Hunde fotografieren

Wer sein Leben mit Hunden teilt will sie auch gerne fotografieren, zum einen um für sich selbst schöne Erinnerungsfotos zu machen, zum anderen um sie Freunden und Verwandten zu zeigen. Dank des digitalen Zeitalters ist das inzwischen auch sehr viel einfacher und kostengünstiger als zu Zeiten der analogen Fotografie. Doch knipsen ist nicht gleich fotografieren!

Die Kamera, bei der man im Automatikmodus einfach nur den Auslöser drückt und perfekte Bilder hat, die gibt es nicht. Der Automatikmodus und diverse Motivprogramme, die die modernen digitalen Kameras anbieten, beruhen auf statistischen Mittelwerten, die weit vom fotografieren eines Hundes in der Wohnung, auf dem Balkon, draußen im Garten oder auf dem Spaziergang entfernt sind.

Um ein gutes Foto seiner Hunde machen zu können, muss man seine Kamera kennen und ein gewisses Basiswissen der Fotografie im technischen und im kreativen Bereich haben. Mit diesem Artikel versuche ich mit einfachen Worten diese Grundlagen zu erklären und mit praktischen Tipps und Übungen Ihnen die Freude am Fotografieren jenseits der Automatiken zu vermitteln. Und die Freude wird mit jedem tollen Bild groß sein.

Die Kamera

Es gibt einen wichtigen Grundsatz: Nicht die Kamera macht die Bilder, sondern der Mensch der sie bedient. Je besser Sie Ihre Kamera kennen, desto besser beherrschen Sie sie und können bewusster das Foto gestalten. Das gilt für alle Kameratypen, egal ob Sie eine Kompaktkamera, eine Super Zoom oder gar eine digitale Spiegelreflexkamera besitzen. Man kann mit jeder Kamera bewusst fotografieren, allerdings sind die technischen Möglichkeiten einer digitalen Spiegelreflexkamera natürlich größer als die einer schon älteren Kompaktkamera. Wenn Sie über den Kauf einer besseren Kamera nachdenken, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich in einem der großen Fotoforen anzumelden und sich dort in Ruhe von den Mitgliedern hinsichtlich einer zu Ihnen passenden Kamera beraten zu lassen. Dabei sollten sowohl Ihre Kenntnisse der Fotografie als auch Ihre hauptsächlichen Motive in die Entscheidung mit einfließen.

Um Ihre Kamera kennen zu lernen, sollten Sie Ihre Bedienungsanleitung rausnehmen und diese aufmerksam lesen. Dort steht wo Sie was an Ihrer Kamera einstellen können. Damit es nicht zu trocken wird, bietet es sich an die Bedienungsanleitung parallel zu diesem Artikel zu lesen, also bei jedem neuen Punkt hier nachschauen, wo Sie entsprechendes an Ihrer Kamera finden. Wenn Sie keine Bedienungsanleitung mehr haben, finden Sie diese Informationen im Internet zu fast jeder Kamera. Am Anfang kann einiges der folgenden Themen erstmal verwirrend sein. Bitte geben Sie nicht gleich auf wenn das passiert, der Nebel lichtet sich mit der Zeit und etwas Übung.

Blende, Belichtungszeit und Iso-Empfindlichkeit

Am Anfang steht etwas Theorie, die ist wichtig, um zu verstehen wie eine Kamera funktioniert. Denn nur wenn ich weiß was in dem kleinen Ding vor sich geht, kann ich bewusst Einfluss nehmen und fotografieren anstatt nur zu knipsen. Ich betone den Unterschied um deutlich zum machen, das Fotografieren mehr ist, als nur auf den Auslöser zu drücken und auf die Technik der Kamera zu vertrauen.

Zurück zum Grundsatz: Der Mensch macht die Fotos und nicht die Kamera. Das stimmt aber nur, wenn der Mensch sich Gedanken zum Bildaufbau macht und die technischen Möglichkeiten seiner Kamera nutzt. Das bedeutet: wenn man nur die Vollautomatik nutzt und sich keine Gedanken über die Bildgestaltung macht, dann fotografiert die Kamera und nicht der Mensch. Grob kann man den Weg zu einem bewussten Foto in drei Gruppen gliedern:

1. Imagination - Motiv erkennen oder bewusst provozieren – ein gutes Bild beginnt immer in unserem Kopf

2. Kamera kennen und bedienen können

3. Sehen können was am Bild bearbeitet werden muss oder bearbeitet werden kann

Da die Technik nur ein Teil des Fotografierens ausmacht, kann man auch schon mit einfacheren Kompaktkameras gezielte Fotos machen, aber natürlich hat man mehr Möglichkeiten auf der technischen Seite, wenn man eine Super-Zoom oder eine digitale Spiegelreflexkamera einsetzt. Wenn man aber anfängt sich etwas intensiver mit dem Fotografieren zu beschäftigen, merkt man recht schnell, ob man Feuer fängt und mehr will oder nicht. Wenn man ambitionierter ist, dann lohnt es sich auf jeden Fall etwas Geld in eine bessere Kamera zu investieren. Es muss ja auch nicht gleich immer eine neue sein, bei Ebay gibt es zum Beispiel viele unterschiedliche gebrauchte Kameras für einen fairen Preis.

