Tipps zur Stubenreinheit

Stubenrein - aber wie?

Wenn ein Welpe einzieht, steht jeder frischgebackene Hundehalter vor dem Problem „Wie bekomm ich meinen Hund schnell stubenrein?“.
Ein Welpe muss erst lernen, wo und bei welcher Gelegenheit er seine Geschäftchen verrichten darf. Bei der Lösung dieses Problems ist ganz klar an erster Stelle Ihre Aufmerksamkeit gefragt. Sie müssen die Situationen erkennen, in denen Ihr Welpe bald muss. Wie bei kleinen Kindern passiert es dem Welpen, dass er plötzlich und ohne Vorwarnung mal muss. Und schon plätschert es auf den guten Stubenteppich. Als Hundehalter stehen wir nun in der Pflicht, dass wir wissen müssen, wann der Welpe „müssen“ könnte – und entsprechend handeln, bevor das Unglück geschieht.

Generell sollte der Welpe alle zwei bis drei Stunden die Möglichkeit bekommen sich zu lösen. Ein wenig Flexibilität sollten Sie jedoch einplanen: Wecken Sie ihn nicht, wenn er gerade schläft, sondern warten Sie, bis er wach wird. Kleine Hunde brauchen auch ihren Schlaf. Das Letzte, was Sie vor dem Schlafengehen unternehmen sollten, ist der Gassigang. Und entsprechend ist das Erste nach dem Aufstehen der Gang mit dem Welpen.

Allgemein gilt: Ein Hund lernt schneller, besser, freudiger durch Erfolgserlebnisse als durch negative Erfahrungen.
Deshalb besteht Ihre Aufgabe nun darin, dass Sie agieren statt reagieren. Beobachten Sie Ihr Hundekind und passen auf, wann es unruhig wird. Dies kann ein Anzeichen dafür sein, dass es an der Zeit ist, mit ihm raus zu gehen. Nehmen Sie dann Ihren Welpen mit nach draußen und setzen Sie ihn an den Ort, an dem er sein Geschäft – auch in Zukunft – verrichten soll. Wenn er sich dann löst, loben Sie ihn ausgiebig.

Situationen, in denen ein Welpe mal „muss“:

  • nach dem Fressen
  • nach dem Schlafen
  • während des Spielens
  • nach dem Spielen


Geschieht stattdessen das Unglück und er hält nicht dicht, sondern hinterlässt eine Pfütze auf dem Teppich, dann schimpfen Sie nicht mit ihmSie haben ja nicht aufgepasst! Ein „Nein!“ reicht völlig aus, um Ihr Missfallen an seinem Tun kundzutun. Nehmen Sie stattdessen Ihren Welpen umgehend hoch und gehen Sie mit ihm raus. Bringen Sie ihn dorthin, wo er eigentlich hätte machen sollen. Und wenn er sich tatsächlich noch einmal hinhockt und macht, dann loben Sie Ihn wieder ausgiebig. Manch Hund unterbricht auch das Pinkeln, wenn man ihn hochnimmt und dann raus trägt. Sobald man ihn dann absetzt, pinkelt er weiter. Dann bitte wieder doll loben!
Die Pfütze auf dem Teppich, die können Sie auch hinterher noch in Ruhe wegmachen. Es ist wichtiger für den Lerneffekt direkt mit dem Welpen raus zu gehen.

Gehen Sie lieber einmal zuviel als einmal zuwenig. Durch die Erfolgserlebnisse begreift der Welpe viel schneller welches Verhalten von ihm erwünscht ist.

Sollten Sie einmal nach Hause kommen und eine Bescherung vorfinden:
Es nützt überhaupt nichts, wenn Sie den Welpen nun ausschimpfen oder rügen. Nehmen Sie ihn stattdessen schleunigst mit nach draußen, damit er machen kann. Und loben Sie ihn, wenn es klappt.

Überhaupt, äußern Sie Ihren Unmut nur, wenn Sie ihn „in flagranti“ erwischen. Wenn es schon passiert ist, weiß der Welpe nicht, was er verkehrt gemacht hat. Er sieht nur „Herrchen/Frauchen ist böse“, aber den Grund versteht er nicht. Ignorieren Sie dann die Bescherung und gehen Sie mit ihm nach draußen. Vergessen Sie nicht das Lob, wenn das Geschäft erfolgreich draußen erledigt ist!

Bestrafung

Sollte Ihr Welpe sein Geschäft in der Wohnung gemacht haben, wird in älterer Hundeliteratur oft dazu geraten, man solle eine Zeitung zusammenrollen und dem Hund als Strafe einen Klaps geben. Wenn Sie also eine Zeitung zusammenrollen möchten, dann verpassen Sie nicht Ihrem Welpen den Klaps, sondern sich selbst. Denn Sie haben nicht aufgepasst.
Ebenso wird im Volksmunde dazu geraten, den Hund zur Strafe mit der Schnauze in die von ihm gemachte Pfütze zu tunken. Der Hund aber sollte nicht bestraft werden… wenn Sie trotzdem strafen möchten, dann bitte sich selbst. Ich vermute, Sie verstehen, worauf ich hinaus will: Den Hund mit der Schnauze in seinen Urin zu drücken, ist mehr als unangebracht!

Mit Aufmerksamkeit und gutem Timing werden Sie Ihrem Welpen schnell beibringen können, wo er machen darf. Bleiben Sie gelassen, freundlich und geduldig. Wie auch bei Kindern kann immer mal im Eifer des Gefechts ein Unglück geschehen. Wenn Sie aber am Ball bleiben, werden auch Sie bald ein Erfolgserlebnis haben.

Es ist von Hund zu Hund unterschiedlich, wie schnell er lernt stubenrein zu sein. Bei manchen Welpen klappt es innerhalb weniger Tage schon annähernd zu 100%, wogegen manch anderer Welpe vielleicht über Monate hinweg immer mal wieder „nicht dicht hält“. Auch hier ist es wie mit Kindern: Die einen lernen das Sitzen, Krabbeln, Laufen und Sprechen schnell und andere brauchen dafür eben länger.


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