Was sind Vitamine?

Vitamine sind organische Verbindungen. Organisch bedeutet, dass sie im Tier- und Pflanzenreich zu finden sind. Vitamine brauchen Mensch und Tier für viele lebenswichtige Funktionen, wobei der Körper die meisten nicht selbst herstellen (synthetisieren) kann. Vitamine müssen in einem ausreichenden Maß über die Nahrung aufgenommen werden. Allerdings gibt es einige Vitamine, die der Körper aus so genannten Provitaminen – einer Vorstufe – umwandelt.

Die Aufgaben von Vitaminen

Vitamine sind an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt, sie regulieren im Verdauungsprozess beispielsweise die Verwertung von Nahrungsbestandteilen. Während der Verdauung werden die Nährstoffe vom Körper ab- und umgebaut. Sie sind am Aufbau von einer Vielzahl von Zellen, Knochen und Blutkörperchen beteiligt. Dabei hat jedes Vitamin seine eigenen Aufgaben.

Vitamine werden in wasserlösliche und fettlösliche Vitamine unterteilt. Mit dieser Unterschiedung werden gleichzeitig die Aufgabengebiete beschrieben. Fettlösliche Vitamine sind für die Funktion zur Ausbildung und Erhaltung von Gewebestrukturen zuständig. Wasserlösliche Vitamine dagegen sind im Wesentlichen an der Einleitung, Beschleunigung und Steuerung von chemischen Reaktionen der Stoffwechselprozesse beteiligt.

Wichtig: Der Mangel von einem oder mehreren Vitaminen kann zu vielfältigen und weitreichenden Stoffwechselstörungen führen, was Wachstumshemmungen, Fortpflanzungsstörungen, Leistungsschwächen und verschiedene Krankheiten zur Folge haben kann. Auf Überdosierungen von Vitaminen reagiert der Körper je nach Vitamin unterschiedlich. Die fettlöslichen Vitamine können im Körper gespeichert werden, die wasserlöslichen werden bei einer Überdosierung über die Niere wieder ausgeschieden. Manche über den Tagesbedarf hinaus gehenden Dosierungen von Vitaminen haben eine positive Wirkung, bei anderen Vitaminen führt eine zu hohe Dosis zu akuten oder chronischen Vergiftungserscheinungen: Symptome einer Hypervitaminose

Welche Vitamine gibt es?

Die Lücken in der Benennung nach dem Alphabet entstanden, weil nicht jede Substanz tatsächlich ein Vitamin war, die man bei ihrer Entdeckung für ein solches hielt. Bis heute sind der Wissenschaft rund 20 Vitamine bekannt, folgende 13 sind lebensnotwendig.

Fettlösliche Vitamine sind:

Name chemischer Name Hauptfunktion
Vitamin A Retinol spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau und der Funktion von Haut, Schleimhäuten und Blutkörperchen, dem Stoffwechsel und dem Sehvermögen
Vitamin D Cholecalciferol zuständig für die Regulierung des Calcium- und Phosphorstoffwechsels
Vitamin E Tocopherol gilt als Antioxidans, wichtig für die Steuerung der Keimdrüsen
Vitamin K Phyllochinon beteiligt an der Blutgerinnung und am Knochenstoffwechsel


Fettlösliche Vitamine sind teilweise empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie zum Beispiel Wärme und Licht. Das Speicherungsvermögen ist je nach Tierart und Alter unterschiedlich. 

Wasserlösliche Vitamine sind: 

Name chemischer Name Hauptfunktion
Vitamin B1 Thiamin Funktion des Nervensystems
Vitamin B2 Riboflavin Energieumsatz, Stoffwechsel
Vitamin B3 Niacin Energieumsatz, Stoffwechsel
Vitamin B5 Pantothensäure Energieumsatz, Stoffwechsel
Vitamin B6 Pyridoxin Aminosäurestoffwechsel
Vitamin B7 Biotin Energieumsatz, Stoffwechsel
Vitamin B9 Folsäure Amino- und Nucleinsäurenstoffwechsel
Vitamin B12 Cobalamin Zellteilung, Blutbildung, Funktion des Nervensystems, kann trotz seiner Wasserlöslichkeit vom Organismus gespeichert werden
Vitamin C Ascorbinsäure Immunsystem, Zellaufbau, Antioxidans


Mangelerscheinungen von Vitaminen sind oftmals an Haut, Fell und Schleimhäuten sowie einer verminderten Leistungsbereitschaft oder eine Schwächung des Immunsystems erkennbar.

