Gesundheitscheck - Do it yourself!

Um rechtzeitig erkennen zu können, ob Ihr Hund gesund ist oder nicht, sollten Sie Ihren Vierbeiner regelmäßig selbst untersuchen. Dadurch können Sie mögliche gesundheitliche Probleme Ihres Hundes schnell erkennen und diese mit Ihrem Tierarzt und/oder Tierheilpraktiker frühzeitig bekämpfen.

Gesundheitscheck - darauf sollten Sie achten

Sie können - und sollten - Ihren Hund zuhause regelmäßig untersuchen. Dabei üben Sie nicht nur mit Ihrem Hund, dass er sich überall berühren oder in die Ohren schauen lässt, sondern Sie stärken auch die Bindung zu Ihrem Vierbeiner. Der Gesundheits-Check daheim ist ein gutes Training für zukünftige Tierarztbesuche und es empfiehlt sich, schon den Welpen an solche Untersuchungen zu gewöhnen. Wer früh damit beginnt, sorgt so für einen entspannteren Besuch beim Tierarzt!

Folgender Auflistung bietet Ihnen ein wenig Orientierung. Lernen Sie, Ihren Hund zu beaobachten - so können Sie Ihrem Tierarzt wertvolle Hinweise geben. Zeigt Ihr Hund eines oder mehrere der folgenden Verhaltensweisen, lohnt es sich, den Vierbeiner einmal genauer zu untersuchen beziehungsweise einem Tierarzt vorzustellen:

Unruhe
Ist Ihr Hund besonders unruhig, läuft hin und her ohne zur Ruhe zu kommen, kann dies ein Hinweis auf Schmerzen sein.
Hiervon abzugrenzen ist die Unruhe, die darauf hindeutet, dass er dringend muss oder dass er schlichtweg zu unausgelastet ist und unter „Bewegungsmangel“ leidet.

Ungewöhnliche Ruhe, Apathie
Hat Ihr sonst aktiver Hund keine Lust nach draußen zu gehen und starrt stattdessen vor sich hin oder schläft außergewöhnlich viel, dann liegt etwas im Argen. Sie sollten ihn auf jeden Fall näher begutachten und den Tierarzt kontaktieren.
Auf der anderen Seite sollten Sie ausschließen, dass er nicht wirklich einfach nur müde ist, weil er zuvor ausgiebig getobt hat oder sehr viel gelaufen ist – schlichtweg einen anstrengenden Tag hinter sich hat.

Appetitlosigkeit
Mangelnder Appetit oder gänzliche Nahrungsverweigerung gerade auch in Kombination mit anderen Auffälligkeiten wie zum Beispiel erhöhter Temperatur, Probleme mit der Verdauung oder insgesamt gestörtem Allgemeinbefinden, kann auf eine Erkrankung hinweisen.
Abzugrenzen sind hier appetitlose, liebestolle Rüden, die unter einer läufige Hündin in der Umgebung leiden. Auch bei scheinträchtigen Hündinnen kann man Appetitlosigkeit beobachten.

Aggressivität
Knurrt oder schnappt Ihr Hund nach Ihnen, wenn Sie ihn an einer bestimmten Stelle berühren, kann dies ein Zeichen für Schmerzen in dem betreffenden Bereich sein. Hierzu zählen auch generell plötzliche Verhaltensänderungen, zum Beispiel anderen Hunden oder auch Kindern gegenüber.

Übermäßiger Durst
Trinkt Ihr Hund mehr als gewöhnlich? Auch gesteigerter Durst kann ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Vermehrtes Trinken kann ein erstes Anzeichen für Diabetes oder für eine Gebärmutterentzündung sein. Ein Besuch beim Tierarzt ist angeraten.

Husten/Niesen
Jeder Hund niest oder hustet ab und an, wie wir Menschen auch. Nimmt das Husten oder Niesen jedoch überhand, sollten Sie ihn Ihrem Tierarzt vorstellen.