Das Objektiv einer Kamera funktioniert ähnlich wie unsere Augen. In manchen Punkten ist es besser als unsere Augen, in anderen schlechter. Die wichtigste Vorraussetzung um fotografieren zu können ist Licht, ohne geht es nicht. Doch nicht jedes Licht ist gleich hell, deswegen muss man die Kamera durch verschiedene Einstellungen an die jeweilige Lichtsituation anpassen. Ein weiterer Punkt, den man bei den Einstellungen beachten muss ist das Motiv selbst. Ist es hell oder dunkel, schläft es oder ist es gerade in Bewegung. Für jede Situation braucht man andere Parameter.

Die wichtigsten Parameter an der Kamera, die Sie verändern können, sind:

  • Iso - Lichtempfindlichkeit des Chips
  • Blende – wie viel Licht fällt auf den Chip
  • Belichtungszeit – wie lange fällt die eingestellte Lichtmenge auf den Chip


Fangen wir mit der Isozahl an. Früher gab es mehr oder weniger lichtempfindliche Filme. Heute verändert man die Einstellungen an seiner Kamera. Je höher die eingestellte Isozahl ist, desto „besser“ kann die Kamera in einem schlechten Licht fotografieren. Bei den modernen Kameras entstehen in den hohen Isobereichen hochwertigere Bilder als bei den älteren Modellen, die Technik ist einfach weiter fortgeschritten. Bei älteren und nicht so guten Kameras "rauschen" Bilder recht schnell bei hohen Isozahlen, was einem sonst guten Foto schnell die Qualität nimmt. Auf der anderen Seite kann man dieses Rauchen auch als Stilmittel einsetzen. Am besten machen Sie einfach mal ein paar Testbilder mit verschiedenen Isozahlen. Fotografieren Sie einfach immer das gleiche Motiv im gleichen Licht – am besten für den Test ein etwas schlechteres Licht wählen – mit unterschiedlichen Isozahlen. Der Unterschied lässt sich schnell erkennen, vor allem eben bei älteren Kameras.

Die Blende reguliert die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt. Ist die Blende weit geöffnet, dann fällt viel Licht auf den Sensor, ist die Blende nur gering geöffnet, fällt dem entsprechend wenig Licht auf den Sensor. Das bedeutet, dass wenn man im grellen Sonnenlicht fotografiert, eine geringe Blendenöffnung zu wählen ist, damit das Foto nicht viel zu hell (überstrahlt) wird. Wenn man dagegen im Wohnzimmer an einem trüben Tag fotografiert, braucht man eine weit geöffnete Blende damit möglichst viel Licht auf den Chip fällt und eine hohe Isozahl, damit das Bild nicht zu dunkel wird. Für viele ist die Bezeichnung „große und kleine Blende“ verwirrend, weil sie genau umgekehrt zur tatsächlichen Blendenzahl (f) ist. Das Prinzip wird aber ganz einfach, wenn man es sich visualisiert. Es liegen ein paar einfache physikalische Grundsätze vor.

Große Blende: Die Blendenzahl ist bei der großen blende klein, zum Beispiel  f 1,8. Da aber bei f 1,8 die Blende ganz weit geöffnet ist, wird sie große Blende genannt.

Kleine Blende: Je höher die Blendenzahl, desto kleiner wird die Öffnung, deswegen nennt man sie kleine Blende. Es fällt jetzt nur noch wenig Licht auf den Sensor.

Man kann mit der Blende auch noch den Schärfebereich eines Fotos beeinflussen. Wenn die Blende weit geöffnet ist (große Blende = kleine Blendenzahl), dann ist der Schärfebereich im Foto geringer als bei einer gering geöffneten Blende (kleine Blende = große Blendenzahl). Auch das ist wieder ein einfaches physikalisches Prinzip: Gehen Sie mal auf die Strasse und suchen sich einen entfernteren Schriftzug - Reklame, Straßenschild – das Sie zwar sehen könne, aber dessen Schrift für Sie nicht mehr ganz scharf ist. Nun nehmen Sie Ihre beiden Zeigefinger und Daumen und bilden mit ihnen ein klitzekleines Loch. Wenn Sie jetzt mit einem Auge durch dieses Loch blinzeln und sich die Schrift  genau angucken, ist diese für Sie schärfer geworden. Das gleiche Prinzip gilt auch bei den Blenden. Wenn Sie mit einer geringen Blendenöffnung fotografieren, erweitert sich der Schärfebereich auf Ihrem Foto. Auch das kann man mit einigen Übungsfotos mit verschiedenen Blendenzahlen gut testen. (Testserie mit immer gleicher Zeit und Isozahl aber mit wechselnden Blenden)

