Die richtige Ernährung bei chronischer Niereninsuffizienz

unterstützende Fütterung

Es gibt einige Krankheiten auf die man mit einer auf sie abgestimmten Ernährung Einfluss nehmen kann, die chronische Niereninsuffizienz (CNI) gehört ganz klar dazu.


Warum spielt die Ernährung bei chronischer Niereninsuffizienz eine wichtige Rolle?

Wie schon im Artikel „Chronische Niereninsuffizienz“ ausführlicher beschrieben, arbeiten die Nieren von Katzen mit dieser Krankheit nicht mehr ausreichend, durch den Verdauungsprozess entstehende Stoffwechselprodukte können nur noch begrenzt über die Nieren ausgeschieden werden. Eine langsame Vergiftung der Katze ist die Folge. Durch eine Nierendiät kann man den Körper dabei entlasten und unterstützen, folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

Eiweiß: Eines der Stoffwechselprodukte von Proteinen (Eiweiß) ist der Harnstoff, dessen Konzentration im Blut der bei an CNI erkrankten Katzen eine große Rolle spielt, da er über die Nieren ausgeschieden wird und für eine langsame Vergiftung des Körpers sorgt, wenn die Nieren eingeschränkt arbeiten. Bei vielen der klassischen Fertig-Nierendiäten ist deswegen den Proteingehalt im Futter reduziert. Andererseits führt eine zu geringe Zufuhr von Proteinen zu einem Muskel- und Gewichtsabbau, beides kann sich eine CNI-Katze nicht leisten. Deshalb sind vor allem hochwertige Proteine wichtig, da die Katze aus ihnen mehr für sich ziehen kann als aus minderwertigem. Ob deswegen mehr oder weniger Proteine für Ihre Katze gerade das richtige ist, hängt von ihren Blutwerten und dem Grad ihrer Erkrankung ab.

Phosphat: An CNI erkrankte Nieren können Phosphor nicht mehr im ausreichenden Maß über den Urin ausscheiden. Ein hoher Phosphorspiegel kann dem Körper aber sehr schaden, zum Beispiel auch eine sekundäre Nebenschilddrüsenüberfunktion auslösen. Es ist darum sehr wichtig phosphatarm zu ernähren oder mittels Phosphatbindern ein Ausscheiden des Phospates über den Darm zu ermöglichen.

Kalzium: Dieses Mineral ist in der Lage, Phosphat an sich zu binden und über den Darm auszuscheiden, deswegen ist ein ausgewogenes Verhältnis dieser beiden sehr wichtig. Manche CNI-Katzen haben zuwenig Kalzium im Körper, andere zuviel. Beides ist schlecht, deswegen sollte man regelmäßig Blut untersuchen lassen um die Werte im Auge behalten zu können. Natürlich muss auch die Ernährung an den entsprechenden Fall angepasst werden. Phosphate und Kalzium sollten auch immer im Zusammenhang betrachtet werden.

Kalium: Aufgrund des erhöhten Trinkens und Urinierens in Folge, sowie des häufigeren Erbrechens aufgrund der Übersäuerung besteht bei CNI-Katzen oft das Risiko zuviel Kalium auszuscheiden. Wenn die Blutwerte dies bestätigen, sollte Kalium über die Nahrung ergänzt werden.

Natrium: Die erkrankten Nieren können Natrium nicht mehr ausreichend ausscheiden, das kann unter anderem zu Bluthochdruck führen. Außerdem wurde in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass eine natriumreduzierte Diät positive Auswirkungen auf die Harnstoff-, Kreatinin- und Phosphatwerte haben kann.

Vitamine: CNI-Katzen haben einen erhöhten Vitaminbedarf, da die wasserlöslichen Vitamine wegen des vermehrten Urinierens zu viel ausgeschiedenen werden. Da allerdings ein Zuviel an Vitaminen auch nicht gut ist, sollte man diese nicht einfach blindlings ergänzen. Mehr Informationen zu den einzelnen Vitaminen finden Sie hier: Feline CRF

Fett: Fett führt in der Verdauung nicht zu so vielen Abfallprodukten im Stoffwechselprozess wie Proteine, deswegen sind sie eine gute Energiequelle für die Katze wenn der Proteingehalt der Nahrung gesenkt ist.

Die meisten käuflich erwerbbaren Nierendiäten berücksichtigen diese ganzen Punkte. Doch leider gibt es auch nicht wenige Katzen, die dieses Spezialfutter verweigern, spätestens jetzt sollten Sie sich mit der optimalen Futterzusammensetzung für Ihre CNI-kranke Katze auseinander setzen.


Welche Formen von Nierendiäten gibt es?

Sowohl beim Tierarzt, als auch im gut sortierten Fachhandel – vor Ort oder im Internet – sind Nierendiäten von verschiedenen Firmen erhältlich. Die meisten sind Nassfutter, manche bieten jedoch auch Trockenfutter an. Da Trockenfutter dem Körper bei der Verdauung Wasser entzieht und nierenkranke Katze oft Gefahr laufen zu wenig Wasser im Körperhaushalt zu halten, rate ich von einer Trockenfutterdiät auf jeden Fall ab!

Falls Ihre Katze sich mit diesen Nierendiät – Fertigfuttern nicht anfreunden kann, kann man auch auf Seniorfutter ausweichen, das sich in eine ähnliche Richtung bewegt. Je nach Blutwerten sollten dann aber zum Beispiel mit Phosphatbindern oder einer Vitaminzugabe das Futter ergänzt werden.

Eine weitere Möglichkeit liegt im selbst gekochten oder im Rohfutter. Bei beiden Wegen sollten Sie sich unbedingt weiter in die optimale Futterzusammenstellung einarbeiten. Der Vorteil liegt in der Kontrolle dessen, was Ihre Katze zu sich nimmt. Sie können noch viel genauer anhand der Blutwerte die erforderliche Diät steuern.

Zu beiden Formen können Sie sich hier ins Thema einlesen, die Artikel sind mit weiterführenden Links ergänzt:

BARFen - Rohfütterung für Katzen

Selbstgekochte Katzennahrung

Wofür auch immer Ihre Katze und Sie sich entscheiden, es ist wichtig Ihre Katze an die Krankheit angepasst zu ernähren, denn es lässt sich so durchaus einige Lebenszeit gewinnen. Auch eine enge Zusammenarbeit mit einem guten Tierarzt wird Ihnen helfen, die für Ihre Katze passenden Entscheidungen zu treffen.

Eine Quelle für diesen Artikel und eine sehr gute Internetseite mit detailreichen Information für Ihren Einstieg in die chronische Niereninsuffizienz finden Sie hier:

Futteranforderung für CNI - Katzen

Weitere Quellen:

Artikel von Barbara Welsch

Diätische Therapie der chronischen Niereninsuffizienz

Ratgeber der Tierklinik.de


Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Auch in unserem Forum stehen wir Ihnen gerne mit unserem Rat beiseite: Forum von Petsnature


© Katja Tuszynski 2009 – www.marcating.de

© Foto: www.sxc.hu