Jucken und Kratzen
Tritt dieses häufiger auf, so kontrollieren Sie bitte die juckenden Stellen. Hier könnte sich eine Verletzung oder Entzündung befinden. Juckreiz ist ebenfalls ein Anzeichen von Parasitenbefall (Milben, Flöhe, Zecken). Bei dauerndem Kratzen und/oder Benagen der „Problemstellen“ kann es zu Haarverlust oder gar blutigen Hautverletzungen kommen. Die Abklärung der Ursache durch den Tierarzt ist notwendig!

Kopf schief halten oder schütteln
Dieses Verhalten kann auf eine Entzündung des Ohres oder einen Fremdkörper im Ohr deuten. Kopfschiefhaltung kann ebenfalls ein Symptom für eine Störung des Gehirns sein.

Krämpfe
Krämpfe können die unterschiedlichsten Ursachen haben und einige davon sind sehr gefährlich und zum Teil lebensbedrohlich. Insbesondere wenn Ihr Hund krampft und das Bewusstsein verliert, das heißt, nicht mehr ansprechbar ist. Notieren Sie Zeit und Dauer eines Krampfanfalls, um dem Tierarzt wertvolle Hinweise zur Diagnostik zu geben.

„Schlittenfahren“
Ihr  Hund rutscht mit seinem Hinterteil über den Boden. Dies kann unterschiedliche Gründe haben: sein After ist nicht sauber und juckt ihn, ein Grashalm ist „hängengeblieben“ oder er hat ein Problem mit seinen Analdrüsen (Verstopfung, Entzündung). Weiterhin kann auch Parasitenbefall Schlittenfahren auslösen.

Bewegungsstörungen
Lahmheiten treten bei mit den unterschiedlichsten Ursachen auf. Beobachten Sie genau, wann und in welchen Situationen Ihr Hund lahmt: nach längerem Liegen oder ausgiebigen Toben? Lahmt er dauerhaft oder nur zeitweise? Ist er schmerzempfindlich im entsprechenden Körperbereich? Je genauer Sie die Lahmheit beschreiben können, desto mehr können Sie Ihrem Tierarzt helfen.

Körperliche Anzeichen die Sie im Blick haben sollten

Nun folgen die Auffälligkeiten am Körper. Ein guter Rat zu Beginn: Betrachten Sie Ihren Hund immer beidseitig. Vergleichen Sie beispielsweise das linke mit dem rechten Auge, beide Vorderläufe miteinander und so weiter. Auch Betasten und Fühlen geschieht parallel, um einen direkten Vergleich zu haben.

Nase
Sie sollte feucht, glänzend und kühl sein – aber auch eine trockene, warme Nase ist nicht unbedingt ein Anzeichen für eine Erkrankung.
Deutlicher Ausfluss, wässrig oder eitrig, deutet auf ein gesundheitliches Problem hin. Ebenso könnte ein ständiges Belecken oder Reiben der Nase ein Hinweis auf einen Fremdkörper oder Ähnliches sein.

Augen
Klar und glänzend, so sehen gesunde Hundeaugen aus. Eine Rötung der Bindehäute und/oder Augenausfluss weisen auf ein Problem im Bereich der Augen hin. Das Weiß im Auge sollte klar und glänzend sein. Achten Sie ebenfalls auf normale Pupillengröße und die Reaktion der Pupillenweite auf Licht. Kneift Ihr Hund eins seiner Augen ständig zu und öffnet es nicht normal, spricht dies für eine unangenehme bis schmerzhafte Reizung, Verletzung oder Entzündung im Augenbereich. Gerade beim Toben durch den Wald oder mit anderen Hunden kann es zu einer Verletzung des Auges kommen. Auch Fremdkörper reizen das Auge stark. Stellen Sie Ihren Hund sicherheitshalber dem Tierarzt vor – vor allem, wenn es sich zusehends verschlechtert.

