Weihnachten mit Katzen

Die Weihnachtszeit – da ist sie wieder. Jedes Jahr beginnt sie früher, als wir denken, denn in unseren Supermärkten gibt es schon seit Ende August Stollen, Dominosteine und Co zu kaufen. Doch spätestens ab Anfang Dezember nistet sich Weihnachten in unseren Gedanken ein. Die Tage werden kürzer und kälter, an manchen Orten liegt bereits Schnee und wir machen Pläne, wie wir unser Weihnachtsfest gestalten wollen.

Wer zu seiner Familie fährt, sollte sich rechtzeitig um die für die Katzen angenehmste Versorgung kümmern. Da unsere Katzen sehr revierbezogene Tiere sind, ist ihr Stress am geringsten, wenn sie einfach zu Hause bleiben können und von einem liebevollen Sitter betreut werden. Sollte das wirklich unmöglich sein, ist eine gut geführte Katzenpension oder die Unterbringung in der Wohnung eines Katzenfreundes eine Alternative.

Wer sein Weihnachtsfest bei sich zu Hause verbringt, kommt nicht umhin, sich mit den Gefahren, die die Weihnachtszeit für unsere Katzen birgt, auseinanderzusetzen, denn Gefahren gibt es reichlich. Nachfolgend finden Sie eine Liste mit den typischsten Gefahrenquellen von A bis Z für Katzen an Weihnachten und in der Adventszeit, sie basiert auf den oftmals tragischen Erfahrungen vieler Katzenfreunde:

Geflügelknochen: Ein saftiger Gänsebraten gehört für viele auf den Speiseplan an Weihnachten. Und unsere Katzen finden Geflügel jeglicher Art sehr lecker. Bitte geben Sie Ihren Katzen niemals die Knochen von gegartem Geflügelfleisch, denn diese können sehr leicht splittern. Die Folgen sind eine Notoperation in der Tierklinik, weil die Knochensplitter das Verdauungssystem blockieren oder verletzen oder gar der Tod.

Geschenkbänder: Geschenkbänder eignen sich hervorragend, um die Katzen zu bespaßen; ihre Mieze wird begeistert sein. Aber ein unbeaufsichtigtes Spielen damit kostete schon manche Katze das Leben, weil sie sich in den Bändern verfing und selbst strangulierte. Eine andere Gefahr liegt in dem Verschlucken dieser Bänder, sie können zu Darmverschlüssen führen und müssen operativ entfernt werden. Sollte Ihre Katze ein Band verschluckt haben und Sie sehen noch etwas aus dem Mäulchen gucken oder hinten raushängen, bitte auf keinen Fall daran ziehen, sondern sofort zum nächsten Tierarzt oder Tierklinik fahren, da die Gefahr, dass Sie sie beim Rausziehen verletzen, zu groß ist.  Bitte räumen Sie also die Bänder immer nach dem Spielen weg!

Geschenkpapier: Geschenkpapier raschelt sehr verführerisch, man kann auch tolle kleine Bällchen daraus formen. Doch auch diese können ganz oder in Einzelteilen verschluckt werden und zum Darmverschluss oder inneren Verletzungen führen. Deswegen auch das Geschenkpapier nach dem Auspacken wegräumen.

Giftige Pflanzen: Der Weihnachtstern ist in unserem Kulturkreis eine typische Pflanze, die man an Weihnachten aufstellt. Doch sie ist auch giftig für unsere Katzen, von denen manche ja bekanntermaßen gerne auf allerlei Grünzeug rumkauen. Das gleiche gilt für den berühmten Mistelzweig. Am besten überprüfen Sie auch außerhalb der Weihnachtszeit jede Ihrer Zimmerpflanzen in einer Giftdatenbank:

Giftdatenbank für toxikologische Pflanzen von Institut für Veterinärspharmakologie

Giftige Substanzen: Wir Menschen verbinden die Weihnachtszeit mit bestimmten Düften, deswegen gibt es unzählige Duftöle und Räucherwerk. Viele davon sind giftig für unsere Katzen, am Besten man verwendet sie gar nicht. Auch manche Dekorationsmittel enthalten Giftstoffe, ein typisches Beispiel hierfür ist das Schneespray.

Kerzen: Katzen und Kerzen, da haben schon viele sehr leidvolle Erfahrungen machen müssen. Das Flackern der Flamme reizt viele Katzen, das näher zu untersuchen. Doch die gefährliche Hitze merken unsere Katzen meist zu spät, das kann im schlimmsten Fall zu heftigen Verbrennungen führen, da Fell – genauso wie unsere Haare – sehr leicht entflammbar ist. Dank moderner Technik gibt es inzwischen eine wunderbare Alternative: Kerzen mit einem LED-Licht. Sie finden in vielen Online-Shops uns Kaufhäusern eine große Auswahl.

