Homöopathische Hausapotheke für Katzen

Die Homöopathie bietet vielfältige Möglichkeiten, unsere geliebten Samtpfoten zu unterstützen. Viele Tierhalter wollen ihren Vierbeinern auch abseits der Schulmedizin helfen, was allerdings niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen sollte. Auch viele Tierärzte arbeiten heutzutage mit Homöopathie und setzen diese erfolgreich zur Ergänzung der Schulmedizin ein.

Mit der kleinen homöopathischen Notfallapotheke haben Sie die Möglichkeit, Ihr Haustier bei Erkrankungen oder kleinen Unfällen zu unterstützen. Die Anwendung der unten aufgeführten Mittel soll nicht die Konsultation eines Tierarztes oder eines erfahrenen Tierheilpraktikers ersetzen!

Die kleine „Notfallapotheke“ für Ihr Tier sollte mit den folgenden Mitteln bestückt sein:

  • Aconit C200
  • Apis C200
  • Arnica C200
  • Belladonna C200
  • Calendula C30 und Urtinktur
  • Nux Vomica C200
  • Hypericum C200
  • Ledum C200
  • Staphisagria C200
  • Symphytum D6

Die Homöopathie ist eine individuelle, ganzheitliche Heilmethode, die auf folgendem Grundsatz basiert:

Dem Ähnlichkeitsprinzip

"Similia similibus curantur", Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt, bildet die Grundlage einer homöopathischen Behandlung. Dem Patienten wird ein Mittel verabreicht, welches am gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorbringt, wie sie sich beim Patienten während seiner Erkrankung zeigen.

Was ist eine Gabe?

Eine Gabe eines homöopathischen Arzneimittels ist bei Globulis 1 - 3 Globulis, in Form von Tabletten gibt man eine Tablette, in flüssiger Form sind es 1 - 3 Tropfen und in Pulverform verabreicht man 1 Messerspitze. Homöopathische Arzneien in flüssiger Form müssen vor der Anwendung kräftig geschüttelt werden; eine Ausnahme bilden hier die Urtinkturen.

Wie verabreichen wir dem Tier eine Gabe?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Mittel dem Tier zu verabreichen. Bei Katzen und Hunden ist es am einfachsten, die Gabe einem kleinem Leckerli beizugeben, zum Beispiel in einer kleinen Portion Leberwust. Bei Katzen und Hunden, die sich im Zustand der Nahrungsverweigerung, Schock oder Ohnmacht befinden kann die Gabe einfach in die Lefzen gegeben werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Gabe mit etwas Wasser in einer Spritze aufzulösen und dem Tier diese einfach ins Maul zu spritzen. Natürlich wird die Spritze hierbei ohne Kanüle, das heißt ohne Nadel, verwendet.

Noch eine weitere Form der Arzneimittelgabe bei Katzen ist, die Gabe in einem Mörser oder zwischen zwei Löffeln zu pulverisieren und dieses Pulver den Katzen auf die Pfote zu streuen. Die Katze leckt das Pulver dann bei der Fellpflege ab.

Welche Mittel eignen sich für die homöopathische Hausapotheke?

Apis mellifica, das Bienengift, ist ein hervorragendes Mittel, um die Folgen von Bienen- oder Wespenstichen zu behandeln. Wenn nach dem Stich eine rote harte ödematöse Schwellung auftritt, gibt man Apis C200. Auch kann man die Stichstelle mit in einem Glas Wasser aufgelösten Apis betupfen.

Arnica Montana, auch Wohlverleih oder Fallkraut genannt. Arnica, eine Pflanze, die in alpiner Region wächst, wo Geröll und Felsen und zertrümmertes Pflanzenmaterial eine triste Landschaft bilden. Dort, wo die Humusschicht von Steinen zerschlagen ist, schlägt die Pflanze ihre Wurzeln und fühlt sich wohl, auch dann, wenn ihr Pflanzenkörper von Schimmelpilzen und Insekten befallen ist.
Arnica gedeiht und blüht unter dauernden Verletzungen von Geröll. Sie richtet sich immer wieder auf und signalisiert damit die Kraft für verschiedenste Traumata wie Prellungen, Quetschungen, Stürze, Stoß und Schlag. Arnica ist das Verletzungs- und Operationsmittel schlechthin.

