Australian Kelpie

Um 1870 wanderte eine gewisse Familie Rutherford von Schottland nach Australien aus und brachte ein paar schwarze oder black-and-tan-farbige Collies in ihre neue Heimat mit. Die Hunde paßten sich den neuen Verhältnissen erstaunlich gut an und wurden bald unter den Farmern wegen ihrer guten Arbeitsleistungen sehr beliebt. Man kreuzte sie mit anderen, vorwiegend aus England stammenden Hütehunden. Es wurde oft behauptet, die Farmer hätten einheimische Dingos in die Kelpie-Zucht eingekreuzt. Nun ist es zwar durchaus möglich, daß es draußen auf den Farmen bisweilen zu einer ungewollten Verpaarung zwischen einem Dingo-Rüden und eine Kelpie-Hündin gekommen ist, aber für eine bewußte Einkreuzung von Dingos fehlen jegliche Beweise.

Allgemeines

Widerristhöhe: Rüden etwa zwischen 46 und 51 cm, Hündinnen zwischen 43 und 48 cm.

Gewicht: 11 bis 20 kg.

Farbe: Schwarz, Black and Tan, Rostbraun, Falbfarben, Schokoladenbraun und Braunschwarz.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 bis 14 Jahre.

Andere Namen: Kelpie, Barb

Anerkennung durch: FCI (Fédération Cynologie International)

FCI-Gruppe 1: Treib- und Hütehunde

 

Geschichte

Um 1870 wanderte eine gewisse Familie Rutherford von Schottland nach Australien aus und brachte ein paar schwarze oder black-and-tan-farbige Collies in ihre neue Heimat mit. Die Hunde paßten sich den neuen Verhältnissen erstaunlich gut an und wurden bald unter den Farmern wegen ihrer guten Arbeitsleistungen sehr beliebt. Man kreuzte sie mit anderen, vorwiegend aus England stammenden Hütehunden. Es wurde oft behauptet, die Farmer hätten einheimische Dingos in die Kelpie-Zucht eingekreuzt. Nun ist es zwar durchaus möglich, daß es draußen auf den Farmen bisweilen zu einer ungewollten Verpaarung zwischen einem Dingo-Rüden und eine Kelpie-Hündin gekommen ist, aber für eine bewußte Einkreuzung von Dingos fehlen jegliche Beweise.

Den Namen "Kelpie" erhielten sie offenbar von einem Farmer namens Gleason, der ein Pferd gegen eine Schafhütehündin aus der Rutherford-Linie eintauschte und sie Kelpie nannte, was auf Gälisch "Geist des Wassers" bedeutet. Sie muß eine vorzügliche Arbeitshündin gewesen sein und wurde zweimal mit dem schwarzen Rüden Moss aus der Rutherford-Linie gedeckt und später noch mit einem black-and-tan-farbenen Rüden namens Cäsar, der direkt aus Schottland nach Australien gekommen war. Eine kleine schwarz-rote Hündin, die aus dieser Verbindung hervorging, wurde an einen gewissen Mr. King verkauft, der ihr den gleichen Namen gab, den auch ihre Mutter trug: Kelpie. Im Jahr 1873 siegte diese Kelpie bei einem Wettbewerb für Hütehunde, und ab diesem Zeitpunkt begann auch die Selektion der Rasse, die schließlich anerkannt wurde. Als man im Jahre 1908 bei der ersten Royal Show in Mellbourne zwei Kelpies vorstellte, schnitten diese unter den Augen der Richter gleich sehr gut ab.

Diese kurzhaarige Hund wurde für die sehr schweren Bedingungen (Bodenbeschaffenheit, glühend heiße Sommer, kalte, stürmische Winter) der australischen Weidegebiete geschaffen und zeigt eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit an verschiedenste klimatische Bedingungen - auch in anderen Ländern.

Heute sind in Australien zwischen 70.000 und 80.000 Kelpies bei den riesigen Schafherden im Einsatz. Sie werden aber auch als Treibhunde bei den Rinderherden eingesetzt. Sie gelten als außerordentlich arbeitswillig, sind jedoch oft eigensinnig und eignen sich deshalb nicht unbedingt als reine Begleithunde in städtischen Verhältnissen. Außerdem würden sie vor lauter Langeweile eingehen.

Früher wurden die Kelpies in zwei Varianten eingeteilt, je nachdem, welche Fellfarbe sie hatten. Es gab die schwarzen ... und die anderen Kelpies. Die schwarzen Hunde wurden "Barb" genannt. 1943 wurden bei einer Hundeausstellung in Caberra elf Barbs vorgestellt. Zwar hat man diese Unterscheidung nach und nach wieder fallenlassen, doch die alten australischen Farmer nennen ihre schwarzen Kelpies auch heute noch Barbs.

 

Wesen, Haltung

Er ist in der Lage, mehr als 60 km am Tag zurückzulegen, wenn er seine große Schafherde ohne Unterlaß umkreist und dahin führt, wo er will. Der robuste Kelpie hat wirklich unschätzbare Qualitäten. Außerhalb seiner Heimat ist er praktisch unbekannt. Doch in Australien ist er sehr verbreitet und seine Talente als Arbeitshund stehen bei seiner Zucht nach wie vor im Vordergrund.

