Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Dieses Krankheitsbild tritt meistens sehr langsam, schleichend auf, ist in unserer westlichen Welt leider eine sehr oft vorkommende Erkrankung von Katzen. Studien gehen von jeder dritten Katze im Alter aus, es kann aber auch jüngere Katzen betreffen.

Was ist eine chronische Niereninsuffizienz?

Insuffizienz kommt aus dem lateinischen und bedeutet Unzulänglichkeit oder Unfähigkeit. In der Medizin umschreibt dieses Wort die eingeschränkte Funktion oder unzureichende Leistung eines Organs oder Organsystems. Chronisch werden Krankheiten bezeichnet, die sehr langsam verlaufen oder lang andauernd sind. Im Falle der chronischen Niereninsuffizienz bedeutet es, dass die Nieren eine dauerhaft eingeschränkte Funktion haben und letztendlich versagen.

Welche Aufgaben haben die Nieren?

In erster Linie ist die Niere ein Ausscheidungsorgan. Mit Hilfe des Urins werden Stoffwechselgiftstoffe, die im normalen Verdauungsprozess entstehen und in zu großer Menge dem Körper schaden würden ausgeschieden. Daneben nimmt sie noch weitere Funktionen wahr:

  • Regelung des Flüssigkeitshaushaltes des Körpers
  • Regelung des Elektrolythaushaltes (Natrium, Kalium, Calcium, Phosphat u. a.)
  • Regelung des Säure-Basen-Haushaltes
  • Abgabe von Hormonen ins Blut, die den Blutdruck, die Bildung von roten Blutkörperchen und den Knochenstoffwechsel regulieren
  • Ausscheidung von Medikamenten und Umweltgiften

Die Nieren können sich leider nicht selbst regenerieren wie beispielsweise die Leber. Sind sie einmal geschädigt, bleibt diese Schädigung für den Rest des Lebens und wird sich im Laufe der Jahre aufgrund der eingeschränkten Funktion auch noch verschlimmern.

Welche Ursachen hat die CNI?

Noch ist die Erforschung dieser Krankheit nicht am Ende angelangt. Es gibt verschiedene bewiesene Ursachen sowie einige vermutete Auslöser die aber noch nicht ausreichend bewiesen wurden.

Bewiesene Ursachen sind unter anderem:

  • angeborene oder erbliche Faktoren
  • Entzündungen der Niere oder der harnableitenden Wege
  • Vergiftungen
  • Tumorerkrankungen
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • andere Grunderkrankungen

Unbewiesene Ursachen sind unter anderem:

  • Zahn- und oder Zahnfleischerkrankungen
  • Trockenfutterernährung
  • Bluthochdruck
  • harnansäuernde Futtermittel
  • Kaliummangel


Welche Symptome können auf eine CNI hindeuten?

Die im Folgenden aufgelisteten Symptome können auf eine CNI hindeuten, genauso aber auch auf andere Erkrankungen. Es gibt auch CNI-Patienten, die nur einige dieser Symptome aufweisen. Sie dienen somit nur als Anhaltspunkt und reichen zu einer Diagnoseerstellung in keinem Fall aus:

Vermehrtes Trinken / Durst (Polydipsie): Der Körper reagiert mit gesteigertem Durst auf die eingeschränkte Nierenfunktion und versucht mit den größeren Trinkmengen weiterhin die Stoffwechselgifte ausreichend über die Nieren auszuscheiden.

Vermehrtes Urinieren (Polyurie): In Folge des vermehrten Trinkens produziert der Körper auch mehr Urin um die Stoffwechselgifte auszuscheiden.

Vermehrtes Erbrechen: Viele CNI-Katzen leiden an einer Übersäuerung des Magens. Die im Körper nicht ausreichend abgebauten Stoffelwechselgifte können die Magensäureproduktion erhöhen. Meist erbrechen sie dann weißen Schaum und oder klare Flüssigkeit. Aufgrund der Stoffwechselgifte ist den betroffenen Katzen oft übel, was ebenfalls zu erbrechen führt.

Entzündungen der Mundschleimhaut: Die erhöhte Magensäureproduktion kann diese Entzündung verursachen.

Entzündung der Magenschleimhaut: Die erhöhte Magensäureproduktion kann diese Entzündung verursachen.

Fressunlust (Inappetenz) + Gewichtsverlust: bis hin zur Futterverweigerung. Meist aufgrund von Übelkeit, Inappetenz kann aber auch durch Austrocknung, Verstopfung, und Geruchsverlust entstehen.