Zähne und Zahnfleisch
Werfen Sie einen Blick in das Maul Ihres Hundes. Achten Sie auf Beschädigungen der Zähne oder Zahnverlust, aber auch auf Zahnsteinbildung oder bereits vorhandenen Zahnstein. Sieht das Zahnfleisch gesund aus oder ist es auffällig gerötet oder zu blass? Bemerken Sie einen auffälligen Maulgeruch? Letzterer könnte auch ein Hinweis auf starke Zahnsteinbildung oder Magenproblematik deuten.

Schleimhäute
Die Schleimhäute können Sie an den Lefzeninnenseiten und am Augenbereich sehen. Bei pigmentierten Lefzen lassen sie sich schlecht beurteilen. Dann ziehen Sie vorsichtig das untere Augenlid etwas hinab, um einen Blick auf die dortige Schleimhaut zu werfen. Diese sollte gesund rosig sein, nicht blass oder bläulich. Blasse Schleimhäute können auf einen starken Blutverlust, Anämie, Kreislaufzusammenbruch oder auf eine Vergiftung hinweisen. Klären Sie dies bitte bei Verdacht unbedingt mit Ihrem Tierarzt!

Ohren
Die Ohren sollten sauber und nicht gerötet sein. Ablagerungen und Geruch deuten auf ein Problem hin: beispielsweise könnte dunkler Ohrenschmalz ein Zeichen für eine Infektion sein, welche durch den Tierarzt behandelt werden sollte. Aber auch Futtermittelunverträglichkeiten zeigen sich durch Entzündungen der Ohren. Sollte Ihr Hund unter einer immer wiederkehrenden Ohrenentzündung leiden, besprechen Sie dies mit Ihre Tierarzt.

Fell und Haut
Streichen Sie von Kopf bis zum Schwanz und die Beine entlang und achten Sie dabei auf Knötchen, Schorf oder Verletzungen. Scheiteln Sie das Fell und begutachten Sie die Haut: ist sie frei von Schuppen und Rötungen? Schwarze Krümelchen im Fell könnten Flohkot sein. Verreiben Sie ein paar Krümelchen mit einem Tropfen Wasser auf Küchenpapier: Färbt es sich rötlich-braun, so ist dies ein deutlicher Hinweis auf Flohbefall. Gesundes Fell sollte nicht matt und stumpf sein und sich „gut anfassen“. Anderes deutet auf eine Krankheit oder einen Mangel in der Ernährung hin. Sollten Sie Knubbel oder Beulen an Ihrem Vierbeiner entdecken, besprechen Sie die möglichen Ursachen am besten direkt mit Ihrem Tierarzt.

Pfoten, Ballen und Krallen
Pfoten und Ballen sollten regelmäßig auf Verletzungen (Abschürfungen, Schnittverletzungen, Risse) und Fremdkörper kontrolliert werden. Gerade bei Schnee können sich bei langhaarigen Hunderassen schnell Schnee- und Eisklümpchen zwischen den Ballen bilden, die sehr schmerzhaft sein können. Bei gestreuten Straßen und Wegen ist besonders aufmerksame Pfotenkontrolle, entsprechende Pflege und Prophylaxe wichtig.
Die Krallen kontrollieren Sie auf ihre Länge – zu lang gewachsene Krallen bedürfen einer Kürzung, die Sie entweder mit einer Krallenzange selbst vornehmen oder beim Tierarzt erledigen lassen. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt oder einer anderen kundigen Person zeigen, wie viel abgeschnitten werden darf.
Die Daumenkralle und die eventuell vorhandene Wolfs- oder Afterkralle benötigen ebenfalls Ihre Aufmerksamkeit. Diese berühren beim Laufen nicht den Boden und nutzen sich folglich nicht ab, so dass es durchaus erforderlich werden kann, diese von Zeit zu Zeit zu kürzen. Andernfalls kann es sonst zu schmerzhaften Einwachsungen kommen.