Natürliche und künstliche Vitamine

Schon in der Kindheit lernen wir: Vitamine sind gesund! Das ist im Prinzip auch richtig, da sie lebenswichtig sind. Diese Aussage ist jedoch zu pauschal. Zum einen spielt die aufgenommene Menge eines Vitamins eine entscheidende Rolle, zum anderen muss man zwischen natürlichen und künstlichen Vitaminen unterscheiden.

Natürliche Vitamine sind in allen Lebensmittelrohstoffen enthalten. So sind zum Beispiel Leber und Eigelb sehr reich an Vitamin A, in Fischen und Hefen findet sich viel Vitamin D. Diese natürlichen Vitamine bleiben – bei einem entsprechend schonendem Herstellungsverfahren - auch im Hundefutter erhalten.

Künstliche (synthetische) Vitamine werden von der Nahrungsmittelindustrie für die Anreicherung von Fertigprodukten und für viele Nahrungsergänzungspräparate hergestellt. Ihre Verwendung im Herstellungsverfahren eines Hundefutters ist um einiges preiswerter als die Verwendung natürlicher Vitamine. Doch für den Körper von Mensch und Tier macht es einen großen Unterschied, ob künstliche oder natürliche Vitamine eingesetzt werden. Natürliche Vitamine sind in die Struktur des betreffenden Lebensmittels eingebunden, im Verdauungsprozess muss das Vitamin vom Darm aufgeschlossen werden. Das Gehirn übernimmt hierbei die Steuerung der Aufschließung und stoppt diese nach ausreichender Aufnahme. Überschüssige Vitamine werden somit in ihrer sie umgebenden Struktur belassen und über den Darm ausgeschieden.

Künstliche Vitamine sind dagegen schon fertig aufgeschlossen und kommen „pur“ in den Verdauungstrakt. Dort werden sie automatisch vom Körper aufgenommen – egal in welcher Menge sie vorhanden sind. Dadurch kann es bei der Verwendung künstlicher Vitamine schneller zu einer Überdosierung kommen.

Vitamine in der Hundenahrung

In vielen Fertigprodukten aus dem Nahrungsbereich – das gilt sowohl für Tierfutter als auch für menschliche Nahrung – werden zumindest anteilig künstliche Vitamine verwendet. Trotzdem bemühen sich immer mehr Futterhersteller, bei ihren hochwertigen Futtersorten auf natürliche Inhaltsstoffe zu achten, so gut es geht. Leider kann man nicht voraussetzen, dass ein Hundefutter, welches frei von künstlichen Aroma- und Konservierungsstoffen ist, automatisch nur natürliche Vitamine beinhaltet. Im Zweifeldfall lohnt eine Anfrage beim Hersteller des Futters, um über die verwendeten Vitamine Klarheit zu erlangen.

Leckerli mit Vitaminen

Nicht wenige Hundeleckerli sind mit Vitaminen angereichert. Uns Menschen wird durch die Werbung suggeriert, unseren Fellnasen mit diesem speziellen Leckerli etwas Gutes zu tun, denn „Vitamine sind gesund!“. Da jedoch schon das Hundefutter (wenn es sich dabei um ein Alleinfuttermittel handelt) mit ausreichend Vitaminen versehen ist, besteht hier das Risiko einer Überversorgung. Deswegen gibt es bei solchen vitaminreichen Leckerlis meisten geringe tägliche Fütterungsempfehlungen, die unbedingt beachtet werden sollte.

Fazit

Das perfekte Fertigfutter wird es wahrscheinlich nie geben, dennoch sind einige Hersteller auf einem guten Weg und bieten hochwertiges Hundefutter an, das bestimmte Ernährungsfehler vermeidet. Wer jedoch eine absolute qualitative Kontrolle aller Nahrungsbestandteile haben will, wird sich früher oder später mit dem BARFen  auseinander setzen müssen.

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© Katja Tuszynski 2012 – www.marcating.de


Quelle:
Vitaminlexikon
medizininfo.de