Was sind Proteine?

Grundbausteine der Nahrung IV

Nahrung – egal ob für Mensch oder Tier – besteht immer aus den gleichen biologischen Grundbausteinen: Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelementen.

Proteine sind Eiweißstoffe. Jedes Innere einer tierischen, menschlichen oder pflanzlichen Zelle besteht aus einem Gerüst von Proteinen.

Aufbau eines Proteins

Proteine sind Makromoleküle, die aus Aminosäuren aufgebaut sind. Aminosäuren sind eine Klasse organischer Verbindungen. Eine Gruppe dieser Aminosäuren sind proteinogen, was bedeutet, dass sie die Bausteine der Proteine (Eiweiße) von Lebewesen sind. Diese Aminosäuren bilden Ketten; ab einer gewissen Länge einer dieser Kette spricht man von einem Protein. Es gibt viele verschiedene Proteine mit unterschiedlichen Funktionen, welche durch die Reihenfolge der Aminosäureketten bestimmt wird.

Man kann alle bekannten Aminosäuren in drei Gruppen aufteilen:

Essenzielle Aminosäuren: In der Medizin wird das Wort „essenziell“ für alle Stoffe benutzt, die das Lebewesen nicht selbst herstellen kann. Im Falle von essenziellen Aminosäuren, müssen diese über die Nahrung in Form von Proteinen aufgenommen werden.

Semi – essenzielle Aminosäuren: Semi (halb) – essenzielle Aminosäuren sind jene, die Lebewesen nur in bestimmten Phasen (wie zum Beispiel Trächtigkeit, Wachstum oder nach schweren Verletzungen) über die Nahrung aufnehmen müssen.

Nicht – essenzielle Aminosäuren: Diese Aminosäuren können Mensch und Tier entweder aus anderen Aminosäuren bauen oder ganz selbst synthetisieren (selbst zusammensetzen).

Pflanzen und Mikroorganismen wie zum Beispiel Bakterien können dagegen alle für sie notwendigen Aminosäuren selbst synthetisieren.

Welche Aufgaben haben Proteine?

Die Funktionen von Proteinen sind sehr vielfältig:

Körperaufbau + Bewegung: Jedes Zellinnere eines Lebewesens oder einer Pflanze besteht aus einem Proteingerüst. Bekannt ist zum Beispiel Kollagen (ein Strukturprotein). Es bestimmt die Beschaffenheit allen Gewebes wie zum Beispiel der Haut, des Bindegewebes, der Knochen und des gesamten Körperbaus. Andere Proteine verändern im Muskel ihre Form, die daraus entstehenden Muskelkontraktionen sorgen für die Bewegung.

Schutz + Verteidigung: Keratin, ein weiteres Protein, bildet unter anderem Klauen, Krallen und Hufe, Wolle und Haare sowie Federn und Schnäbel. Diese Organe sorgen für Schutz und Verteidigung. Andere Proteine bilden Antikörper und schützen so vor Krankheitserregern.

Nahrungsbeschaffung und -aufnahme: Die von Keratin gebildeten Klauen und Krallen dienen auch der Nahrungsbeschaffung. Toxine von zum Beispiel Schlangen sind auch Proteine und betäuben oder töten die Beute. Ein anderes Protein bildet den Faden, aus dem Spinnennetze bestehen, worin denen sich die Beute verfängt.

Stoffwechselprozesse: Die unterschiedlichsten Proteine haben vielfältige Aufgaben im Verdauungs- und Stoffwechselprozess. Zum Beispiel beschleunigen Enzyme biochemische Reaktion und kleinere Proteine steuern als Hormone bestimmte Vorgänge im Körper. Einige Proteine haben Transportfunktionen wie zum Beispiel das Hämoglobin, welches im Blut den Sauerstoff transportiert; andere regulieren die Blutgerinnung und viele weitere wichtige Funktionen.

Reservefunktion: Proteine bilden eine Reservesubstanz, die dem Körper als Energielieferant im Hungerzustand dient.

Hunde sind Fleischfresser

Im Bereich der menschlichen Nahrung sind sowohl Pflanzen als auch Fleisch gute Proteinlieferanten, der Mensch ist ein Omnivor (Allesfresser). Hunde sind dagegen Carnivore (Fleischfresser), ihr Verdauungssystem ist auf die Verdauung von tierischen Proteinen ausgerichtet. Die Verstoffwechslung von Kohlenhydraten (zum Beispiel alle Arten von Zucker, Stärke) ist für Hunde etwas einfacher als für die Katze, trotzdem sind und bleiben Hunde Fleischfresser. Mehr zum Thema Kohlenhydrate finden Sie hier:

Nährstoffe: Kohlenhydrate

Hunde sind auf die Aufnahme von hochwertigen tierischen Proteinen im Sinne ihrer Gesundheit angewiesen. Folgende Aminosäuren gehören unter anderem zu den essenziellen Aminosäuren der Hunde:

Arginin, Histidin, Methionin, Cystein, Isoleucin, Leucin, Tryptophan, Valin, Lysin und andere

Wertigkeit von Proteinen

Proteine sind nicht gleich Proteine, sie haben je nach Ursprung eine verschiedene Wertigkeit. So sind zum Beispiel Proteine aus dem Muskelfleisch vom Rind wesentlich höher in der Wertigkeit als fein gemahlene Hufe. Die Wertigkeit wird aus der Differenz zwischen gefütterter und wieder ausgeschiedener (Kot) Menge berechnet und beschreibt die Effizienz der Umwandlung von Nahrungsprotein in körpereigenes Protein.

