Pfoten und Pflege

gut "zu Fuß"

Hundepfoten – ein ganzes wünschenswert langes und gesundes Hundeleben ist der Hund auf seinen Füssen unterwegs, barfuß, in der Regel – und die heutige Welt, die unsere Vierbeiner mit ihren Pfoten erfahren und bewandern, wenn sie uns begleiten, stellt mitunter ungleich mehr Ansprüche an die „Laufwerkzeuge“, als dies dem Wolf in seinem natürlichen Umfeld ohne Anspruch des Begleitens durch eine moderne Welt, abverlangt wird.

Daher gilt es, den Pfoten unserer Vierbeiner besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken und gegebenenfalls angemessen zu reagieren, um Probleme und Komplikationen zu vermeiden, beziehungsweise vorhandene Probleme zu erkennen und diese, falls erforderlich, umgehend von einem Tierarzt behandeln zu lassen.

Die Krallen

Tägliche Kontrolle nach Spaziergängen ist notwendig: Ist vielleicht eine Kralle geschädigt, angebrochen oder gar abgebrochen, liegt das Krallenbein (quasi) frei? Es gibt Hunde, die auch eine angebrochene Kralle sofort durch Lahmheit anzeigen und es gibt die „harten Burschen“, die erst dann lahmen und nicht mehr laufen wollen, wenn bereits eine  Entzündung vorliegt. Solche Verletzungen können auch auf ansonsten weichem Waldboden passieren, es muss nur einmal ein Stein vorhanden sein, auf dem der Hund unglücklich mit genügend Schwung mit seiner Pfote landet.

Entdecken Sie also eine auffällige Kralle, auch ohne das Ihr Hund durch lahmen „Aua“ signalisiert, suchen sie am besten direkt einen Tierarzt auf.

Nutzen sich die Krallen Ihres Hundes regelrecht und gleichmäßig ab?

Es gibt in der Regel zwei Gründe, warum dies nicht der Fall sein könnte:

1.    überwiegendes Laufen auf weichem Untergrund, also Waldboden, aber auch lange schneereiche Winter sorgen nicht unbedingt für genügend Abrieb.
2.    Ihr Hund weist eine Fehlstellung in der Pfote auf, die Krallen wachsen in einem ungünstigen Winkel zur Lauffläche und können sich so nicht abnutzen sondern wachsen ungehindert „geradeaus“

In diesen Fällen müssen sie Ihrem Hund mit einer von menschlicher Hand herbeigeführten Kürzung der Krallen helfen oder helfen lassen.

Krallen können geschnitten werden, doch man kann seinen Hund dabei auch erheblich verletzen. Sind Sie sich nicht sicher wie es richtig geht, lassen Sie sich von einem Tierarzt oder Hundefriseur helfen und zeigen, wie sie Ihren Hund nicht verletzen. Im Vorteil ist hier ganz klar, wer einen Hund mit hellen, durchsichtigen Krallen hat, denn der Nerv, das Leben ist gut sichtbar und darf nicht verletzt werden.

Sinnvoll kann es auch sein, die Krallen zwecks Kürzung zu feilen oder zu dremeln (gedremelt wird mit einer elektrischen Feile), dies hat den Vorteil, das gegebenenfalls – je nach Struktur der Krallen – diese nicht (wie beim schneiden) splittern können. Der Nachteil des Dremelns kann darin liegen, dass Ihrem Hund das Geräusch nicht geheuer ist. Hieran müssen Sie ihn erst langsam gewöhnen, damit das Kürzen der Krallen nicht in Stress ausartet! Dies gilt im Prinzip auch für das Feilen: Immer schön langsam üben und wie beiläufig, immer mal wieder.

Die Ballen

Diese stellen die Fußsohlen unserer Hunde dar und haben somit wahrlich eine tragende Rolle. Auch die Ballen sollten täglich nach Spaziergängen einmal kurz gecheckt werden. Drauf schauen und über jede einzelne einmal mit der Fingerkuppe streichen – nicht immer sind Fremdkörperchen ersichtlich (zum Beispiel Dornen oder kleine Glassplitter) und auch nicht immer und nicht jeder Hund zeigt prompt an, das da etwas ist. Sollte er dies allerdings tun, sehen Sie natürlich unterwegs prompt nach. Das tückische an kleinen Splittern und Dornen kann durchaus sein, dass diese in das Innere des Ballens „wandern“ und erst nach einigen Tagen sichtliche Probleme bereiten. Der Hund lahmt und hat Schmerzen, der Ballen ist erhitzt, eine Entzündung hat sich gebildet. Der Fremdkörper muss eventuell, nach entsprechender Diagnostik, regelrecht heraus operiert werden.

Auch zu beachten ist, dass Hunde, die überwiegend im Wald auf weichem Untergrund unterwegs sind, nicht von heute auf morgen beachtliche Strecken auf Asphalt – womöglich noch am Rad – laufen sollten, denn Pfoten können sich wundlaufen! Pfoten brauchen Training um sich dem geforderten Terrain anpassen zu können. Wir können ja auch nicht „mal eben“ barfuß vermutlich auch nur 1 km auf Asphalt laufen, ohne Blessuren davon zu tragen. Die normale Reaktion des Körpers ist es, durch den Aufbau von Hornhaut (Mensch) das darunter liegende sensible Gewebe zu schützen. Und so verhält es sich auch beim Hund – eine „dickere Schutzschicht“ muss erst antrainiert werden.

