Vorsorge- und Pflegetipps für Katzen

Um Krankheiten vorzubeugen oder sie rechtzeitig zu erkennen, gibt es einige Dinge, auf die wir Menschen ein Auge haben sollten. Unsere Katzen sind wahre Meister im Verstecken von Schmerzen und Beschwerden. Und oft stehen wir vor ziemlich großen Herausforderungen, wenn unsere Katze krank wird, denn einfachste Dinge wie Tabletten oder Augentropfen geben können sehr schwer werden. Dabei gibt es einiges, was man mit seiner Katze vorsorglich üben kann.

Ganz wichtig ist dabei unsere Gelassenheit, deswegen nutzen diese Übungen nicht nur der Katze, sondern auch uns für den Ernstfall. Je spielerischer wir uns gewisse Handhabungen mit der Katze erarbeiten, desto stressfreier für die Katzen und uns selbst können wir sie, wenn sie notwendig sind, anwenden.

Um diese Übungen zu trainieren, brauchen Sie das Vertrauen Ihrer Katze; wenn man mit der Katze in ihrer Kittenzeit damit anfängt, ist es wesentlich leichter. Doch auch mit älteren Tieren kann man es lernen, sofern sie sich bei Ihnen wohl und sicher fühlen, es kann jedoch länger dauern als bei einer Jungkatze.

Die Betonung bei all diesen Übungen liegt auf dem Wort „Spielerisch“. Arbeiten Sie mit ganz viel Lob, wenn Ihre Katze es richtig macht. Das nennt man „positive Verstärkung“ und funktioniert bei Mensch wie Katze gleichermaßen gut. Jeder wird gerne gelobt. Halten Sie auch immer ihr Lieblingsleckerli parat als Belohnung nach der Übung. So wird Ihre Katze die Übungen immer mit etwas Positivem verbinden.

Zähne: Viele Katzen kriegen im Laufe der Zeit Zahnstein und/oder Zahnfleischentzündungen, deswegen ist ein regelmäßiger gründlicher Blick in ihr Mäulchen von großem Vorteil. Am leichtesten lassen sich unsere Katzen beim entspannten Schmusen in den Mund gucken. Bringen Sie Ihrer Katze bei, dass ein sanftes Hochziehen der Lefzen oder ein spielerisches Öffnen des Mäulchens inklusive einem längeren Blick hinein nichts Schlimmes ist. Sie wird lernen, dass das ab und zu passiert und sie keine Angst zu haben braucht.

Am besten wäre es, wenn Sie bei Ihrer Katze regelmäßig die Zähne putzen würden, auch das kann man sich über einen längeren Zeitraum spielerisch erarbeiten. Als gute „Zahnbürsten“ haben sich kleine Fingerlinge aus einer besonderen Faser gezeigt. Für sie braucht man auch keine Zahnpasta:

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Augen: Katzen haben öfters in ihrem Leben eine leichte Augenreizung oder Bindehautentzündung. Außerdem gibt es andere Erkrankungen oder Verletzungen, bei denen Augentropfen oder Augensalbe verabreicht werden müssen. Als Übung für den Ernstfall bieten sich trockene oder mit körperwarmen Wasser befeuchtete Kosmetikpads an, mit denen man der Katze von außen nach innen sanft über das Auge streicht. Dabei können auch gleich kleine getrocknete Tränenflüssigkeitsstückchen entfernt werden. Ihre Katze lernt dabei, dass es nichts Fürchterliches ist, wenn Sie sich mit einem Gegenstand ihrem Auge nähern und es berühren.

WICHTIG: Bitte niemals Kamillentee bei den Augen Ihrer Katze anwenden, er reizt ihre Schleimhäute!

Ohren: Ein regelmäßiger Blick in die Öhrchen ist sinnvoll, um nach möglichen Parasiten zu sehen. Geputzt werden müssen Katzenohren in der Regel nicht, das erledigen unsere Vierbeiner durchaus selbst ausreichend. Um für den Fall „Ohrentropfen geben“ vorbereitet zu sein, eignet sich wieder ein trockenes oder mit körperwarmen Wasser befeuchtetes Kosmetikpad, mit dem wir vorsichtig über die äußere Ohrmuschel streichen. Bitte niemals Wattestäbchen verwenden, ein Katzenohr ist anatomisch ganz anders aufgebaut als unsere Ohren, es besteht eine erhebliche Verletzungsgefahr.