Arnica wird eingesetzt bei stumpfen Traumata in allen Variationen: Prellungen, Schlag und Stoßverletzungen. Bleibt trotz der Anwendung von Arnica eine Schocksymptomatik bestehen, kann man diesen mit einer Gabe Aconit C200 behandeln. Suchen Sie auf jeden Fall einen Tierarzt pder erfahrenen Tierheilpraktiker auf!

Arnica ist ein Prophylaktikum gegen Blutungsneigung und Embolien. Aus diesem Grund kann man vor und nach einer Operation 1 Gabe C200 Arnica geben. Die Wundheilung wird gefördert und Blutungen werden verhindert beziehungsweise vorgebeugt.

Nach einer Operation zeigt uns das Tier, welches Arnica benötigt, folgende objektive Symptome: Es mag sich nicht berühren lassen, denn jede Berührung scheint schmerzhaft. Es ändert ständig die Lage und sucht einen weichen Untergrund, weil harte Untergründe für das Tier viel zu schmerzhaft sind.

Belladonna, die Tollkirsche - eine für Tier und Mensch giftige Pflanze, die aber in potenzierte Form in der Homöopathie sehr oft eingesetzt wird. Ein Anwendungsgebiet ist die Blasenentzündung. Wenn ihr Tier plötzlich eine Blasenentzündung bekommt, dabei unruhig hin- und herrennt, einen apathischen Eindruck macht, große Pupillen entwickelt und immer wieder kleine Mengen an Urin an verschiedenen Orten absetzt, dann kann Belladonna C200 behandelt werden.

Calendula, die Ringelblume. Die Ringelblume wird auch Studentenblume, Butterblume, Marienrose, Windblume und Warzenkraut genannt. Sie ist mittlerweile eine der bekanntesten Zierpflanzen in unseren Gärten. Für Heilzwecke wird sie speziell um Haus und Hof angepflanzt. Auf verwilderten Schuttplätzen, an Wegrändern oder an Zäunen ist die Ringelblume nur selten zu finden. Zu den Inhaltsstoffen der Ringelblume gehören ätherische Öle, Schleim- und Bitterstoffe, Salizylsäure, Saponine und Flavonoide, sowie carotinartige Farbstoffe, die der Pflanze ihre wunderbare Farbe geben.

Calendula kann bei Wunden mit zerrissenen Wundrändern, Risswunden und Verletzungen angewendet werden. Ebenso bei alten, nicht heilenden Wunden und Eiter bildende Wunden, um die sich ein roter Hof bildet, und auch bei Schürfwunden.

Die Ringelblume wird meist äußerlich als Tinktur angewendet. Die Urtinktur wird 1:5 mit lauwarmen Wasser gemischt und die Wunden werden damit ausgewaschen. Das Auswaschen der Wunde fördert die Wundheilung und beugt Infektionen vor. Calendula beugt der Entwicklung von wildem Fleisch vor und hat eine antibakterielle, desinfizierende und Pilzwachstum hemmende Wirkung. Innerlich wird Calendula in der C30 gegeben.

Nux Vomica, der Brechnussbaum - Im Volksmund auch als Krähenauge, Brauntaler oder Strychninbaum bezeichnet. Nux vomica wächst in Indien, Sri Lanka, Südostasien, Vietnam bis Nordaustralien. Der Hauptinhaltsstoff von Nux Vomica ist Strychnin.

Es ist ein hervorragendes Mittel, wenn das Haustier nach einer Operation nicht richtig aus der Narkose erwachen will und/oder nicht richtig zu sich kommt. Die Katze oder der Hund bekommt die Augen nicht richtig auf und taumelt wie volltrunken durch die Gegend; diesen Zustand kann man mit einer Gabe Nux Vomica C200 behandeln.

Wenn das Tier unter Übelkeit leidet, kann ebenfalls mit  Nux Vomica behandelt werden. Vor allem, wenn es dem Tier durch Erbrechen besser zu gehen scheint. Wenn es dem Tier nach einer Gabe nicht besser geht, suchen Sie bitte sofort einen Tierarzt oder erfahrenen Heilpraktiker auf.