VORSICHT beim Asphalt-Treten im Sommer - Hundepfoten können auf dem heißen Asphalt gefährliche Verbrennungen davon tragen!

Zehen- und Ballenzwischenräume

Auch hier gilt: Augen auf und regelmäßige Sicht- und Fühlkontrollen und gegebenenfalls einen Tierarzt aufsuchen.

Die Haut zwischen den Zehen ist sehr dünn – auch hier können gut (gerade torpedoförmige) Fremdkörper eindringen - Dornen und ähnliches -  im Sommer sollte man auch an Grannen, die sich in hohem Gras finden, denken. 

Schnittwunden an den Pfoten nimmt man in der Regel leichter wahr, da dies zumeist mit blutigen Spuren einhergeht.

Finden sich Rötungen oder nässende Ekzeme an den Pfoten, oder leckt der Hund ständig an seinen Füssen? Dann suchen Sie bitte einen Tierarzt auf, der die Hautproblematik fachmännisch unter die Lupe nehmen wird um mit Ihnen dann alles weitere zu besprechen.

Je nachdem, wie die Fellbeschaffenheit Ihres Hundes ist, sollten Sie im Auge behalten, das reichlicher Haarwuchs auch vor den Pfoten Ihres Hundes keinen Halt macht und Probleme mit sich bringen kann. Viel Fell zwischen den Ballen kann zu Verfilzungen führen, manchmal werden sogar Fremdmaterialien in die Verfilzungen eingebettet. Dies kann den Hund beim Laufen beeinträchtigen, zu Scheuer- und Druckstellen führen. Das Fell sollte dann an den betroffenen Stellen vorsichtig (mit einer abgerundeten Schere, um Verletzungen zu vermeiden) gekürzt werden.

Pfoten im Winter, Pfoten allgemein

Langes Fell an den Pfoten kann im Winter schön geplante Schneewanderungen mit dem Vierbeiner unverhofft durch Unzumutbarkeit abkürzen – je nach Temperatur und Beschaffenheit des Schnees kann dieser fiese Schneeklumpen an und unter den Hundepfoten bilden. Auch dann kann es Sinn machen, das überlange Fell an und zwischen den Pfoten zu kürzen.

Winter- und Schneezeit bedeutet in unseren Breitengeraden aus Hundehaltersicht vor allem aber Eines: Achtung! Streusalz! Splitt! Wenn möglich, umgehen Sie mit Ihrem Vierbeiner gestreute Wege um so wenig Salzkontakt mit den Pfoten wie möglich herzustellen.

Zuhause angekommen sollten Sie die Pfoten mit lauwarmen Wasser reinigen – achten Sie darauf, ob Ihr Hund an den Pfoten Reizungen oder Risse aufweist.

Es gibt diverse Schutzcremes oder Sprays für empfindliche Hundepfoten um diese vor Rissen und Reizungen zu schützen. Als preisgünstige Alternative kann man auch das Auftragen von Vaseline ausprobieren, um die Pfoten zu schützen.

Gute Dienste können an Wintertagen - so Sie denn Probleme mit empfindlichen Pfoten und arg gestreuten Wegen haben, die sich nicht umgehen lassen – Pfotenschuhe leisten. Diese gibt es in unterschiedlichen Größen und Ausfertigungen im Fachhandel. Lassen Sie sich bei der Auswahl der richtigen Größe vor Ort beraten.

Pfotenschuhe können auch sinnvoll sein, wenn eine Verletzung vorliegt die zuvor schon ein Tierarzt behandelt hat, der nun befindet, der desolate Fuß habe noch vor Umwelteinflüssen geschützt zu werden. Nicht alle Pfotenschuhe sind wirklich wasserdicht, man kann, um sicher zu gehen das von außen keine, eventuell auch noch verkeimte, Nässe an die verletzte Pfote gelangt, für kurze Strecken (die man für gewöhnlich mit einem verletztem Hund zurücklegt) eine reißfeste Tüte um die Pfote mit Verband in den Schuh packen.  Bitte denken Sie aber daran, dass der Hund über seine Pfoten durchaus schwitzt und so eine Tüte nicht atmungsaktiv ist – bei zu langem, andauernden Gebrauch dieser „Konstruktion“ kann so ein ungünstiges, feuchtes Wund- und Umgebungsmillieu geschaffen werden. Diese Maßnahme ist daher  nur als eine kurzfristige Übergangslösung zu sehen.

Zur Unterstützung von gesundem Fell, Haut und Krallen geben Sie ihrem Vierbeiner ab und an ein rohes  Eigelb in den Futternapf. Dies enthält neben diversen Vitaminen, Spurenelementen, essentiellen Fettsäuren und Protein auch eine ordentliche Portion Biotin, welches mit gesundem Wachstum von Haut und Anhängen in Verbindung steht. Bitte verzichten Sie darauf, das Eiweiß mit zu füttern, dies enthält einen Stoff (Avidin) welcher die Aufnahme von Biotin in den Organismus verhindert. Alternativ können Sie auch das Ei kochen und dann komplett verfüttern – man geht davon aus, das Biotin den Kochvorgang übersteht, während das Avidin sich nicht kochfest verhält und weitestgehend zerstört wird.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund allzeit „Gut Lauf“!

Für weitere Fragen und Informationen stehen wir Ihnen gerne in unserem Pet-Club zur Verfügung: Forum von Pets Nature

© Diana Düpmann 2014

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Bild 2 – Diana Düpmann