Diabetes bei Hunden

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Diabetes oder „Zuckerkrankheit“ beim Hund verläuft ähnlich wie beim Menschen. Der Hund hat vermehrt Durst, öfter Urinabsatz und ist häufig hungrig bei gleichzeitigem Gewichtsverlust.
Es können auch Fellveränderungen und Linsentrübungen auftreten. In schweren Fällen führt eine Diabetes zu Erbrechen, Kreislaufkollaps und Blutwertveränderungen. Falls Sie verdächtige Symptome bei Ihrem Hund feststellen, gehen Sie am besten sofort zum Tierarzt. Diabetes ist leicht zu diagnostizieren und eine schnelle Behandlung ist sehr wichtig, damit ihr Hund wieder stabil wird.

Ursache

Die Ursachen für eine Diabetes beim Hund sind, ähnlich wie beim Menschen, unklar. Auf jeden Fall schützt eine gesunde Ernährung, Bewegung und ein optimales Gewicht  - Ist Ihr Hund zu dick?  - vor einer Erkrankung. Interessanterweise sind 80% der an Diabetes erkrankten Tiere unkastrierte Hündinnen (1).

Diagnose

Der Tierarzt wird Blut und Urin untersuchen, um den Blutzuckerwert und die Fructosamine  zu bestimmen.

Blutzucker: Der normale Glucosegehalt im Blut bei Hunden liegt zwischen 70-138 mg/dL, bzw. 3,9-7,8 mmol/L (4). Wenn der Hund einen dauerhaften Blutzucker über 150 mg/dl, bzw. 8,4 mmol/l hat, leidet er an Hyperglykämie und es könnte sein, dass Ihr Hund Diabetes hat. Der Wert alleine sagt aber nicht viel aus.

Fructosamine: Der Blutzucker kann schnell durch den Stress beim Tierarztbesuch als zu hoch erscheinen, deshalb ist der Fructosamingehalt sehr wichtig. Der Fructosamingehalt, der auch „Blutzuckergedächtnis“ genannt wird, kann Aufschluss darüber geben, wie weit die Diabetes beim Hund schon fortgeschritten ist.  Auch wenn der Hund schon mit Insulin eingestellt ist, gibt das Fructosamin Auskunft über die weitere Behandlung. Ein normaler Fructosamingehalt beim Hund liegt zwischen 258-343 µmol/L (4). Ein zu hoher Fructosamingehalt zeigt eine nicht oder falsch eingestellte Diabetes an. Ich möchte hier aber darauf hinweisen, dass es unter bestimmten Umständen zum einem falschen zu hohen Fructosamingehalt kommen kann (5).

Spezifisches Uringewicht: Bei der Urinuntersuchung wird auch das spezifische Uringewicht (USG) bestimmt. So hat reines Wasser den Wert von 1.000. Wenn die Niere von Ihrem Hund gesund ist, dann wird das spezifische Uringewicht irgendwo zwischen 1.015-1.065 liegen (3). Sehr hohe Werte können bedeuten, dass Zucker im Urin und der Proteingehalt abnormal hoch ist. Allerdings können sehr niedrige Werte auf eine seltene Form der Diabetes insipidus hinweisen.

Neben dem roten und weißen Blubild, kann der Tierarzt auch die Leber- und Bauchspeicheldrüsenenzyme, die Nierenwerte, die Elektrolyte, Gesamtproteine und Blutfettwerte bestimmen. Dies alles gibt in Abhängigkeit zur Blutzuckererkrankung an, wie lange die Diabetes schon unbehandelt oder wie weit sie fortgeschritten ist und eventuell sogar schon einen Schaden angerichtet hat.

Im Gegensatz zum Menschen und zu Katzen ist beim Hund die Insulin-abhängige Form der Diabetes am häufigsten. Dies bedeutet meist, dass der Hund dauerhaft zusätzlich Insulin benötigt.

Behandlung

Sollte es sich um eine unkastrierte Hündin handeln, denken Sie auf jeden Fall mit Ihrem Tierarzt über  eine Kastration nach (1). Falls die Diabetes früh genug diagnostiziert werden konnte, reicht eventuell ein Diätfutter mit Zugabe von Insulin. Wenn der Hund schon länger Diabetes hat, kann es sein, dass der Hund eine Blutübersäuerung hat, eine sogenannte Azidose, die zu diabetischem Koma führen kann.

Auf jeden Fall braucht der Hund Insulin zur Behandlung. Caninsulin® von MSD Animal Health Innovation GmbH, ein Tochterunternehmen von Merck, ist das einzige zugelassene Insulin für Hunde und Katzen und somit das Mittel zur Pflicht. Merck hat hiermit das Monopol zu Behandlung aller Hunde und Katzen mit Diabetes in Europa. Seit 1982 wird das Insulin für den Menschen mikrobiologisch hergestellt, das Caninsulin® wird, wie im letzten Jahrhundert üblich noch aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen gewonnen.

Der Hund muss richtig auf die Insulinbehandlung eingestellt werden. Hier ist es wichtig, dass Sie der Leitlinie von Ihrem Tierarzt folgen. Viele Hunde sind bei etwa 0.2 to 1.0 U/kg Insulin alle 12 Stunden gut eingestellt. Die meisten Autoren empfehlen eine Startdosis von 0.25 U/kg alle 12 Stunden (6).

Füttern Sie Ihren Hund nach der Empfehlung des Tierarztes. Dies wird meistens 2x täglich zusammen mit der Insulin Gabe sein. Am Anfang ist die Beobachtung der Reaktionen Ihres Hundes auf das Insulin besonders wichtig damit er richtig eingestellt werden kann. Bitte erhöhen oder erniedrigen Sie die Insulindosis nicht eigenmächtig ohne Absprache mit dem Tierarzt. Im ersten Monat sollte der Hund mindestens 1x die Woche vom Tierarzt untersucht werden.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne in unserem Pet Club zur Verfügung: Forum von Pets Nature

© Dr. Hannah Miriam Jaag – 2013 – www.hmjaag.de
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Quellen:
(1) Comparative aspects of diabetes mellitus in dogs and cats.  Hoenig M. Mol Cell Endocrinol. (2002)
(2) Study of 253 dogs in the United Kingdom with diabetes mellitus. Davison LJ, Herrtage ME, Catchpole B. Veterinary Record (2005)
(3) Cornell University, College of Veterinary Medicine. Animal Health Diagnostic Center. Webpage (2013)
 (4) 2ndchance.info von Dr. Ronald Hines (2013)
(5) Elevated fructosamine concentrations caused by IgA paraproteinemia in two dogs. Florian Zeugswetter, Miriam Kleiter, Birgitt Wolfesberger, Ilse Schwendenwein, Ingrid Miller. J Vet Sci. (2010)
(6) Effect of insulin dosage on glycemic response in dogs with diabetes mellitus: 221 cases. Hess R, Ward C. . J Am Vet Med Assoc (2000)