Nach rund einem Jahrhundert Arbeitspraxis ist der Kelpie heutzutage auf dem Gipfel seines Könnens angelangt. Auf der größten Insel der Welt gibt es etwa 150 Millionen Schafe. Auf den anderen Kontinenten sind die Hütehunde heute praktisch meist "arbeitslos", doch bei der Masse an Schafen ist das in Australien natürlich anders: Dem Kelpie geht die Arbeit eigentlich nie aus. Die wichtigsten Qualitäten sind seine Robustheit und sein unerschöpflicher Wille, sich selbst zu übertreffen. Weder die manchmal unerträgliche Hitze noch die großen Entfernungen, die er zurücklegen muß, können diesem wendigen und geschmeidigen Hund etwas anhaben. Sein Körperbau ist an seine Aufgabe angepaßt: Kräftige Gliedmaßen, leicht gebogene Fesseln, Pfoten mit breiten und widerstandsfähigen Sohlenballen und dazu ein absolut wasserdichtes Fell.

Der Kelpie ist intelligent und wachsam und wird hin und wieder auch als Wachhund eingesetzt. Er ist zwar nicht sehr groß, kann aber durchaus autoritär auftreten, denn schließlich ist er es ja gewohnt, eine ganze Schafherde zu führen. Der Kelpie ist ein sehr subtiler Wächter: Er schafft es, Fremde in die Flucht zu schlagen, ohne wie wild zu bellen. Er hängt sehr an seiner Familie, und trotz des (angeblichen) Dingoblutes, hat er überhaupt nichts wildes an sich. Aber er ist kein Hund für ein Stadtleben. Er braucht extrem viel Platz, und man darf ihn unter gar keinen Umständen einsperren. Ein richtiger Gesellschaftshund kann aus ihm nie gemacht werden.

Eines Tages brachte ein junger Schäfer einige Kelpies nach Großbritannien. Die Engländerin Mrs. Bottom nahm sich der Hunde an und begann, sie zu züchten. Doch obwohl die Rasse vom Kennel Club durchaus anerkannt war, ließ sie ihre Welpen nicht in das Rassestammbuch eintragen. Sie zog es vor, ein eigenes Verzeichnis anzulegen und ihre Hunde lediglich an Schäfer zu verkaufen, die diese auch wirklich bei ihrer Arbeit verwendeten. Sollte der Kelpie irgendwann auch in anderen europäischen heimisch werden, so sollte man diesem Beispiel folgen!

Der Kelpie ist kein Begleithund und hat deshalb auch nicht viel Kontakt mit Kindern. Aber wenn er den Kindern des Schäfers begegnet, dann ist er leib und freundlich zu ihnen und wird sie nötigenfalls auch beschützen.

In Australien leben die Herden der Merionschafe vorwiegend im sehr trockenen Südosten des Landes. In manchen Jahren herrscht dort so große Trockenheit, daß Millionen von Schafen zugrunde gehen. Die Verantwortung des Kelpies ist groß, denn ihm obliegt es, die Herden zu den Wasserstellen zu geleiten. Dieser außergewöhnliche Schäferhund ist es gewöhnt, jeden Tag viele Kilometer zurückzulegen und kann es nicht ertragen untätig zu bleiben. Er braucht eine sinnvolle Beschäftigung, sonst verkümmert er! Er verlangt keinerlei Komfort und zieht es vor, unter freiem Himmel zu schlafen. Viel Platz und Freiheit sind für diesen Hund lebenswichtig, so daß ja wohl auf der Hand liegt, daß der Kelpie keinesfalls in der Stadt gehalten werden kann!

 

Ernährung, Pflege

Damit der Kelpie voll in Form bleibt, braucht er sehr reichhaltiges und ausgewogenes Futter. Er frißt 250 g Fleisch (Innereien) pro Tag und bekommt dazu 125 g Hundeflocken und 125 g Gemüse. Er muß ständig ausreichend frisches Wasser zur Verfügung haben, denn nach einem langen Arbeitstag kommt er oft sehr durstig heim. In seinem Heimatland ist es nicht unbedingt angesagt, ihm Trockenfutter zu geben, denn das steigert noch seinen Durst. Geben Sie ihm Kalbs- und Rinderknochen, aber keine Lamm-, Hühner- und Hasenknochen, denn diese splittern, und die Gefahr ist groß, daß Stücke davon in seiner Kehle oder im Darm hängenbleiben.

Der robuste Kelpie muß nur von Zeit zur Zeit kräftig gebürstet werden, um Staub und Dreck aus seinem Fell zu entfernen. Wie alle Hunde muß auch er regelmäßig entwurmt und gegen Parasiten behandelt werden. Auch Augen und Ohren muß man von Zeit zu Zeit überprüfen, und ganz besondere Aufmerksamkeit sollte man den Gliedmaßen und den Sohlenballen dieses Langstreckenläufers widmen, der gewöhnlich meist mehrere Dutzend Kilometer am Tag zurücklegen kann.