Lametta: Lametta ist ein beliebter Weihnachtsschmuck, doch leider auch sehr verführerisch für unsere Katzen. Ich schreibe "leider", weil schon viele Katzenfreunde sich in der Notaufnahme einer Tierklinik wiederfanden, wenn ihre Katzen Lametta verschluckt haben und in einer Notoperation der Darmverschluss beseitigt werden musste.

Lichterketten: Lichterketten sind an sich eine gute Alternative zu den gefährlichen Kerzen, doch auch sie bergen Gefahren. Zum einen können unsere Katzen, wenn eine Lichterkette in erreichbarer Nähe hängt und sie damit spielen – sich in ihnen verheddern und strangulieren. Zum anderen sind nicht wenige Katzen Kabelbeißer und Stromschläge können tödlich enden.

Schokolade: Weihnachten ohne Kakao und Schokolade? Für viele undenkbar. Doch bitte füttern Sie nicht Ihre Katze damit oder lassen Sie die Schokolade oder Ihre Kakaotasse unbeaufsichtigt liegen oder stehen. Kakao enthält den Wirkstoff Theobromin, der für Katzen giftig ist. Je nach Menge gegessenen Theobromins kann es sogar tödlich enden.

Tragetaschen und Tüten: Viele Katzen spielen gerne mit Tüten, sind diese jedoch aus Plastik, können sie zum einen ersticken oder zum anderen sich an den Weichmachern im Plastik durch Lecken oder Rumkauen vergiften. Aber auch bei Papiertüten sollten Sie auf jeden Fall die Tragehenkel durchschneiden, damit sich Ihre Katze nicht darin verfängt.

Weihnachtsbaum und Adventsgestecke: In den verwendeten Tannen und Fichten verbergen sich verschiedene Gefahren:

  • Verschluckte Baumnadeln können zu einer Darmperforation führen.
  • Die ätherischen Öle von Weihnachtsbäumen sind giftig. Werden sie durchs Knabbern am Zweig, durchs Trinken des Baumwassers oder durch Fellverklebungen mit Harz und dem Lecken des verklebten Felles aufgenommen, kann es zu Vergiftungen führen.
  • Viele Katzen betrachten den Weihnachtsbaum als ihren persönlichen Kratz- und Kletterbaum. Dieser kann jedoch – sofern er nicht bombensicher steht – umkippen, der Sturz dabei kann im schlimmsten Fall zu Verletzungen führen.

Weihnachtsschmuck: Der Schmuck am Weihnachtsbaum oder Adventskranz blinkt im Licht und schaukelt sanft im Luftzug, dem kann kaum eine Katze widerstehen. Doch zerbrechlicher Schmuck aus Glas oder Porzellan kann, wenn er zerbrochen am Boden liegt, zu inneren (Verschlucken) und äußeren Verletzungen führen. Baumschmuck aus Holz, Stroh oder unkaputtbaren Plastik ist risikoloser.

Sie sehen, es gibt unzählige Gefahrenquellen an Weihnachten für unsere geliebten Vierbeiner. Natürlich ist nicht jede Katze in jedem Punkt gleich gefährdet, doch die unzähligen tragischen Unfälle, die im schlimmsten Fall tödlich endeten, bestätigen das hohe Risiko in der Weihnachtszeit. Und auch wenn eine Katze noch nie an einer Pflanze geknabbert hat, einmal ist immer das erste Mal.

Um für eine für Mensch und Tier risikolose und stressfreie Weihnachtszeit zu sorgen, lohnt es sich, die eigene Wohnung und alle Weihnachtsutensilien zu überprüfen und auf ungiftige und ungefährliche Alternativen umzusteigen. Manch ein kreativer Katzenfreund hängt zum Beispiel seinen Adventskranz einfach unter die Wohnzimmerdecke. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Katzen ein fröhliches und harmonisches Weihnachtsfest!

Eine Übersicht über grundsätzliche Gefahrenquellen für Katzen finden Sie im folgenden Artikel:

Gefahrenquellen für Katzen

Eine weitere Gefahr für Katzen ist es, an Weihnachten selbst zum Geschenk zu werden. Zum einen sind Katzen Lebewesen und sollten als solche generell nicht "verschenkt" werden, zum anderen sind sie beim Beschenkten nicht immer dauerhaft willkommen. Die Zahlen der Katzen, die ausgesetzt oder in Tierheimen abgeben werden, steigen nach Weihnachten drastisch an. Der Einzug eines neuen Familienmitgliedes - denn das sind Katzen nämlich - sollte immer wohl überlegt und auch gut vorbereitet sein. Also Katzen sind kein Geschenk!

Falls Sie zu diesem Thema einen Rat brauchen oder sich einfach nur mit anderen Katzenfreunden austauschen wollen, wir freuen uns auf Ihren Besuch in unserem Pet-Club.


© Katja Tuszynski 2012 – www.marcating.de

Quellen Fotos:

Bild 1, 3 + 4: www.scx.hu

Bild 2: © Katja Tuszynski