Tabletten geben üben: Katzen sind misstrauisch allem Unbekannten gegenüber, vor allem wenn sie unseren Stress dabei auch noch spüren. Im Ernstfall wird es jedoch ganz leicht, wenn wir dieses regelmäßig, vielleicht sogar als tägliches Ritual mit ihr üben. Es gibt verschiedene Wege - nehmen Sie den, der Ihrer Katze am besten gefällt. Im Artikel

Wie kriege ich die Tablette in meine Katze?

sind die Methoden ausführlicher beschrieben. Aber Achtung, es darf bei der Übung sich wirklich nur um ein Spiel und keine „Qual“ für die Katze handeln.

Pfoten: Hier gibt es zwei Dinge, die man trainieren kann: Einmal das „Pfoten festhalten“ wie bei einer Blutabnahme und andererseits das „an der Pfote rumfummeln“, was bei einer Verletzung oder dem Krallenschneiden gebraucht werden kann. Letzteres sollte allerdings nur bei einer medizinischen Notwendigkeit gemacht werden, am besten lassen Sie es sich auch von einem Tierarzt zeigen. Die tägliche Schmusestunde bietet hier wieder die beste Gelegenheit, beziehen Sie die Pfoten Ihrer Katze beim Schmusen einfach mit ein.

Fell: Bei den meisten Kurzhaarkatzen ist eine Fellpflege durch den Menschen nicht nötig, viele Katzen genießen das Bürsten jedoch trotzdem. Bei Langhaarkatzen ist oftmals ein tägliches oder wöchentliches Bürsten erforderlich, sonst entstehen große Knoten oder Verfilzungen. Mehr Informationen dazu finden Sie im Artikel

Fellpflege bei Katzen

Auch Knoten rauszuschneiden, kann mit der Katze spielerisch trainiert werden.

Verhalten, das auf Krankheiten deuten kann

Im Folgenden finden Sie eine Liste von Verhalten oder Symptomen – die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebet – die auf eine Erkrankung Ihrer Katze deuten kann – nicht muss! Wie oben schon erwähnt, verstecken unsere Katzen ihre Beschwerden, da sie aus ihrer Sicht ein Zeichen von Schwäche sind, die andere (Katzen) nicht mitbekommen soll.

  • vermehrtes Trinken
  • Speicheln im Schlaf – Bettchen ist an der Stelle feucht
  • mit dem Unterkiefer „klappern“, wenn sich der Mund nach dem Gähnen schließt
  • Mäulchen bepfoteln
  • Nase an Gegenständen schubbern – nicht Kinn, das ist normal
  • allgemeine Lustlosigkeit
  • Köpfchen hängen lassen
  • kauernde Schonstellung einnehmen
  • tränende Augen
  • vorgeschobene Nickhaut
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • häufigeres Pinkeln
  • häufigeres Aufs-Klo-Gehen und es kommt nichts, weder Kot noch Harn
  • mit dem Popo über den Teppich rutschen – „Schlitten fahren“
  • häufigeres Erbrechen
  • erhöhte Körpertemperatur
  • glanzloses und/oder struppiges Fell
  • Schuppen
  • Fellverfärbungen
  • kahle Stellen im Fell
  • trockene Haut
  • kratzt sich häufiger als sonst
  • Schütteln der Ohren, als wenn was drinnen wäre
  • Lecken an immer derselben Stelle
  • nicht hochheben lassen wollen
  • sich an versteckte Stellen zurückziehen
  • geringer Appetit
  • übermäßiger Appetit
  • viel mehr Schlafen als sonst
  • jede andere für Sie auffällige Verhaltensänderung


Wenn Sie einen oder mehrere dieser Punkte bemerken, kontaktieren Sie bitte Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker, es können Anzeichen einer Erkrankung sein, müssen aber nicht. Sie können vor einem die Katze stressenden Tierarztbesuch auch erstmal in der Praxis anrufen, Ihr Tierarzt kann einschätzen, ob eine Untersuchung notwendig ist. Wie Sie sich auf einen Tierarztbesuch vorbereiten können finden Sie im Artikel:

Tierarztbesuch – am Besten gut vorbereiten!

In unserem Forum stehen wir Ihnen gerne für Fragen oder mit unserem Rat zur Seite: Forum von Petsnature


© Katja Tuszynski 2010 – www.marcating.de

Quellen der Fotos: Vielen Dank für die Überlassung!

Foto 1 + 2: Claudia F.

Foto 3 + 4: Heide