Zum Schluss die Belichtungszeit. Sie gibt an in welchem meist Bruchteil einer Sekunde der Sensor belichtet wird. Bin ich in einem dunklerem Raum reichen eine weit geöffnete Blende und eine hohe Isozahl alleine nicht aus, ich muss auch eine größere Zeitdauer des Lichteinfalls wählen, damit das Foto gelingt. Ohne Licht geht beim Fotografieren gar nichts, wir sehen im Dunkeln ja auch nicht mehr gut. Sind Sie dagegen draußen im hellen Sonnenschein, nutzen Sie eine kurze Belichtungszeit, damit das Bild nicht zu hell – überbelichtet – wird. Das macht unser Auge auch. Wenn wir in die Sonne gucken, blinzeln wir automatisch und verkleinern so die Menge an Licht die in unser Auge fällt.

Ein weiterer wichtiger Punkt im Zusammenhang mit der Belichtungszeit ist die Schärfe bei sich bewegenden Hunden. Um ein scharfes Bild eines rennenden Hundes zu bekommen braucht man mindestens eine Belichtungszeit von 1/500 oder noch weniger. Je schneller sich ein Tier bewegt, desto kürzer muss die Belichtungszeit für scharfe Fotos sein. Wenn man eine zu lange Belichtungszeit wählt, fängt die Kamera in dieser Zeit „mehrere“ Bewegungen ein, das Bild wird unscharf. Diesen Effekt nennt man Bewegungsunschärfe. Gestochen scharfe Bewegungsfotos klappen nur mit einem sehr winzigen Bruchteil einer Sekunde an Belichtung. Auch das kann man gut mit einer Bildreihe testen. (Testserie mit gleicher Blende und Isozahl, dafür aber wechselnden Belichtungszeiten. Das Motiv sollte sich bei diesem Test bewegen – möglich sind Hund, Katze, Mensch oder auch im Wind schwankende Äste oder Blumen.)

Grundregeln:

  • viel Licht = kleine Blende (große Blendenzahl) + kurze Belichtungszeit
  • wenig Licht = große Blende (kleine Blendenzahl) + längere Belichtungszeit
  • sich bewegende Motive = viel Licht + kurze Belichtungszeit

Beim folgenden Link kann man das sehr gut testen.Verändern Sie nach Belieben die Parameter Blende, Zeit und Iso und Sie werden sehen, welch großen Einfluss das auf das Foto hat:

Kamerasimulator

Kameras haben inzwischen jede Menge Motivprogramme, dahinter steckt nichts anderes als diese Einstellungen. Sie sind genauso vollautomatische Programme wie der Automatikmodus. Dahinter liegen Statistiken, die sich auf häufige Motive und Fotografiersituationen beziehen. Diese sind aber nicht auf Katzen und Hunde ausgerichtet. Hier ist es sinnvoll, wenn man seine Kamera richtig bedienen kann und nicht auf fertige Programme zurück greifen muss, um wechselnden Bedingungen gerecht zu werden.

Eine Ausnahme ist die Blenden- und die Zeitautomatik. Wenn man im Serienbildmodus zum Beispiel tobende Katzen auf dem Balkon oder spielende Hunde auf einer Wiese fotografiert, hat man nicht die Zeit permanent alle Parameter den jeweiligen Lichtsituationen (zum Beispiel für Schatteninseln) anzupassen. Da sind diese beiden Halbautomatiken recht hilfreich:

Zeitautomatik: Hier geben Sie der Kamera eine feste Blendengröße vor und die Kamera wählt automatisch je nach Motiv und Licht die passende Zeit aus.

Blendenautomatik: Hier ist es umgekehrt. Sie legen die Zeit fest und die Kamera wählt jeweils die passende Blende. Das nutze ich gerne, wenn ich sich bewegende Katzen im hellen Sonnenlicht fotografiere. Dann stelle ich die Zeit auf 1/500 oder noch kürzer; damit gibt es keine Bewegungsunschärfe in den Bildern und ich fotografiere im Serienbildmodus.

