HCC - Hepatitis beim Hund

Hepatitis contagiosa canis (HCC) ist eine Virusinfektion, welche heutzutage nur noch selten auftritt. Allerdings ist das Virus häufig an der Ausbildung einer chronischen Leberentzündung bei Hunden beteiligt. Ein akuter Verlauf ist möglich, der vor allem für junge, ungeimpfte Hunde tödlich endet. Es ist möglich, Hunde durch eine Impfung vor einer Infektion zu schützen.

Das Canine Adenovirus-1 (CAV-1) verursacht eine ansteckende und oft tödliche Leberentzündung bei Hunden. Aufgrund konsequenter Impfung wurde die Anzahl der Erkrankungen stark reduziert und spielt in Deutschland keine große Rolle mehr (1). Trotzdem sollte die Krankheit nicht unterschätzt werden, da HCC in Ländern Osteuropas noch häufig vorkommt und das Virus durch unseriöse Hundevermehrer und deren Welpen immer wieder verbreitet wird (2).

Vorbeugung

Laut Impfempfehlung des Bundesverbandes Praktizierende Tierärzte e.V. soll gegen das Hepatitis Virus in der 8. + 12. + 16. Woche eine Grundimmunisierung erfolgen. Es gibt eine sehr wirksame Immunprophylaxe mit einem nah verwandten Virus, dem Caninen Adenovirus-2. Der Erfolg der Grundimmunisierung hängt vor allem vom richtigen Zeitpunkt der Impfung ab. Mehr Informationen zu den Punkten Grundimmunisierung und immunologische Lücke finden Sie in unserem Artikel: Impfungen für den Hund.

Das Canine Adenovirus-1 führt normalerweise nur bei jungen Hunden im Alter unter einem Jahr zu ernsthaften Erkrankungen (3). Aus diesen Gründen kann von einer Auffrischimpfung, nach Prüfung der individuellen Lebenssituation des Hundes, abgesehen werden.

Übertragung und Krankheitsbild

Das Virus wird in großer Menge mit dem Kot und Urin erkrankter Tiere ausgeschieden und ist hoch ansteckend. Nach Aufnahme verteilen sich die Viren über das lymphatische Gewebe der Mandeln im gesamten Körper und befallen anschließend Leber und Nieren. Daraus resultieren die Hauptsymptome der Caninen Hepatitis wie:

  • Gelbsucht
  • Leberschädigung
  • Durchfall
  • Gehirnentzündung


Nach Infektion der Nieren wird das Virus monatelang mit dem Urin ausgeschieden. Aufgrund des breiten Spektrums der betroffenen Organe ist das Krankheitsbild variabel (1). Obwohl alle Hunde an Hepatitis erkranken können, betrifft es am häufigsten und am schwersten Welpen und Junghunde. Besonders schwer erkranken Welpen, die in die sogenannte immunologische Lücke fallen.

Die Diagnose einer Hepatitis ist leicht zu stellen, da sich die Viren sehr einfach im Kot oder Urin nachweisen lassen.

Behandlung

Da es sich hierbei um eine Viruserkrankung handelt, kann eine Antibiotikabehandlung nur unterstützend eingesetzt werden. Zum stimulieren des Abwehrsystems kann ein Hyperimmunserum oder Interferon verwendet werden. Auf jeden Fall sollten alle Maßnahmen mit dem Tierarzt abgesprochen und immer in Abhängigkeit mit dem Zustand des Patienten entschieden werden. 

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© Dr. Hannah Miriam Jaag 2013 – www.hmjaag.de
© Foto: www.sxc.hu

Quellen:
1 Leitlinie zur Impfung von Kleintieren. Ständige Impfkommission 8 (2009).
2 Infectious canine hepatitis in 4 dogs in Switzerland. Müller C. et. al. Schweiz Arch Tierheilkd. (2010)
3 Infectious canine hepatitis and canine acidophil hepatitis. Greene CE, editor. Infectious Diseases of the Dog and Cat. Philadelphia, Pennsylvania: WB Saunders; (1998)