Delphinium Staphisagria, der Scharfe Rittersporn. Diese Pflanze ist im mediterranen Raum beheimatet und wächst an öden, unfruchtbaren Plätzen und Berghängen Spaniens, Griechenlands und auf den Kanarischen Inseln.

Staphisagria ist ein Mittel, mit dem die Folgen von Gewebsverletzungen durch scharfe Messer, Skalpelle (vor allem nach Operationen) oder Glasscherben behandelt werden. Das Tier möchte nicht angefasst werden und ist im Bereich der Wunde sehr berührungsempfindlich und kann bei Berührungen verärgert reagieren.

Hypericum, das Johanniskraut. Mit seinen goldgelben Blüten leuchtet das Johanniskraut in den Sommermonaten an Weg- und Waldrändern sowie in trockenen Äckern und Wiesen. Zerdrückt man die goldgelben Blüten, läuft ein roter Saft heraus, das Hypericin, auch Johannisblut genannt. Im Hypericin sind Gerbstoffe, ätherisches Öl und weitere Wirkstoffe enthalten.

Hypericum wirkt auf das Nervengewebe und da vor allem auf die Nervenendungen. Es hat sich bewährt bei Verletzungen in Bereichen, wo viel Nervengewebe vorhanden ist, zum Beispiel bei Quetschung der Rute des Hundes oder dem Schwanz der Katze. Bei rausgerissene Krallen nimmt es den Schmerz an den Nervenenden, das Tier leidet weniger. Hypericum hat dann eine schmerzstillende Wirkung. Das Mittel kann auch zur Nachbehandlung von Operationen gegeben werden, wenn in stark innervierten Bereichen operiert wurde; beispielsweise an der Augenringmuskulatur, am Anus und am Schwanz des Tieres.

Ledum, der Sumpfporst. Wenn das Tier mit den Pfoten in einen alten rostigen Nagel getreten ist und dem Tier Kühlung der Wunde gut tut, dann kann dies gut mit Ledum behandelt werden. Ledum ist hier zugleich ein Prophylaktikum gegen Tetanus. Eine Gabe Ledum C200 verabreichen und ab zum Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Dieses Mittel wird eingesetzt, wenn Ihr Tier mit Bisswunden nach Hause kommt. Es lindert den Schmerz, beugt einer Infektion vor und verhindert die Bildung von wildem Fleisch. Wenn Sie an ihrem Tier eine Zecke finden, entfernen Sie diese mit einer Zeckenzange und geben danach eine Doppelgabe Ledum C200. Das heißt, 3 Globuli geben, 15 Minuten warten und weitere 3 Globuli geben. Gegebenenfalls sollten Sie die Möglichkeiten zur Zeckenabwehr bei Ihrem Vierbeiner überdenken.

Symphytum, der Beinwell. Ein Mittel, welches bei Knochenbrüchen und Verletzungen der Knochenhaut eine gute Wirkung zeigt. Symphytum regt die Kallusbildung an. Knochenbrüche, zum Beispiel nach einem Sturz vom Balkon, werden mit dieser Arznei unterstützend behandelt. Hier wird Symphytum in D6 über mehrere Tage mehrmals am täglich gegeben.

Auch bei Verletzungen des Auges durch einen stumpfen Gegenstand, Schlag oder Hieb - das Augenlid ist krampfhaft geschlossen - geben wir über mehrere Tage Symphytum D6 mehrmals täglich.

Zum Schluss nochmals der Hinweis, dass Sie sich in allen Fällen an einen erfahrenen Tierheilpraktiker oder Tierarzt wenden sollten.

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© Hans Jürgen Reischl - Tierheilpraktiker - www.juergen-reischl.de

Quellenangabe:
Bruno Vonarburg "Homöotanik"
Dr. A.H. Westerhuis "Homöopathie für Hunde"
S.R. Phatak "Homöopathische Arzneimittellehre"

Vielen Dank an Hans Jürgen Reischl für die freundliche Überlassung dieses Textes!