Das sind nun die wichtigsten technischen Grundlagen. Wenn Sie diese verstanden haben und dank einiger Übungen darüber beim Fotografieren nicht mehr nachdenken was Sie genau einstellen müssen – über das Schalten des Ganges beim Autofahren denken Sie ja auch nicht mehr nach – dann ist die Grundlage des Fotografierens gelegt. Schauen Sie sich am besten in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera an, wo Sie welche Einstellungen vornemen können und machen die nächsten Tage viele Übungsfotos.

Für alle Kompaktkamerabesitzer: Die meisten dieser Kameras bieten keine Möglichkeit an Blende oder Zeit einzustellen, meist kann man aber die Isozahl anpassen. Man kann allerdings über den Belichtungsfaktor – meist in 1/3 – Schritten, die Belichtung etwas beeinflussen, am besten probieren Sie dies auch mal mit gleichem Motiv bei gleichem Licht aus. Wenn Sie tobende Hunde fotografieren wollen, müssen Sie einmal schauen, ob der Automatikmodus oder doch vielleicht ein Motivprogramm wie der Sportmodus bessere Ergebnisse erzielen.

Bildgestaltung

Nach dem technischen Bereich wenden wir uns jetzt der Bildgestaltung zu. Vergessen Sie dabei aber bitte nicht die bisherigen Übungen, diese können bei jeder praktischen Übung mit eingebaut werden. Machen Sie immer – wenn möglich – mehrere Bilder mit mehreren Einstellungen, so kriegen Sie immer mehr ein Gefühl für die passenden Parameter für eine Situation.

Für viele Fotografien gilt: Das Bild entsteht zuerst im Kopf. Das kann auf zweierlei Arten geschehen. Zum einen hat man ein bestimmtes Bild vor Augen und überlegt, wie man es praktisch umsetzen kann. Zum anderen sieht man eine bestimmte Situation, ein bestimmtes Motiv und überlegt davon ausgehend, wie man es am Besten in Szene setzt. Eine dritte Kategorie gibt es auch: die Schnappschüsse. Das sind Bilder, die ohne große Überlegung aus der Situation heraus entstehen. Wenn man Hunde fotografieren will, gibt es einiges zu beachten und viele hilfreiche Kniffe für die Umsetzung.

Immer auf Augenhöhe: Anders gesagt, liegt der Hund am Boden, müssen Sie sich dazu legen. Wenn man einen Hund von Angesicht zu Angesicht fotografisch wiedergeben will, bleibt einem nichts anderes übrig, da Hunde je nach Rasse um einiges kleiner als wir sind und sich oft in Bodennähe bewegen. Denn erst die gleiche Augenhöhe vermittelt dem Betrachter ein Gefühl von Nähe zum Hund. Das gilt auch für Actionfotos. Manchmal kann es natürlich auch ein Stilmittel sein, den Hund von oben herab zu fotografieren.

Die Perspektive, also die Blickrichtung auf das Tier - ist ein wichtiges Gestaltungsmittel mit dem man viele unterschiedliche Wirkungen erreichen kann. Die eine Perspektive lässt das Foto langweilig erscheinen, die andere schafft ein spannendes Bild. Selbst auf Augenhöhe mit dem Hund gibt es noch ganz viele unterschiedliche Perspektiven, am Besten Sie fotografieren Anfangs ein Bild aus ganz verschiedenen Blickrichtungen und entdecken die Möglichkeiten mit der Perspektive zu spielen.

Auf den Hinter- und Vordergrund achten: Bilder die einen unruhigen Hintergrund haben, also wo viele Farben oder zum Beispiel ein Wäscheständer im Hintergrund zu sehen sind, wirken nicht sehr harmonisch. Man kann zum einen – auch bei Schnappschüssen – beim Fotografieren schon drauf achten und eventuell wegen des Hintergrundes eine andere Perspektive wählen. Für das gezielte Fotografieren nehme ich große Tücher oder Laken, die einfarbig sind. Schwarz, weiß und gedeckte Farben sind besser geeignet als knallige oder gar gemusterte Stoffe. Wenn man die Tücher in einer Ecke mit gutem Licht ausbreite –  beispielsweise an der Wand mit Tesakrepp befestigen – dann kommen alle Hunde schnell vorbei und gucken neugierig was man da macht. Und mit Spielzeug und Leckerli kann man sie auch gut auf die gewünschte Position lotsen.