Gewicht
Das Gewicht Ihres Hundes sollten Sie regelmäßig kontrollieren. Auch für große Hunde geeignete Waagen stehen heutzutage in Tierfuttermärkten und natürlich bei Ihrem Tierarzt. In der Tierarztpraxis können Sie ganz nebenbei das Gewicht Ihres Hundes kontrollieren, während Ihr Hunde eine weitere positive Erfahrung macht: bei jedem Besuch der Waage gibt es natürlich ein Leckerli für den tapferen Hund! Sollten Sie keine Möglichkeit haben Ihren Vierbeiner zu wiegen, so prüfen Sie seinen Ernährungszustand „per Hand“: Legen Sie beide Hände links und rechts seitlich an den Brustkorb Ihres Hundes, die Daumen an der Wirbelsäule liegend und streichen Sie dann gleichzeitig mit beiden Händen und sanftem Druck Richtung Rute. Die Rippen sollten leicht fühlbar sein, aber nicht hervorstehen.

Fieber
Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Hund krank ist, dann messen Sie seine Körpertemperatur. Führen Sie dazu ein mit Vaseline bestrichenes Fieberthermometer in den After Ihres Hundes und warten Sie die entsprechende Messdauer ab. Es empfiehlt sich die Verwendung eines digitalen Veterinärthermometers, welches eine sehr geringe Messdauer benötigt. Da kein Hund dieses Prozedere wirklich gern mag, sollten Sie die Messung mit zwei Personen durchführen. Empfehlenswert ist, dass eine Person den Hund fest hält und beruhigt, während die andere Person die Messung vor nimmt. Hierzu halten Rechtshänder die Rute mit der linken Hand hoch und führen das Thermometer mit der rechten Hand unter Sichtkontrolle vorsichtig in den After ein. Thermometer aus Glas sollten aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden. Bei Bedarf zeigt Ihnen Ihr Tierarzt sicherlich gern, wie die Temperaturkontrolle am Einfachsten vorzunehmen ist.

Kot und Urin
Werfen Sie auch einen Blick auf die Hinterlassenschaften Ihres Hundes. Sieht der Urin normal aus oder ist er verfärbt? Hat Ihr Hund Probleme oder Schmerzen beim Harnabsatz? Der Kot sollte gut geformt und nicht zu breiig oder zu fest sein. Eine große Kotmenge deutet zum Beispiel darauf hin, dass das verwendete Futter qualitativ nicht gut von Ihrem Hund verwertet werden kann.
Wenn Ihr Hund Durchfall hat, kann es sinnvoll sein, den Vierbeiner erst einmal 24 Stunden hungern zu lassen, damit sich der Magen-Darm-Trakt beruhigen kann. Das bedeutet, dass Ihr Hund auch auf Leckerli verzichten muss. Bei Durchfall ist es wichtig, dass Ihr Hund ausreichen trinken kann, um den Wasserverlust ausgleichen. Bei länger anhaltendem Durchfall sollte der Hund einem Tierarzt vorgestellt werden. Beobachten Sie, wie der Durchfall beschaffen ist (blutig, hell, dunkel..), um Ihrem Tierarzt Bericht erstatten zu können.

Erbrechen
Jeder Hund erbricht sich mal (beispielsweise nach dem Fressen von Gras). Sollte das Erbrechen aber auffallend oft auftreten, dann suchen Sie mit Ihrem Hund bitte den Tierarzt auf, um die mögliche Ursache abstellen zu können. Ursachen gibt es hierfür viele: Ihr Hund kann etwas Unverträgliches gefressen oder ein Magenproblem haben; es kann aber auch eine Infektionskrankheit oder eine Vergiftung vorliegen.

Im Zweifelsfalle suchen Sie bitte immer Ihren Tierarzt auf. Diese Auflistung mit ihren Erklärungen kann keinesfalls einen Tierarzt ersetzen. Gehen Sie lieber einmal zuviel zum Tierarzt als zuwenig.

Falls Sie noch Fragen zu diesem Thema haben oder sich einfach nur darüber austauschen wollen, laden wir Sie herzlich in unser Forum ein: Forum von Petsnature

 
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