Austrocknung (Dehydration): In dem Versuch der Nieren, die Stoffwechselgifte auszuscheiden, kann es zu einer Austrocknung des Körpers kommen. Oft übersteigt die Ausscheidungsrate der Flüssigkeit die Aufnahmerate. Die Katze kann nicht so viel trinken, wie sie ausscheidet.

Verstopfung: Kann eine Folge von Flüssigkeitsmangel sein.

Schwäche, verminderte Aktivität: Verschiedene Faktoren der CNI können zu einer Schwäche führen, oftmals zeigt sie sich in den Hinterbeinen.

Stumpfes Fell: Das hängt auch mit Austrocknung zusammen.

Mundgeruch: Wenn die Nieren die Stoffwechselgifte nicht mehr ausreichend abbauen, kommt es zum typischen Geruch aus dem Maul.

Erblindung: Die eingeschränkte Nierentätigkeit kann zu Bluthochdruck führen, welcher wiederum eine Erblindung auslösen kann. Wenn hier schnell reagiert wird, kann mittels eines blutdrucksenkenden Mittels das Augenlicht wieder erlangt werden.

Wenn Sie eines oder mehrere Symptome bei Ihrer Katze bemerken, sollten Sie sie auf jedem Fall dem Tierarzt vorstellen und auf eine ausführliche Blutuntersuchung bestehen.

Diagnose der chronischen Niereninsuffizienz

Da sich die meisten Symptome erst bemerkbar machen, wenn die Krankheit schon in einem fortgeschrittenen Stadium ist, ist es sinnvoll bei dem geringsten Verdacht oder auch bei einem regelmäßigen Checkup – der bei älteren Katzen auf jeden Fall angeraten ist – mittels einer Blutuntersuchung die Nierenwerte kontrollieren zu lassen.

Sollten die entsprechenden Parameter im Blut erhöht sein, müssen weitere Untersuchungen zur Bestätigung der Diagnose CNI folgen, da auch andere Erkrankungen die Blutwerte erhöhen können. Eine weitere Absicherung der Diagnose ist ein Urintest (U-P/C – Test), in dem das Verhältnis von Protein (Eiweiß) zu Kreatinin (Stoffwechselprodukt der Niere) untersucht wird. Dieser Urintest wird auch oft zur Früherkennung von CNI eingesetzt. Eine Früherkennung ist wichtig: je weniger die Niere prozentual geschädigt ist, desto besser kann man auf die Erkrankung reagieren.

Weiterer Untersuchungen (Röntgen, Ultraschall, weitere Blutuntersuchungen) helfen bei der weiteren Abklärung, ob es sich um ein akutes Nierenversagen oder eine chronische Niereninsuffizienz handelt.

Behandlung einer chronischen Niereninsuffizienz

Welche Behandlung am sinnvollsten ist, hängt mit dem Schweregrad der Schädigung, den Symptomen und dem Befinden Ihrer Katze zusammen. In der Tiermedizin kann folgendes zum Einsatz kommen:

  • eine spezielle Nierendiätfutter, um die Nieren zu entlasten
  • Infusionstherapie, um der Austrocknung gegen zuwirken und die Gifte aus dem Körper zu spülen
  • Behandlung der Übelkeit und dem daraus resultierenden Erbrechen
  • Stimulation des Appetits
  • Behandlung des Bluthochdrucks

Neben der klassischen Medizin gibt es außerdem alternative und ganzheitliche Behandlungsansätze, die seit Jahren eingesetzt werden. Befragen Sie hierzu Ihren Tierarzt.

Gerade bei diesem Krankheitsbild ist es sehr wichtig, dass Sie sich selbst in die Thematik einlesen und so Ihre Katze gezielter beobachten können. Sie sollten mit Ihrem Tierarzt und eventuellem Tierheilpraktiker Hand in Hand arbeiten. Das Krankheitsbild ist sehr komplex und greift in viele andere Körperabläufe mit ein.

Eine Quelle für diesen Artikel und eine sehr gute Internetseite mit detailreichen Information für Ihren Einstieg in die chronische Niereninsuffizienz finden Sie hier:

Tanyas Informationszentrum

Weitere Quellen:

Artikel von Barbara Welsch

Tierarztpraxis Dr. Rogalla und Dr. -Rummel

Die Seiten von Birgit Lötzerich

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© Katja Tuszynski 2009 – www.marcating.de

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