Licht: Man braucht entweder gutes Tageslicht (Sonne) oder helle Lampen. Die dritte Alternative ist der Blitz, doch um mit Blitzlicht „spielen“ zu können und wirklich tolle Bilder damit zu fertigen, braucht man schon viel Erfahrung und eine gute Ausrüstung, denn Blitz ist nicht gleich Blitz. (Bitte blitzen Sie Hunde niemals direkt an, sie haben viel empfindlichere Augen als wir. Sollten Sie keinen drehbaren Aufsteckblitz haben können Sie eine weiße Pappe oder ein weißes Papier schräg vor den Blitz halten, damit das Blitzlicht nach oben über den Hund geleitet wird.) Zurück zum Licht: Licht ist eines der wichtigsten Gestaltungsmittel in der Fotografie. Das gilt sowohl für die Sonne, als auch für Lampen. Wer zuhause, also indoor, auch bei trübem Wetter oder in einer eher dunklen Wohnung fotografieren will, kommt um die Anschaffung mindestens zwei heller Lampen nicht drum herum. Für den kleinen Geldbeutel eignen sich sehr gut Baustrahler mit weißem Licht. Wer mehr Geld ausgeben will, bedient sich an der großen Auswahl an Fotolampen. Licht ist auch immer ein Zusammenspiel mit Blende und Zeit, beide regulieren ja die Lichtmenge und die Belichtungsdauer; man kann mit Blende und Zeit Licht durchaus „gestalten“. Das Ziel ist mit dem Licht zu „spielen“, besondere Lichtsituationen auszunutzen oder zu schaffen.

Bildaufteilung: Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Platzierung des Motivs innerhalb der Bildgrenzen. Quadratische oder rechteckige Fotos mit einem mittig platzierten Motiv sind recht schnell langweilig. Außerdem ist seit Jahrhunderten bekannt, dass der „Goldene Schnitt“ eine besonders augengefällige Einteilung eines Bildinhaltes ist. Die beiden folgenden Links erklären den goldenen Schnitt sehr anschaulich:

Goldener Schnitt I


Goldener Schnitt II

Bei lebenden Motiven wie Hunden kann man jedoch nicht immer in Ruhe fotografieren und sich lange Zeit für den Bildaufbau lassen. Hier kann es helfen, erstmal an Bildern mitzunehmen was man kriegen kann und hinterher im Fotobearbeitungsprogramm mittels Bildzuschnitt den goldenen Schnitt umzusetzen. Und wenn man den goldenen Schnitt gut beherrscht, kann man auch anfangen ihn kreativ abzuwandeln. Die Bildaufteilung ist ein ganz wesentliches Element neben dem Licht um ein Bild spannend, harmonisch und ansprechend zu gestalten.

Farbe des Motivs: Jede Farbe reagiert anders auf das verwendete Licht. Wenn also zwei Hunde, einer weiß und einer dunkler gestromt, an derselben Stelle im gleichen Licht sitzen, dann braucht jeder Hund andere Einstellungen, oder der eine wird zu dunkel oder der andere zu hell wirken. Besondere Herausforderungen an den Fotografen stellen schwarze oder schwarzweiße Hunde.

Schwarze Hunde: Das schwarze Fell ist besonders schwer zu fotografieren. Wenn man einen schwarzen Hund im hellen Sonnenlicht fotografieren will, erhält man kein schwarz, da sich das Licht in den einzelnen Härchen bricht. Sitzt der schwarze Hund in zu wenig Licht, erhält man eine gleichförmige schwarze und konturlose Masse mit zwei Augen. Für schwarze Hunde ist am besten indirektes Licht geeignet, also bei Sonnenschein im „Schatten“ oder künstliches Licht, wenn sie davon nicht direkt angestrahlt werden.

Schwarzweiße Hunde: Hier liegt die fotografische Herausforderung in dem harten Kontrast zwischen schwarz und weiß. Jede Farbe bräuchte andere Parameter (Blende, Zeit und Iso), deswegen wird meist entweder das weiß zu hell oder das schwarz zu dunkel. Auch hier kommt man mit indirektem Licht weiter. Bei den Einstellungen muss man einen Mittelweg finden, der beiden Farben nahezu gerecht wird.

Bilder provozieren:
Modefotografen haben es in diesem Punkt leicht, sie geben ihrem Model konkrete Anweisungen und diese werden umgesetzt. Doch bei einem Hund kommen Sie mit „bitte in die Kamera schauen“ oder „genau diese Position jetzt halten“ nicht weiter. Hier hilft es sehr, wenn Ihr Hund auf viele Kommandos hört. Außerdem ist es wichtig grundlegende Dinge über das Verhalten von Hunden und die Eigenheiten des eigenen Mitbewohners zu kennen. So können Sie zum Beispiel mit überraschenden Geräuschen Ihren Hund dazu bringen, direkt in die Kamera zu schauen. Mit einem Spielzeug kann man Hunde auf die gewünschte Position locken und sie mit Leckerli oder Leberwurst zum schlecken bringen.

