Arzneimittelunverträglichkeiten und Nebenwirkungen

Einige Tierhalter schrecken vor der Eingabe von Medikamenten bei Ihren Vierbeinern zurück, weil sie die Sorge haben, dass ihr Hund das Medikament nicht vertragen könnte. Nicht wenige Medikamente haben neben der erwünschten Wirkung – der Heilung der Krankheit – auch unerwünschte Nebenwirkungen oder können im Einzelfall zu einer allergischen Reaktion führen.
Produkte aus unserem Shop:

Nebenwirkungen

Unerwünschte Nebenwirkungen sind Reaktionen des Körpers auf die eingenommene Medizin, die mehr oder minder das Wohlgefühl beeinträchtigen oder die Symptome der Krankheit verschlimmern können beziehungsweise weitere unangenehme Symptome hervorrufen. Welche genau das sein können muss im Beipackzettel aufgeführt sein. Am Besten heben Sie diesen Beipackzettel für die Dauer der Behandlung auf.

Antibiotika

Eine bekannte Medikamentengruppe, die häufiger zu Nebenwirkungen führt, sind Antibiotika. Sie werden gegeben, wenn eine bakterielle Infektion diagnostiziert wurde. Antibiotika töten Bakterien ab oder verhindern ihre Vermehrung. Dabei können sie jedoch nicht zwischen den krankheitsverursachenden „schlechten“ Bakterien und jenen welche der Körper braucht, den „guten“ Bakterien,  unterscheiden. Jedoch benötigen alle Säugetiere die „guten“ Bakterien im Darm, sie sind Bestandteil unseres Immunsystems. Die Einnahme eines Antibiotikums kann so die natürlich vorkommende, notwendige Bakterienflora des Darms aus dem Gleichgewicht bringen. Durchfall ist daher eine der häufigeren Nebenwirkung bei einer Antibiotikaeinnahme. In einigen Fällen kann es ratsam sein, nach der Therapie die Darmflora mit geeigneten Mitteln wieder aufzubauen. Das gleiche Prinzip des „Darmflora Angreifens“ kann auch von Pilz- oder Wurmmitteln hervorgerufen werden, auch hier ist Durchfall eine bekannte Nebenwirkung. Ob das Mittel abgesetzt werden muss hängt von der Stärke des Durchfalls ab.

Bitte besprechen Sie das eventuelle Absetzen von Antibiotika dringend mit Ihrem Tierarzt, denn ein zu früher Einnahmestopp kann auch zu Resistenzen bei Bakterien führen. Diese Krankheitserreger können dann nur mit einem noch stärkeren Antibiotikum behandelt werden!

Mehr über die Wirkung von Antibiotika finden Sie hier:

Wikipedia über Antibiotika

Richtige Einnahme von Antibiotika

Kortison

Ein weiteres nebenwirkungsreiches Medikament ist Kortison. Kortison ist ein körpereigenes Hormon und wird von der Nebennierenrinde prodiziert. Wenn es therapeutisch verwendet wird, liegt die tägliche Dosis meist über dem natürlichen Hormonspiegel, weshalb es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann. Eine Wirkung von Kortison ist die Unterdrückung des eigenen Immunsystems. Diesist vor allem bei allergischen Erkrankungen sehr wichtig. Die Folge ist allerdings eine größere Infektanfälligkeit. Kortison wirkt außerdem entzündungshemmend, es wird oft bei chronischen Entzündungsprozessen – sowohl auf Organebene, als auch bei Hauterkrankungen - eingesetzt. Die bekannten unerwünschten Nebenwirkungen wie zum Beispiel Wassereinlagerungen im Gewebe, Vollmondgesicht, Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Gewichtszunahme, Bluthochdruck, Infektanfälligkeit und einige andere treten vor allem auf, wenn Kortison über einen längeren Zeitraum verabreicht wird.

Mehr über die Wirkung von Kortison finden Sie hier:

Wikipedia über Kortison

Nebenwirkungen von Kortison

Generell kann jedes Medikament zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Bitte beobachten Sie Ihren Hund genau und informieren Sie im Zweifel immer sofort Ihren Tierarzt!

Arzneimittelüberempfindlichkeit

Weitere bekannte Reaktionen auf Medikamente sind allergische oder pseudoallergische Reaktionen sowie andere Überempfindlichkeiten. Einfach ausgedrückt reagiert der Körper auf das Medikament, als wäre es ein Krankheitserreger oder der Wirkstoff wird nicht vertragen. Es kann zu Hautirritationen (zum Beispiel Rötungen, Blasen, Ekzeme, Juckreiz, Entzündungen), Atem- oder Kreislaufproblemen kommen. Bei einer Allergie auf den entsprechenden Wirkstoff kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Weitere Überempfindlichkeitsreaktionen sind Erbrechen, Durchfall, Speicheln oder Schaum aus Mund oder Nase, Anschwellen des Kopfes oder sowie ein torkelnder Gang.

Wenn Ihr Hund nach der Einnahme auf ein Medikament besonders reagiert, ist sofort der Tierarzt zu informieren. Er kann entscheiden ob es eine Unverträglichkeit oder eine Nebenwirkung ist und wie am Besten weiter vorgegangen werden soll. Wenn er außerhalb der Sprechzeiten nicht zu erreichen ist, sollte sicherheitshalber in der nächstgelegenen Tierklinik angerufen werden.

Falls Sie sich gern zum Thema austauschen möchten oder weiter Informationen suchen, dann schauen Sie doch einmal auf unsere Facebook-Seite vorbei!


© Katja Tuszynski 2012 – www.marcating.de