Das Ärgernis mit dem Hundehaufen

Die Hinterlassenschaften unseres Hundes sind häufig Anlass zur Verärgerung unserer Mitmenschen. Und ganz unter uns, haben Sie sich nicht auch schon einmal darüber geärgert, dass Sie in einen Hundehaufen getreten sind?

Hundehaufen liegen in Vorgärten, in Parks und Einkaufsstraßen, sogar auf Kinderspielplätzen und sorgen für ständigen Unmut anderer Menschen. Als Hundehalter tragen wir die Verantwortung auch dafür, dass unser Hund sich nicht durch wohlplatzierte Häufchen unbeliebt macht. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass keiner unserer Mitmenschen sich durch unseren Hund und seine Häufchen belästigt fühlen muss.

Selbstverständlich ist es völlig natürlich, dass der Hund sich zum Lösen an den Straßenrand oder an Nachbars Vorgarten hockt, aber genauso natürlich ist auch die menschliche Abneigung gegen Hundekot. Vor allem, wenn man hineintritt. Zudem ist der hygienische Aspekt nicht wegzureden. Jeder Haufen ist unhygienisch: er kann Würmer, Bakterien und andere Keime enthalten. Auch Krankheitserreger können darunter sein. Fliegen tun sich gütlich am Kot und können als nächsten Anflugspunkt den Kaffeetisch des Nachbarn ansteuern. Kleinkinder können das Hundehaufenobjekt untersuchen wollen oder plumpsen unachtsam hinein. Und unter den Schuhen finden die Erreger auch Eintritt in unsere Wohnungen. Auch für unseren eigenen Hund geht von jedem fremden Haufen ein gewisses Gesundheitsrisiko aus: Vielleicht war der "Verursacher" krank und unser Hund kann sich anstecken.

Geben Sie mal in Google den Begriff "Hundehaufen" ein und Sie werden feststellen, wie viele Menschen sich wirklich belästigt fühlen durch den alltäglichen Hundekot. Es gibt Initiativen gegen Hundehaufen auf Spielplätzen, Fragen nach Abwehrmitteln und -systemen gegen Hunde, um eben das Ärgernis ständiger Hundehaufen loszuwerden. Gerade in größeren Städten ist die Gefahr groß in einen Hundehaufen zu treten, wenn man nicht gebannten Blickes gen Boden durch die Straßen geht. In Berlin sollen bis zu 55 Tonnen Hundehaufen pro Tag zusammen kommen. (Quelle) Selbst zu tätlichen Auseinandersetzungen im Streit um den Hundehaufen ist es schon gekommen. Das muss nicht sein!

Bußgelder für Hinterlassenschaften

Der Hundekot ist heutzutage ein ernstzunehmendes Problem geworden. Das zeigt darin, dass auch städtische Verwaltungen zur Tat greifen und Bußgelder verhängen, sollte der Hund in flagranti ertappt werden und der Hundehalter den Haufen nicht entsorgen. Auch in Haus- und Mietordnungen entdeckt man oft Passagen über die Regelung der Hundekot-Entsorgung. Politiker forderten unlängst einen Gentest bei Hundehaufen zur Ermittlung des Hundehalters und entsprechende Sanktionen.
Der Hundehalter ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sein Vierbeiner Straßen, Gehwege und Anlagen nicht verunreinigt. Als Hundehalter hat man nicht nur seinem Hund gegenüber eine Menge Verantwortungen zu tragen; man hat zugleich die Verantwortung dafür übernommen, dass man mit seinem Hund (in diesem Fall dessen Hinterlassenschaften) andere Menschen nicht belästigt, sondern dass Mensch und Hund sich in unsere heutige Gesellschaft einfügen.

Die Hundesteuer ist kein Reinigungsentgelt!

Immer wieder hört man Aussagen von Hundehaltern, die der Meinung sind, sie könnten den Hundehaufen liegen lassen - sie zahlen ja schließlich Hundesteuer. Dem ist nicht so - die Hundesteuer ist keine "Reinigungspauschale". Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikel über die Hundesteuer.

In einigen größeren Städten finden Hundehalter bereits Hilfestellungen zur Entsorgung des Hundekots. Es gibt sogenannte Lösestationen, in denen der Hund seinen Haufen verrichten sollte - über die Tauglichkeit eines solchen Modells lässt sich allerdings diskutieren. Manch eine Stadt hat Spenderboxen, gefüllt mit kleinen Mülltüten, aufstellen lassen, so dass der Hundehalter gleich einen Müllbeutel zur Entsorgung parat hat. In Berlin werden von der Stadtreinigung spezielle Maschinen zur Beseitigung der Hundehaufen eingesetzt, welche natürlich nicht alle Bescherungen erfassen können, aber zumindest einen Großteil entsorgen.
Wie groß der Bedarf nach sauberen Gehwegen etc. ist, lässt auch eine Sammlung von ~160 Patenten erahnen, welche sich alle mit dem Zweck der Hundekotentsorgung beschäftigen.

Übrigens kann man sich auch selbst beteiligen und einen eigenen Kotbeutelspender bauen und in der Nachbarschaft oder am eigenen Grundstück aufhängen: Bauanleitung Kotbeutelspender

In die Tat umgesetzt: Es ist ein Leichtes für jeden Hundehalter beim täglichen Gassigehen eine kleine Mülltüte (Papier oder Plastik) einzustecken. Den Haufen kann man ganz unproblematisch damit aufnehmen, wenn man die Tüte auf links gezogen über die Hand stülpt und den Haufen aufsammelt. Einfach die Tüte danach von der Hand und über den Haufen ziehen und schon ist das "Geschäft" eingetütet und kann entsorgt werden.
"Und wohin nun damit?" - Diese Frage hab ich mir selbst schon oft stellen müssen. Aber in der Regel findet sich recht schnell eine Lösung, sei es ein in der Nähe aufgestellter Mülleimer oder der eigene Komposthaufen daheim. Es sollte unbedingt vermieden werden, den gefüllten Kotbeutel in der Natur zu entsorgen - besonders, wenn das Tütchen aus Plastik ist!
Selbstredend ist es nicht toll oder gar angenehm einen Beutel mit Hundekot durch die Gegend zu tragen - aber im Verhältnis allemal besser als ein verärgerter Nachbar oder Passant oder gar ein Ordnungsgeld zu bezahlen.

Falls Sie noch Fragen zu diesem Thema haben oder sich einfach nur darüber austauschen möchten, laden wir Sie herzlich in unser Forum ein: Forum von Petsnature


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