Zoomen: Je nach dem ob sie mit dem Weitwinkel- oder dem Teleobjektiv fotografieren, haben die Bilder eine unterschiedliche Gestaltung und Wirkung. Am besten probieren Sie das mit einem stillen Motiv wie einem Blumenstrauß einmal selbst aus. Fotografieren Sie die Blumen wenn Sie dicht davor stehen und wenn Sie weiter weg gehen und die Blumen heranzoomen. Sie werden die Unterschiede im Bild gut sehen können, so dass Sie später beim Fotografieren Ihres Hundes dieses Wissen auch als bewusstes Gestaltungsinstrument einsetzen können. Wichtig: Bei allen Kompaktkameras und Superzooms sollten Sie auf jeden Fall nur den optischen Zoom nutzen. Den digitalen Zoom deaktivieren Sie am besten. Letzterer ist keine echte Zoomleistung des Objektivs, der digitale Zoom vergrößert nur das Bild auf Pixelebene, was immer zu einem großen Qualitätsverlust des Bildes führt.

Bildbearbeitung: Wie beim goldenen Schnitt schon erwähnt, kann es durchaus notwendig werden, einen Teil der Bildgestaltung hinterher in der Bildbearbeitung vorzunehmen. Es können in manchen Fällen zu helle oder zu dunkle Bilder korrigiert werden, man kann den Bildschnitt verbessern oder gar etwas kreativ in die Bildaussage eingreifen. Später folgt noch mehr zur Bildbearbeitung.

Über jeden dieser Punkte könnte man natürlich Romane schreiben, aber um erstmal einen Einstieg in die tierische Fotografie zu bekommen reicht es aus. Denn vieles lernt man einfach durch üben, üben, üben und ja noch mal üben. Hier nun einige praktische Übungen:

1. Übung Porträt: Gestalten Sie einen ruhigen Hinter- und Vordergrund und legen Sie alle Utensilien wie Kamera, Spielzeug und Leckerli parat. Spätestens jetzt ist Ihr Hund auch schon da, deswegen sollten Sie mit einem Testfoto schon vorher die Parameter für Ihre Kamera und das aktuelle Licht eingestellt haben. Sitzt Ihr Hund bereit, geht es auch schon los. Probieren Sie verschiedene Perspektiven, Parameter, Zoomeinstellungen und Bildaufteilungen aus. Sie werden nach dem Hochladen der Fotos auf den Rechner schnell sehen, welche Bilder Ihnen mehr gefallen und welche weniger. Mit Geräuschen in Kameranähe – zum Beispiel mit der Zunge schnalzen, pfeifen, schmatzen und vielen mehr – locken Sie Ihren Hund Sie und die Kamera direkt anzuschauen. Mit einem geworfenen Ball können Sie seinen Blick in eine bestimmte Richtung lenken, da der Hund dem Ball in der Regel nachschauen wird.

2. Übung tobender Hund: Für diese Übung brauchen Sie sehr viel Licht, am besten wählen Sie direktes Sonnenlicht. Außerdem hat Ihr Hund im Garten oder auf einer großen Wiese einfach mehr Platz zum Toben. Achten Sie bei der Wahl Ihres Standpunktes auf den Hintergrund, der auf den Fotos zu sehen sein wird. Je ruhiger dieser Hintergrund ist, desto mehr tritt Ihr Hund auf dem Bild in den Vordergrund. Am Besten fertigen Sie wieder ein Testbild zur Einstellung der richtigen Parameter, dann sind Sie für Ihren Hund bereit. Werfen Sie ein Spielzeug Ihres Hundes weit weg in Richtung Hintergrund und rufen ihn, nachdem er beim Spielzeug ist, zu sich. Auf seinem Rückweg zu Ihnen können Sie viele tolle Bilder machen. Dabei gibt es viele Variationen: gehender Hund, rennender Hund, im Gras liegender und lauernder Hund, sich wälzender Hund und vieles mehr. Die Belichtungszeit muss wieder auf mindestens 1/500 stehen, noch kürzer wäre besser. Auch hier bietet sich wieder die Halbautomatik an, in der Sie der Kamera die Zeit vorgeben. Der Serienbildmodus ist hier Pflicht! Auch das Spielen mit dem Zoom lohnt sich hier, da es verschiedene Bilder bringt. Viel Spaß und entdecken Sie die verschiedenen Perspektiven.