Jeder Hundefreund kann das an seinem Hund gut selbst beobachten. Futter mit einer geringeren Protein- und sonstigen Qualität muss zum einen in größeren Mengen gefüttert werden und sorgt zum anderen für größere Kotmengen. Das liegt an einer besseren Verdaulichkeit und eben dem höherwertigem Proteingehalt von hochwertigem Futter.

Tierische Proteinquellen für Hundefutter

Zu den Nahrungsmitteln, die sehr eiweißhaltig sind, zählen Fleisch, Fisch und Eier. Die besten Proteinquellen für Hundefutter sind natürlich diejenigen Teile vom Fleisch und Fisch, die zum menschlichen Verzehr zugelassen sind. Sie enthalten die hochwertigsten Proteine.

Tierfutter dürfen allerdings auch Schlachtabfälle hinzugefügt werden. Tierkörperbeseitigungsanstalten entsorgen jegliches verendetes Tier inklusive aller anfallenden Abfälle von Schlachtereien. Das dortige „Ausgangsmaterial“ wird in drei Kategorien unterteilt. Die 3. Kategorie umfasst vor allem Abfälle und Nebenprodukte aus Schlachtbetrieben, Küchen- und Speiseabfälle, für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignete Lebensmittel tierischen Ursprungs, Rohmilch, frischer Fisch oder frische Fischnebenprodukte:

  • Küchen- und Speiseabfälle, soweit nicht aus grenzüberschreitendem Verkehr
  • Fische oder andere Meerestiere, sowie Fischabfälle (ausgenommen Meeressäugetiere)
  • Ehemalige tierische Lebensmittel, die aus anderen, nicht gesundheitsschädlichen Folgen, z. B. Verpackungsmängeln, für den menschlichen Verzehr nicht mehr bestimmt sind
  • Schlachtkörperteile, die genussuntauglich sind, die jedoch keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit zeigen und die von Tieren stammen, die genusstauglich sind
  • Rohmilch
  • Schalen, Brütereinebenprodukte und Knickeiernebenprodukte von klinisch unauffälligen Tieren
  • Haare, Pelze, Hörner usw. von klinisch unauffälligen Tieren
  • Tierische Abfälle aus der Lebensmittelindustrie
  • Häute, Hufe und Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren, die nach einer Schlachttieruntersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden
  • überlagertes Fleisch
  • minderwertiges Fleisch
  • Fleisch von Tieren unter erheblicher Stressbelastung
  • Blut von Tieren (nicht von Wiederkäuern), die nach einer Untersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden
  • Tierische Schlachtkörperteile und Nebenprodukte, die bei der Herstellung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind, und entfettete Knochen und Grieben

Quelle: Wikipedia

Wenn Sie einen Blick auf minderwertiges Hundefutter werfen, finden Sie auf dem Futtermitteletikett oftmals die Formulierung “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” und „Fisch und Fischnebenerzeugnisse“. „Nebenerzeugnisse“ umschreibt die obige Liste aller Kategorie 3 – Materialien.
Die meisten Hersteller von hochwertigem Hundefutter sind aus diesem Grund dazu übergegangen genau Angaben zur Fleischart und –menge auf dem Futtermitteletikett zu deklarieren:

Beispiel Grau „Rind mit Geflügel“ 

Beispiel Chewies „Kaninchen & Vollkornreis“ 

Beispiel Canine Porta 21 „Huhn & Reis SENSITIVE“

Abwechslung ist wichtig

Welche Proteine in welcher Qualität und in welchen Mengenverhältnissen in einem Futter enthalten sind, hängt von den Rohstoffen an sich und deren Verarbeitung ab. Das eine Futter hat in der Folge mehr Proteine „X“ und „Y“, ein anderes mehr „Z“. Aus diesem Grund ist selbst bei einer ausschließlich hochwertigen Fütterung Abwechslung sehr wichtig, um unsere Hunde ausgewogen zu ernähren. Die Aussage gilt auch hinsichtlich der Zusammensetzung von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen im Fertigfutter.

Ein positiver Nebeneffekt einer abwechslungsreichen Fütterung ist außerdem eine höhere Flexibilität der Hunde, wenn zum Beispiel aus Krankheitsgründen eine Ernährungsumstellung erforderlich ist.

In unserem Forum stehen wir Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung: Forum von Petsnature


© Katja Tuszynski 2011 – www.marcating.de
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Quellen:
Wikipedia I
Wikipedia II