch sind es oft auch beim Hund nicht die Hauptmahlzeiten, die ihn dick machen, sondern die Leckerli und Snacks zwischendurch. Ziehen Sie unbedingt die Leckerlis von den Hauptmahlzeiten ab. Am besten legen Sie sich diese morgens abgezählt bereit. Achten Sie auch auf die Größe der Belohnung. Ihrem Hund ist es egal, ob er einen ganzen Hundekeks bekommt oder ein erbsengrosses Stückchen. Geben Sie ihm getrocknete Lunge oder Gemüse (2). Man kann ihm auch sein Futter verstecken, in einen Kong oder anderes Spielzeug packen. Lassen Sie Ihren Hund für sein Futter arbeiten!

Im Online-Shop von Pets Nature finden Sie eine gute Auswahl an Futtermitteln für übergewichtige Hunde:

Diät für übergewichtige Hunde

Käse, Kuchen, Hamburger, Wurst oder anderes Menschenfutter ist tabu! Egal wie lieb Ihr Hund gucken kann, Sie tun ihm damit keinen Gefallen. Völlig unabhängig davon, ob Ihr Hund übergewichtig oder normalgewichtig ist.

Der Hund bewegt sich zu wenig

Achten Sie auf ausreichende Bewegung. Es gibt unendlich viele Spiele die man mit seinem Hund machen kann. Suchen Sie etwas, das Ihnen und Ihrem Hund Spass macht. Pflichtübungen können auf Dauer nicht durchgehalten werden. Wenn Sie sich ein Spiel überlegt haben, dann schreiben Sie sich für den Anfang einen Plan und halten diesen ein, bis aus dem Vorsatz Routine geworden ist. Ihr Hund wird sich über die extra Zuwendung genau so freuen wie über Futter, denn viele Hunde essen aus Langeweile. Bei der Auswahl des Spiels sollten Sie jedoch auch die Ausgangslage Ihres Hundes bedenken - die Jagd nach Ball oder Frisbee sind für übergewichtige Hunde nicht geeignet, da die harten Stopps die Beine des Vierbeiners durch das zusätzliche Gewicht deutlich stärker belasten.

Das Foto eines Deutschen Pinschers mit 24 kg und 10 Monate später mit 18 kg. Laut Rassebeschreibung soll ein männlicher Deutscher Pinscher bei 48-50 cm 17-20 kg wiegen. Eine konsequente Ernährung und viel Spiel, Spass und Bewegung brachten den gewünschten Diäterfolg:

Krankheiten

Wenn Ihr Hund schon länger stark übergewichtig ist unternehmen Sie bitte nichts ohne Rücksprache mit Ihrem Tierarzt. Es sollte unbedingt ausgeschlossen werden, dass er schon eine Folgeerkrankung entwickelt hat.

Die häufigsten Krankheiten bei dicken Hunden sind:

Diabetes - Typ 2 Diabetes bei Hunden

Knochenkrankheiten - Osteoarthritis, beziehungsweise Arthrose bei Hunden kann sowohl die Ursache, als auch das Ergebnis von Übergewicht bei Hunden sein (2). Auf jeden Fall hat ihr Hund starke Schmerzen in den Gelenken und sollte vom Tierarzt behandelt werden.

Nierenkrankheiten - Die Nierenfunktion kann anhand von Stickstoffbilanz und Blutwerten gemessen werden. Auch wenn es oft so erscheint, als ob Nierenkrankheiten plötzlich auftreten, so entwickeln sie sich fast immer über Jahre. Frühe Anzeichen sind vermehrtes trinken und urinieren. Vermeiden Sie unbedingt Salz in der Nahrung und lassen Sie ältere Hunde regelmässig vom Tierarzt untersuchen (3).

Herzkankheiten, Bluthochdruck und Atemprobleme - Frühe Anzeichen von Herzerkrankungen sind das Husten nach Anstrengung oder auch Unruhe in der Nacht. Auch hier gilt, vermeiden Sie unbedingt Salz in der Nahrung und lassen Sie ältere Hunde regelmässig vom Tierarzt untersuchen (4).

Wenn Sie sich über das Thema gerne weiter austauschen wollen, dann schauen Sie gern auf unserer Facebook-Seite vorbei!

 

© Dr. Hannah Miriam Jaag - 2013 - www.hmjaag.de

© Foto 1: www.sxc.hu
© Foto 2: Duca und Hannah Jaag

Quellen:
1 Nutrigenomics: Using gene expression and molecular biology data to understand pet obesity. De Godoy MR, Swanson, KS, J Anim Sci 2013.
2 Pet Obesity Prevention: Big Pets Get Bigger. Ward E et al. 2012
3 Chronic kidney disease in dogs and cats. Bartges JW, Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2012.
4 Obesity hypertension, salt sensitivity and insulin resistance. Rocchini AP, Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2000.