3. Nah- und Detailaufnahmen: Jeder Hundefreund ist von den Augen, den tollen Pfoten und dem entzückenden Schnauzen seines Hundes begeistert. Bei einer Detailaufnahme konzentrieren Sie sich auf ein Körperteil des Hundes und setzen es ins rechte Licht. Bei allen kleineren Kameras ist die Naheinstellgrenze ziemlich gering, also gehen Sie einfach ganz nah an den Hund heran. Bei den Spiegelreflexkameras bietet sich hier ein Makroobjektiv oder ein Umkehrring an. Wenn ihr Hund einen Lieblingsschlafplatz in Fensternähe hat, ist es einfach ihn im Schlaf zu fotografieren. Vor allem entscheidet hier die Perspektive und natürlich die Schärfe über die Qualität des Fotos. Sollte Ihr Hund nur in dunklen Ecken schlummern, helfen eine helle Lampe und ein hoher Isobereich weiter. Oder Sie platzieren ein kuscheliges Bettchen in gutem Licht und warten – eventuell stunden- oder tagelang – darauf, dass Ihr Hund sich dort nieder lässt. Wenn Ihr Hund aufs Wort gehorcht und dort Platz macht, wo sie Ihn hinweisen, ist das natürlich einfacher. Bei einem wachen Hund wird es schwerer eine gute Detailaufnahme zu machen, allerdings muss er für Augenfotos muss ja wach sein. Das gelingt nur, wenn Ihr Hund gerade relativ entspannt in gutem Licht irgendwo sitzt oder liegt.

4. Übung für provozierte Fotos: Überlegen Sie sich ein paar Bilder, die Sie gerne von Ihrem Hund hätten. Das kann zum Beispiel ein unter einer Decke liegender Hund, bei dem nur die Schnauze rauslugt, an einer Blume schnuppernder Hund oder ein am Knochen nagender Hund sein. Wie immer gilt es Hinter- und Vordergrund in gutem Licht vorzubereiten beziehungsweise draußen auszuwählen. Dann nehmen Sie den Gegenstand Ihrer Wahl wie den Knochen und platzieren ihn günstig auf dem vorbereiteten Fotofeld. Wenn Ihr Hund dazu kommt, geht’s schon los. Wechseln Sie öfters die Perspektive und fotografieren Sie im Serienbildmodus was Ihr Model hergibt. Die Möglichkeiten mit Gegenständen Bilder zu provozieren sind groß, Ihrer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

5. Schnappschüsse: Auch Schnappschüsse wollen vorbereitet sein! Das wichtigste für Schnappschüsse ist eine betriebsbereite Kamera. Aus diesem Grund ist meine Kamera auch immer in dem Raum, in dem ich mich gerade aufhalte, griffbereit. Um auf die möglichen Schnappschüsse gut vorbereitet zu sein, habe ich je nach Wetterlage und Tageszeit schon immer eine Voreinstellung der Parameter getroffen und meistens steht meine Kamera auch auf Serienbildmodus, man weiß ja schließlich nie was kommt. Wenn nun Ihr Hund sich mal wieder malerisch auf Ihrem Sofa platziert, mit dem herzzerreißensten Blick auf Ihr Brötchen schielt, sich zwei Hunde allerliebst in einem Körbchen aneinander kuscheln, brauchen Sie nur noch schnell zur vorbereiteten Kamera zu greifen und abzudrücken. Eventuell ist noch eine schnelle Korrektur der Parameter möglich. So entgeht Ihrer Kamera nichts mehr!

Bildbearbeitung

Bildbearbeitung gehört zum digitalen Fotografieren dazu. Wenn man früher Filme zum entwickeln gab, erledigte das Fotolabor die Bildbearbeitung, in der Regel mit standardisierten Programmen, welche den Fotos oftmals nicht gerecht wurden. Deswegen hatten Profifotografen auch meist eine eigene kleine Dunkelkammer zuhause oder arbeiteten mit speziellen Fotolaboren zusammen.

Damit man auf seinem PC die Farben jedoch richtig bearbeiten kann, muss der Monitor kalibriert werden. Die Werkseinstellungen sind meist zu dunkel und zu kontrastreich. Wer zuhause selber Bilder ausdrucken will, muss auch den Drucker entsprechend einrichten. Weiterführende Infos und einige praktische Hilfen zu diesem Thema finden Sie hier:

Kalibrierung I

Kalibrierung II

Kalibrierung III

Kalibrierung IV

Nur sehr wenige Fotos kommen perfekt aus der Kamera, der Fachausdruck dafür ist „out of cam“. Das gilt für Profi- wie für Amateurfotografen, weswegen man an der Bildbearbeitung nicht vorbei kommt.

Bildbearbeitungsprogramme

Es gibt viele verschiedene Bildbearbeitungsprogramme auf dem Markt. Die großen sind meist kostenpflichtig, die kleineren gibt es oft als Freeware. Damit man Spaß an der Bildbearbeitung hat, muss man sich mit seinem Programm wohl fühlen, es zumindest teilweise auch intuitiv verstehen. Deswegen bietet es sich an, einige Programme auf seinem Rechner zu installieren um sie für sich zu testen. Einige der großen können für ein paar Wochen als Gratis-Test herunter geladen werden. Doch es muss nicht immer das teuerste Programm sein, zum Beispiel ist Photo Filtre sowohl als Freeware, als auch als lizenziertes Programm (mit noch ein paar mehr Funktionen) für rund 35 Euro eine echte Alternative.

