Leptospirose

eine bakterielle Infektion

Die Leptospirose ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die neben anderen Tieren Hunde weltweit betrifft. Eine Sterblichkeitsrate von 10 %, eine komplexe Behandlung  und die Übertragbarkeit auf den Menschen sind Grund genug, diese Erkrankung sehr ernst zu nehmen.

Die Krankheit „Leptospirose“ wird von verschiedenen Bakterien der Gattunt Leptospira verursacht, welche zu den Spirochäten gehören.

Die Klassifizierung der einzelnen Krankheitserreger ist sehr komplex und wird auch regelmäßig neu  organisiert. So wurden offiziell bis 1989 alle pathogenen Stämme Leptospira interrogans zugeordnet und zwischen mehr als 200 Serotypen in 23 Serogruppen unterteilt. Seit neuestem werden die Leptospira aber in 16 Gattungen unterteilt in denen sich unter anderem. Leptospira interrogans, L. noguchii, L. kirschneri, befinden. In Laboren und Tierkliniken wird meistens noch zwischen den alten Serotypen unterschieden (1).

Geimpft wird mit den inaktivierten Serotypen canicola und icterohaemorrhagiae, die früher die meisten Probleme bereitet haben. Seit aber gegen diese Stämme geimpft wird, hat sich das Spektrum der Erkrankungen mehr in Richtung bratislava, grippotyphosa, mozdok, pyrogenes, paidjan, tarassovi, ballum, hardjo und pomona verschoben (2). Seit 2012 gibt es auch einen Impfstoff, der gegen vier Serogruppen von Leptospira interrogans (L. interrogans Serogruppe Canicola Serovar Canicola, L. interrogans Serogruppe Icterohaemorrhagiae Serovar Copenhageni, L. interrogans Serogruppe Australis Serovar Bratislava, L. kirschneri Serogruppe Grippotyphosa Serovar Bananal/Lianguang) wirkt. Eine Impfung gegen diese Leptospirose Serotypen schützt nur etwa 8-12 Monate.

Übertragung

Leptospirosen können direkt oder indirekt durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser übertragen werden. Normalerweise kommen sie über die Schleimhäute in den Körper, können aber unter Umständen auch durch die Haut eindringen. Temperaturen über 50ºC töten sie ab (1). Die Leptospirose ist auf den Menschen übertragbar und eine meldepflichtige Krankheit. Im Jahr 2011 sind, laut Robert-Koch Institut, 51 Menschen in Deutschland daran nachweislich erkrankt. Leptospirosen können alle Säugetiere befallen und sind sehr häufig bei Rindern, aber auch bei Schafen, Ziegen, Schweinen, Pferden; nur Katzen bekommen diese Krankheit relativ selten. Von den wild lebenden Tieren stellen Ratten und Mäuse ein grosses Reservoir an unterschiedlichen Serotypen. Häufig erfolgt die Ansteckung durch das Trinken von mit Mäuseurin kontaminiertem Wasser, beispielsweise aus Pfützen.

Die Inkubationszeit bei Hunden beträgt zwischen 4-12 Tagen (2).

Krankheitsverlauf

Die Krankheitsanzeichen und der Verlauf sind bei Hunden sehr unterschiedlich. Es können

  • Fieber
  • Depression
  • Fressunlust
  • Erbrechen
  • Steifheit
  • Zittern und
  • allgemeine Schwäche

auftreten. Oft gibt es Nekrosen an den Schleimhäuten. Später kommen Anzeichen von Nierenschwäche, wie Blutungen und häufiger Harndrang. Einige Hunde sterben plötzlich und ohne klinischen Anzeichen an Nierenversagen. Diese Hunde waren meistens am Serotyp L. grippotyphosa erkrankt (1). Bitte suchen Sie sofort Ihren Tierarzt auf, wenn Ihr Hund mehrere Symptome unklarer Ursache hat.

Diagnose

In akuten Fällen können Leptospiren im Blut und der Milch nachgewiesen werden. Bei chronischen Fällen manchmal im Urin (1+2). Die am häufigsten verwendeten Methoden für die Diagnose sind der Mikroagglutinationstest (MAT), der Immunfluoreszenztest (IFA) oder ELISA. Der Antikörpertest verläuft bei jungen Hunden oft in den ersten Krankheitswochen negativ, deshalb sollte im Abstand von 1-2 Wochen eine zweite Blutserumprobe untersucht werden. Alle direkten Methoden sind nur im Falle eines positiven Ergebnisses beweisend, ein negativer Test kann die Anwesenheit der Bakterien nie ausschließen (3).

Behandlung

Eine sofortige Antibiotika Behandlung ist sehr wichtig, um die Bakterien abzutöten und das Risiko tödlicher Komplikationen zu vermeiden. Das einzusetzende Antibiotikum hängt vom Serotypen ab. Es können Tetracycline, Ampicillin, Dihydrostreptomycin, Streptomycin und Fluoroquinolones eingesetzt werden (2).

Laut Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. soll am Anfang Ampicillin (22 mg/kg alle 8 Stunden intravenös.) oder besser noch Amoxicillin (22 mg/kg alle 12 Stunden intravenös) appliziert werden. Diese Medikamente verhindern die Ausscheidung und Übertragung der Erreger binnen 24 Stunden nach Beginn der Therapie (3). Allerdings schaffen sie es weder die Erreger aus den Nieren zu eliminieren, noch den Trägerstatus zu beenden oder eine Dauerausscheidung zu verhindern. Daher muss unter allen Umständen eine zweite Behandlungsphase folgen, um den Trägerstatus zu beenden. Mittel der Wahl hierfür ist Doxycyclin (5 mg/kg alle 12 Stunden oral 3 Wochen). Die Behandlung mit Doxycyclin sollte begonnen werden, sobald der Zustand des Tieres die Verabreichung erlaubt (3).

Weitere Informationen zu Leptospirose finden sie auf tierklinik.de

Für weitere Fragen zum Thema stehen wir Ihnen gerne in unserem Pet-Club zur Verfügung: Forum Pets Nature

© Dr. Hannah Miriam Jaag – 2013 – www.hmjaag.de
ergänzt und aktualisiert von Tanja Eschkotte (TMFA) im April 2016

Foto1: Wikipedia
Foto2: © Thomas Kring

Quellen:
1 Prevalence of the Leptospira serovars bratislava, grippotyphosa, mozdok and pomona in French dogs. Claire Renaud et. al., The Veterinary Journal 196  (2013)
2 Leptospirosis. Center for Food Security and Public Health. College of Veterinary Medicine Iowa State University (2005)
3 Leitlinie zur Impfung von Kleintieren. Ständige Impfkommission 8/2009
MSD Tiergesundheit
tierklinik.de/
Laboklin - Labor für klinische Diagnostik