Chronisch entzündliche Darmerkrankung bei Katzen – IBD 

Die IBD – zu deutsch: chronisch entzündliche Darmerkrankung – gibt es sowohl bei Katzen, als auch bei Hunden, Menschen und anderen Lebewesen. Es ist eine Erkrankung, die in Fachkreisen reichlich diskutiert wird, da bis heute eine eindeutige Ursache noch nicht gefunden wurde.

Mögliche Ursachen der IBD

Es gibt verschiedene Thesen, die versuchen die Ursachen der IBD zu belegen. Die wichtigsten sind:

Genetische Ursache: Die Forschung, die dieser These nachgeht, versucht mutierte Gene zu finden, die ihrer Meinung nach eine IBD auslösen können.

Immunologische Ursache: Die Darmflora ist ein Hauptbestandteil des Immunsystems und besteht unter anderem aus Bakterien und weiteren Mikroorganismen. Bei dieser These geht die Forschung davon aus, das Immunsystem auf die für die Darmflora notwendigen Bakterien reagiert als wären es fremde Keime. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer überschießenden Immunantwort und einer bakteriellen Überwucherung.

Mikrobielle Ursache: Dieser Theorie nach sind Mirkoorganismen (z. B. Bakterien, Pilze, Protozoen oder andere) Auslöser der IBD, man hat allerdings bisher noch keine definitiv bestimmen können.

Umweltfaktoren als Ursache: Nach dieser Theorie können zum Beispiel sowohl Umweltgifte, als auch Nahrungsbestandteile die IBD auslösen.

Wie bei allen Krankheiten, bei denen die Ursache der Medizin unbekannt ist, gibt es wenige bis gar keine definitiven „Regeln“. Nach Meinung einiger Tierärzte, sind vor allem ältere Katzen betroffen. Andere glauben zu wissen, dass es keine Alterbeschränkung gibt. Einige Tierärzte sehen eine größere Betroffenheit bei Rassekatzen, andere sind überzeugt, dass diese Häufung nicht gibt.

Symptome

Die Symptome, die bei einer IBD auftreten können, sind ihr nicht eindeutig zu zuordnen. Sie treten auch bei vielen anderen Erkrankungen auf. Mögliche Symptome sind:

  • Durchfall immer wiederkehrend
  • Blut und/ oder Schleim im Kot
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Verstopfung
  • schmerzhaftes Kotabsetzen
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Magenknurren
  • Gewichtsverlust
  • allgemeines Unwohlsein
  • Apathie
  • Austrocknung
  • Fellausfall
  • stumpfes Fell


Je nach Schwere der Erkrankung treten die Symptome stärker oder schwächer auf.

Diagnose

Die IBD gehört aufgrund der noch fehlenden Erkenntnisse der Ursache zu den Krankheiten, die nur über ein Ausschlussverfahren festgestellt werden können. Das bedeutet, dass bei entsprechend vorhandenen Symptomen erstmal alle anderen Krankheiten mittels Untersuchungen (Blut- und Kotuntersuchungen, Urinanalyse, Röntgen, Ultraschall des Bauchraumes, Magen-Darm-Spiegelung mit Probenentnahme für eine histologische Untersuchung) ausgeschlossen werden.

Behandlung

Die Behandlung hängt zum einen von den Symptomen und ihrer Schwere ab, zum anderen von der vermutlichen Ursache. Oftmals ist ein Zusammenhang mit einer Futtermittelunverträglichkeit  zu beobachten. Sehr häufig wird mithilfe von Antibiotika und/oder Cortison versucht die Entzündung zu bekämpfen bzw. sie zu unterdrücken. Ein Allergietest ist in jedem Falle sinnvoll um etwaige Allergien zu bestimmen. Für die symptomatische Behandlung gibt es eine Vielzahl an schulmedizinischen und pflanzlichen Medikamenten.  Oftmals ist eine lebenslange Behandlung erforderlich, sie kann auch immer wieder aufflammen.

Einen weiteren, immer öfter beschrittenen Weg, vor allem bei chronischen und/oder sich wiederholenden Erkrankungen, finden viele in der Alternativen Medizin wie zum Beispiel der Homöopathie.

Noch ein paar Gedanken…

Bei der IBD kommt es meiner Meinung nach auf zwei wichtige Faktoren an: Auf Sie und auf einen guten Tierarzt / Tierheilpraktiker. Die IBD ist, genauso wie die CNI (chronische Niereninsuffizienz) und noch einige andere Erkrankungen, eine Krankheit, bei der es wichtig ist das wir Katzenhalter ausreichend informiert sind. Es müssen von uns im Laufe der Behandlung immer wieder Entscheidungen getroffen werden, die wir nur treffen können, wenn wir die Erkrankung und unsere Katze verstehen, die Konsequenzen der Entscheidung überblicken können.

Wenn Sie sich zu Beginn der Krankheit überfordert fühlen, hilft Ihnen vielleicht dieser Artikel:

Tierarztbesuch – am Besten gut vorbereiten!

Es gibt nach meinen Recherchen leider noch keine umfassend informierende Internetseite zur IBD, die nicht von Fachchinesisch geprägt ist. Sehr oft stößt man auf jeden Fall auf einem Zusammenhang von Ernährung und dem Allgemeinbefinden einer an IBD erkrankten Katze. Dieser offene Brief an Tierärzte einer engagierten Katzenfreundin versucht das zu verdeutlichen:

Offener Brief an Tierärzte

Eines ist sicher, Ihre Katze ist mit dieser Krankheit nicht allein, es gibt leider viele, die davon betroffen sind, in vielen Foren finden Sie Beiträge über diese Krankheit.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne in unserem Forum zur Verfügung: Forum von Petsnature


© Katja Tuszynski – www.marcating.de
© Foto: www.sxc.hu

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Quellen:

Wikipedia

Tierärztliche Spezialisten Hamburg

Dissertation zum Thema IBD I

Dissertation zum Thema IBD II