Mittelmeerkrankheiten von Hunden

Canine Vector-borne Diseases

Tierschutz wird immer globaler und hört zum Glück nicht mehr an der eigenen Landesgrenze auf. Immer häufiger kann man heutzutage Hunden aus Süd- und Osteuropa auf der Hunderunde begegnen und ihr besonderes Wesen hat schon viele Menschen erobert. Doch in anderen Ländern herrscht ein anderes Klima, deswegen können Hunde für diese Regionen typische Erreger und Parasiten mitbringen. Die sogenannten Mittelmeerkrankheiten sind eine Reihe von Parasiten aus Süd- und Südosteuropa, die auch für Menschen und vor allem für kleine Kinder nicht ungefährlich sein können. Hunde aus seriösem Tierschutz sind immer getestet. Allerdings gibt es leider auch unseriöse Vereine und teilweise kriminelle Welpenvermehrer, bei denen einzig der Profit im Vordergrund steht. Sollten Sie sich bezüglich der Herkunft Ihres Hundes unsicher sein, können Sie oftmals über das Internet gute Rechercheergebnisse erzielen.

Ich will Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Mittelmeerkrankheiten vorstellen, damit Sie wissen auf was Sie vor der Adoption eines Hundes aus dem Ausland achten sollten.

Wichtig: Lassen Sie sich unbedingt immer die schriftlichen Unterlagen  – Blutergebnisse mit verschiedenen Testen und den Impfausweis – Ihres möglichen neuen Familienmitgliedes zeigen. Aber bitte beachten Sie, dass auch seriöse Tests nicht immer zu 100% eine Sicherheit vor den Krankheiten bieten. Eine Erkrankung ist nicht nur finanziell, sondern auch emotional, nervlich und zeitlich ein Kraftaufwand, es ist immer schwer seinen Freund leiden zu sehen.

Leishmaniose

Leishmanien sind eine Zoonose – also auch auf den Menschen übertragbar –  und kommen südlich vom 45. Breitengrad vor. Die Parasiten gelangen durch einen Stich der Sand- oder Schmetterlingsmücke in das Blut und oft wird die Krankheit von einem Urlaub mitgebracht. Eine Ansteckung direkt vom Hund auf den Menschen könnte durch eine Hautverletzung möglich sein. Inzwischen wurde aber die Sandmücke auch schon in Deutschland nachgewiesen.

Die Inkubationszeit kann Jahre dauern. Wenn die Krankheit ausbricht hat der Hund Haarausfall, angeschwollene Lymphknoten und Hautausschläge mit schuppigen Stellen auf dem Nasenrücken, den Ohrenspitzen oder auch im Bereich der Augen, die sogenannte "Brillenbildung".
Eine sehr gute Hilfe bei Leishmaniose beim Hund bietet die folgende Webseite:

Leishmaniose Hund

Babesiose

Babesien werden durch Zecken, in Deutschland vor allem durch die Auwaldzecke, übertragen. Die Hunde-Babesien stellen für Menschen keine Gefahr dar. Seit der Ausbreitung der Auwaldzecke in verschiedene Regionen Deutschlands ist eine starke Zunahme von Erkrankungen bei Hunden, die Deutschland nie verlassen haben, zu beobachten. (1)

Auwaldzecke Verbreitungsgebiet in Deutschland


Achten Sie auf einen ausreichenden Zeckenschutz bei Ihrem Hund. Es gibt eine Reihe bewährter Spot on‘s und andere Zeckenmittel, die auf jeden Fall ungefährlicher sind als eine Impfung gegen Babesiose und Borreliose. Weitere Informationen zum Thema Zecken finden Sie in unserem Ratgeber.

Ehrlichiose

Ehrlichia canis ist ein Bakterium, das durch die Braune Hundezecke übertragen wird und die nördlich der Alpen nur in beheizten Räumen überlebensfähig ist. Die Inkubationszeit beträgt etwa drei Wochen.

Auch hier gilt: Achten Sie auf einen ausreichenden Zeckenschutz bei Ihrem Hund.

Herzwurmerkrankungen

Herzwurm oder Dirofilaria immitis ist ein parasitärer Fadenwurm, der durch Moskitos übertragen wird. Der Wurm benötigt für sein Lebenszyklus mindestens zwei Wochen über 27°C in der Stechmücke und eine Ansteckung ist deshalb bei niedrigeren Temperaturen keine Gefahr.

Nach einer Infektion kommt es zu einer Inkubationszeit von über 6 Monaten während sich die Larven über den ganzen Körper verteilen. Die dann erwachsenen Würmer sammeln sich meist im Herz an und entwickeln neue Larven, die sich im Blut verteilen.

Es gibt sehr gute Medikamente gegen Herzwürmer, diese sollten aber nur in Absprache mit einem Tierarzt verabreicht werden, da bei einem starken Befall die sterbenden Würmer zu einem Organversagen führen können.

Für weitere Fragen zu diesem und anderen Themen stehen wir Ihnen gerne in unserem Forum von Pets Nature zur Verfügung: Pet-Club

© Dr. Hannah Miriam Jaag – 2013 – www.hmjaag.de

© Fotos: Wikipedia

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Quellen:
1 Leitlinie zur Impfung von Kleintieren. Ständige Impfkommission 8 (2009).
2 Infectious canine hepatitis in 4 dogs in Switzerland. Müller C. et. al. Schweiz Arch Tierheilkd. (2010)
3 Infectious canine hepatitis and canine acidophil hepatitis. Greene CE, editor. Infectious Diseases of the Dog and Cat. Philadelphia, Pennsylvania: WB Saunders; (1998)