Test von Bearbeitungsprogrammen

Downloadangebote

Für komplexere Bearbeitungen von Fotos kann man sich hilfreiche Tipps in vielen Fotoforen holen oder die Suchmaschinen das Internet durchforsten lassen, denn es lassen sich viele gute Informationen zum Thema Bildbearbeitung finden. Es gibt viele Menschen die gerne ihr Wissen zum Thema Fotografie und Bildbearbeitung teilen und einem kompetent weiterhelfen.


Bildbearbeitung
Üben, üben, üben, das gilt auch für die Bildbearbeitung. Wenn Sie ein Foto in Ihrem Bearbeitungsprogramm hoch geladen haben, dann probieren Sie doch mal viele verschiedene Funktionen aus und entdecken, wie viele Möglichkeiten so ein Programm bietet.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Kameraeinstellungen zur Bildqualität, viele moderne Kameras bieten hier einiges. Sie sind qualitativ auf der sicheren Seite, wenn Sie die höchste Bildgröße auswählen, aber die Bildverbesserungsfunktionen Ihrer Kamera nicht nutzen. Die Bearbeitung am Bildschirm ist besser und sie können immer wieder zum Urzustand Ihres Fotos zurückkehren. Wenn Sie aber zum Beispiel die Schärfefunktion Ihrer Kamera nutzen, kann am PC nichts mehr geändert werden. Also höchste Bildgröße an der Kamera einstellen und den Rest einer Bearbeitung lieber manuell am Rechner vornehmen. Tipp: Wenn Sie ein Bild bearbeitet haben, speichern Sie es immer unter einem neuen Namen ab, damit Sie das Originalbild nicht verlieren. Es kann sein, dass Sie es später noch mal anders bearbeiten wollen oder Ihre Bearbeitung missglückt. Dann werden Sie froh sein, das Originalbild noch zu haben.

Für die realitätsnahe Wiedergabe eines Fotos sollten Sie sich mit folgenden Punkten beschäftigen:

  • Weißabgleich – entfernt Farbstiche oder Grauschleier
  • Tonwertkorrektur – hilft bei zu hellen oder zu dunklen Fotos
  • Schärfe – Vorsicht bei den feinen Barthaaren, dort bilden sich „Treppchen“ wenn man zuviel schärft
  • Unschärfe – um zum Beispiel den Hintergrund unschärfer zu machen
  • Stempelfunktion – zum Wegstempeln oder Verändern unerwünschter Bildteile
  • Auswahlfunktion – um einzelne Bildteile zu bearbeiten
  • Ausschneiden – um das Bild im Sinne der Bildgestaltung zu recht zu schneiden
  • Schwarzweiß – am Besten das Bild in Farbe fertig bearbeiten und erst zum Schluss auf schwarzweiß gehen
  • Kontraste – falls der Farbkontrast zu lasch ist
  • Rauschreduzierung – unterdrückt das Rauschen ausgewählter Bildabschnitte

Das sind nur die wesentlichsten Funktionen, Ihr Programm bietet Ihnen noch eine Menge mehr an!

Eine gelungene Bildbearbeitung setzt allerdings ein genaues Sehen voraus. Wenn Sie ein unscharfes Bild nicht als unscharf erkennen oder nicht sehen, dass weiße Fellpartien völlig überstrahlt sind, dann fehlt der Lerneffekt, der Sie weiter bringt. Allein deswegen ist ein Austausch mit anderen fotografierenden so wichtig, man lernt sehr viel in einem Gespräch über ein Foto.

Wie bei vielem anderen gilt auch für das Fotografieren und Bearbeiten: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wenn man etwas gut können will, muss man es lernen. Bei der Fotografie lernt man sehr viel durch die Praxis, also üben, üben und üben. Doch wie jedes Hobby kostet auch das Fotografieren seine Zeit, man lernt es nicht im vorbeigehen. In Fotoforen oder im Internet kann man sich allgemeine oder individuelle Hilfe holen und im Austausch mit anderen noch mehr lernen. Außerdem wird Sie jedes qualifizierte Lob eines Ihrer Bilder sehr stolz machen.

Wenn Sie sich über das Thema gerne weiter austauschen wollen, dann schauen Sie gern auf unserer Facebook-Seite vorbei!

© Katja Tuszynski 2012 – www.marcating.de

© Quelle aller Fotos in diesem Artikel: www.sxc.hu