Die trächtige Hündin

Trächtigkeit und Geburtsvorbereitung

Es ist ein Muss für jeden Hundehalter, dessen Hündin "Mutterfreuden" entgegen sieht oder sehen solll, sich über den Ablauf der Trächtigkeit zu informieren. Wie jede Schwangerschaft ist auch die Trächtigkeit der eigenen Hündin für uns eine aufregende und spannende Zeit voller Erwartungsfreude. Aber sie birgt auch einige Umstellungen und Anpassungen oder gar Gefahren, derer wir uns bewusst sein sollten. So ist es unabdinglich, dass man sich als Hundehalter rechtzeitig schlau macht, damit man entsprechend und rechtzeitig erkennen und handeln kann.

Voraussetzung für erfolgreiche Bedeckung, Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht der Welpen ist sebstverständlich eine gesunde Hündin in Bestform. Sie sollte alt genug sein (Zuchtreife erreicht), aber auch nicht zu alt. Weiterhin sollte der Abstand zu einer vorangegangenen Trächtigkeit und Aufzucht von Welpen groß genug sein, damit die Hündin genügend Zeit hatte sich von den Strapazen zu erholen. Denn wir sollten nie vergessen, dass Mutterschaft auch bei Tieren eine sehr anstrengende Zeit ist, sowohl körperlich als auch psychisch betrachtet. Zu schlanke Hündinnen können der "Welpenbildung" und der Geburtsanstrengung nicht gewachsen sein, wogegen zu dicke Hündinnen kreislaufmäßig überanstrengt werden können. Und im Falle eines Kaiserschnitts erschwert das Fett die Operation unnötig.
Besprechen Sie wichtige Dinge zuvor mit Ihrem Tierarzt: Benötigt Ihre Hündin regelmäßige Medikamente oder steht in Bälde eine Impfung aus? Auch Entwurmungen und Entflohungen müssen vorher abgesprochen werden, denn bestimmte Medikamente können Befruchtung und auch die Entwicklung des ungeborenen Nachwuchses negativ beeinflussen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Trächtigkeitsdauer der Hündin auf 63 Tage beläuft. Diese Zahl kann aber durchaus auch abweichen: Als normal ist ein Bereich von 57 bis 65 Tagen Trächtigkeit anzusehen. Große Würfe können die Trächtigkeitsdauer verkürzen und kleine Würfe verzögern.
Besprechen Sie wichtige Dinge zuvor mit Ihrem Tierarzt: Benötigt Ihre Hündin regelmäßige Medikamente oder steht in Bälde eine Impfung aus? Auch Entwurmungen und Entflohungen müssen vorher abgesprochen werden, denn bestimmte Medikamente können Befruchtung und auch die Entwicklung des ungeborenen Nachwuchses negativ beeinflussen.

Ob die Bedeckung erfolgreich war, kann der Tierarzt oder der kundige Züchter durch Abtasten der Gebärmutter  frühestens zwischen dem 22. und 28. Tag feststellen. Durch Röntgen ist ein Trächtigkeitsnachweis ab dem 40. Tag möglich, wenn auch nicht immer sicher. Auch sollte man nur in besonderen Fällen auf das Röntgendiagnoseverfahren zurückgreifen aufgrund der Strahlung. Erst ab dem 50. Trächtigkeitstag ist das Risiko einer Schädigung durch die Strahlung größtenteils gebannt. Hochträchtige Hündin

Heutzutage untersucht man mittels Ultraschall frühestens ab dem 21. Tag, besser ab dem 28. Tag, ob die Hündin trächtig ist. Diese Methode des Trächtigkeitsnachweises ermöglicht zudem eine Vielzahl an Informationen über den Trächtigkeitsverlauf: Anzahl, Entwicklungszustand, Vitalität.
Als normaler Hundehalter fällt uns frühestens mit der fünften Woche der langsam wachsende Leibesumfang unserer Hündin auf. Dies ist jedoch nicht immer auszumachen, wenn es sich um eine sowieso etwas rundlichere Hündin handelt oder aber nur ein oder zwei Welpen in ihr heranreifen.
Das Gesäuge mit den Milchdrüsen und Zitzen beginnt ebenfalls ab der fünften Woche anzuschwellen. Die Zitzen können sich zudem rosiger verfärben. Dies ist jedoch nicht ein hundertprozentiges Zeichen für eine Trächtigkeit, da diese Symptome auch aufgrund einer Scheinträchtigkeit auftreten können.

Die Ernährung der trächtigen Hündin:

In den neun Wochen der Trächtigkeit bildet die Hündin durch das Wachstum des noch ungeborenen Lebens bis zu ein Siebtel ihres Eigengewichts. Entsprechend dieser Leistung während der Trächtigkeit bedarf die Hündin einer ausgesprochen guten Ernährung. Gut bedeutet bei der Ernährung nicht, dass es ausreichend ist einfach nur mehr als gewöhnlich zu füttern. Gut bedeutet, dass es bei dem Futter auf eine artgemäße und qualitativ hochwertige Zusammensetzung ankommt.
-> Ausführliches über die Ernährung des Hundes und Futtermittel finden Sie in unserer Rubrik "Ernährung von Hunden"
Schon während der Trächtigkeit darf die Hündin nicht zu sehr auf ihre eigenen Körperreserven und Nährstoffe zurückgreifen und benötigt mehr Energie in Form von qualitativ gutem Futter. Auch nach der Geburt braucht die Hündin mehr als sonst, denn sie muss die Milch für die Welpen bilden. Der Nährstoffbedart ändert sich also während der Zeit und somit sollte das Futter entsprechend angepasst werden.

Bis zur fünften Woche ist die Gewichtszunahme der Feten noch gering, so dass man die Futtermenge noch nicht zu sehr erhöhen sollte. Bei älteren Hündinnen und solchen, die zum ersten Mal trächtig sind, wird empfohlen, die Futterration um 10% zu erhöhen, damit sie körperlich in Bestform sind und - wie oben schon erwähnt - nicht zu sehr auf ihre eigenen Reserven zurückgreifen müssen.
Fütterungsfehler können in diesen ersten vier Wochen schon zu gravierenden Problemen führen: Zuwenig Energie im Futter oder auch Mangel an Vitaminen und Spurenelementen können Fehlbildungen oder gar das Absterben der Feten zur Folge haben.
Ausgewogenes und hochwertiges Futter ist wichtig, da es diese notwendigen Nährstoffe bereitstellt, welche in den vielfältigen physiologischen Veränderungen während der Trächtigkeit benötigt werden (Hormonumstellungen, Wachstum und Veränderung der Gebärmutter, Änderungen im Kreislauf- und Stoffwechselsystem und Veränderungen im Immunsystem).

Von der fünften bis zur achten Woche steigert sich der Nährstoffbedarf der trächtigen Hündin um rund ein Drittel, denn sie muss die wachsenden Welpen ernähren. Ebenfalls erfordert das Wachstum von Plazenten, Gebärmutter und Gesäuge zusätzliche Energie- und Nährstoffzufuhr. Die Futtermenge wird in dieser Zeit schrittweise erhöht. Auch hier gilt: Qualität ist wichtiger als Quantität.
Wird die Menge eines mittelmäßigen Futters dem Bedarf angepasst, so erhöht sich die benötigte Futtermenge deutlich. Die wachsende Gebärmutter jedoch nimmt mehr Platz in Anspruch, so dass die Verdauungswege (Magen und Darm) eingeengter als normal sind. 
So senkt man schließlich in der letzten Woche wieder die Futtermenge etwas ab, um die anstehende Geburt zu erleichtern. Auch deswegen ist es wichtig ein qualitativ hochwertiges und energiereiches Futter zu geben.

Natürlich sollte während der gesamten Zeit ausreichend frisches Wasser stets zur Verfügung stehen.

Die Entwicklung der Welpen:

Die Befruchtung der Eizellen durch die Spermien finden normalerweise im Eileiter statt. Die Spermien gelangen überwiegend passiv durch Kontraktionswellen der Gebärmutter aber auch durch ihre Eigenbewegung zum Befruchtungsort.
Da Spermien unmittelbar nach der Ejakulation noch nicht befruchtungsfähig sind, müssen sie erst eine Nachreifung ("Kapazitation") durchmachen. Erst dann sind sie in der Lage die Eihüllen zu durchdringen. Die Kapazitationsdauer ist tierartlich unterschiedlich und beträgt zwischen zwei und sieben Stunden. Die Spermien sind bis zu sieben Tage lang befruchtungsfähig.
Die befruchteten Eizellen wandern in den Gebärmutterhals, erreichen die Gebärmutter und nisten sich in der Gebärmutterschleimhaut ein. Der Mutterkuchen (Plazenta) bildet sich aus und legt sich gürtelförmig um das jeweilige eingenistete befruchtete Ei. Er dient der Versorgung des heranwachsenden Embryos.
Während der Organentwicklung und bis zu ihrem Ende beziehungsweise Abschluss nennt man das ungeborene Wesen Embryo. Sind die Organe ausgebildet, spricht man vom Fötus. In den ersten 30 Tagen werden zuerst Augen und Nervenstränge im Rückenmark gebildet, dann folgen Zehen, Haare und Krallen. Gleichzeitig entwickeln sich Organe, mit deren Wachstum auch Kopf und Rumpf Gestalt annehmen. Das Herz beginnt ab dem 30. Tag zu schlagen. Nun ist der Fötus etwa zwei Zentimeter groß und lässt sich ertasten. Ungefähr ab dem 35. Tag der Trächtigkeit ist die Ausbildung der Organe abgeschlossen. Der Fötus hat ein bestimmbares Geschlecht und Kopf und Rumpf sind unterscheidbar. Circa 10 Tage vor der Geburt ist der Welpe vollständig behaart.

Wenn der genaue Zeitpunkt des Deckakts unbekannt ist, so kann man anhand der Scheitel-Steiß-Länge des Welpen ablesen, wie alt er ist und wann die Befruchtung stattgefunden hat.

Die Ankündigung der Geburt:

Ab dem 58. Tag der Trächtigkeit tut man ein Gutes daran seine Hündin im Auge und sie auch Nachts in der Nähe zu behalten.
Ungefähr 24 Stunden vor der Geburt werden die Beckenknochen der Hündin deutlicher sichtbarer als sonst, denn die Beckenbänder senken sich ab. So werden die Welpen auf die Geburt vorbereitet und "positioniert". Die Hündin mag nun eventuell weniger oder gar nicht fressen und ihre Körpertemperatur nimmt leicht ab. Weitere Anzeichen für die baldige Geburt: Unruhe, Scharrzwang (Lagerbildung) Aufsuchen des Lagers; Belecken der Vulva und leichter Aussfluss, Hecheln, Anzeichen von Unsicherheit, Schlucken, Winseln und Zittern.


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Quellen:
Arthur Scheunert, Alfred Trautmann - Lehrbuch der Veterinärphysiologie
Axel Wehrend - Neonatologie beim Hund

© Jill Peters 2009 - www.visions-inside.de

© Foto: www.freeimages.com

Bildquelle 2: Wikimedia Commons