Escherichia coli bei Katzen (E. coli)

Das Bakterium Escherichia coli wird meist als E. coli bezeichnet und gehört zu den weltweit am besten untersuchten Bakterien. Wie bei fast alle Bakterien gibt es auch bei diesem verschiedene Stämme. Einige sind natürlicher Bestandteil der Darmflora von Mensch und Tier – in jedem Gramm Kot befinden sich Millionen von ihnen - und haben eine wichtige Funktion für das Immunsystem. Aufgrund seiner schnellen Teilungsrate verhindert es die Ausbreitung schädlicher Erreger im Darm.

Sollten diese „guten“ Stämme von E. coli jedoch in andere Körperbereiche außerhalb des Darms gelangen, können sie dort Infektionen wie beispielsweise Harnwegsinfekte verursachen. Neben diesen vom Körper benötigten Stämmen von E. coli gibt es auch einige Varianten, die Darmerkrankungen auslösen können. Die wichtigsten sind EHEC (enterohämorrhagische E. coli), EPEC (enteropathogene E. coli), ETEC (enterotoxische E. coli) und EIEC (enteroinvasive E. coli). Vor allem EHEC ist einer der häufigsten Verursacher von Lebensmittelvergiftungen und als solcher immer wieder in Medienberichten anzutreffen.

Vorkommen und Übertragungswege

Die Ansteckung mit EHEC kann durch den Verzehr besiedelter Lebensmittel oder die Aufnahme von durch Fäkalien kontaminiertes Wasser erfolgen. Es wurden schon viele unterschiedlicher Träger gefunden, wovon einige auch unsere Katzen betreffen können: Rinderhackfleisch, Salami, Mettwurst, Rohmilch, nicht pasteurisierter Apfelsaft, Salat, Sprossen, Bade- und Trinkwasser. Eine direkte Ansteckung vom Tier zum Menschen oder umgekehrt wie auch von Mensch zu Mensch ist möglich. Bereits die (in Bakterien-Dimensionen geringe) Anzahl von rund 100 Bakterien reichen für eine Ansteckung aus.

Symptome

Die Symptome hängen vom Ort der Erkrankung ab. Bei Katzen konnte man beobachten, dass neben Darmerkrankungen auch Infektionen des Nase-Rachenraumes, des Genitaltraktes, der Harnwege, der Ohren und der Augen durch E. coli verursacht wurden. Folgende Beschwerden können deswegen auf eine Infektion mit E. coli hinweisen:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Darmentzündung (Bauchschmerzen)
  • mangelnder Appetit
  • Rachenrötung
  • Schluckbeschwerden
  • Nasenausfluss
  • Augenausfluss
  • Augenrötung
  • Kratzen und Schütteln des Ohres
  • Alle Symptome eines Harnwegsinfekts
  • Ausfluss der Gebärmutter
  • Abszesse im Unterhautbereich
  • Fieber


Für Kitten, Senioren und durch Krankheit geschwächte Tiere ist eine Infektion mit E. coli besonders gefährlich. Bei erwachsenen gesunden Katzen kann es auch zu verzögerten und wiederkehrenden Krankheitszeichen kommen.

Diagnose

Bei Kotuntersuchungen ist der Befund E. coli meist nicht eindeutig, da diese Bakterien wie oben beschreiben natürlicher Bestandteil der Darmflora sind. Aus diesem Grund empfiehlt sich hier ein PCR-Test (Polymerase Kettenreaktion) zur weiteren Bestimmung des Keims. Bei anderen Infektionsorten reicht ein normaler Abstrich für die bakteriologische Untersuchung aus, zum Beispiel bei Infektionen von Augen oder Ohren.

Behandlung

Die Behandlung hängt zum einen vom Ort der Infektion, zum anderen von der Schwere der Erkrankung ab. Manch eine durch E. coli verursachte Darmerkrankung wird vom intakten Immunsystem alleine bewältig, in diesem Fall kann eine Behandlung der Symptome ausreichen. In anderen Fällen ist die Gabe von Antibiotika erforderlich, wobei nicht alle Antibiotika geeignet sind und auch die Gefahr von Resistenzen gegeben ist. Ihr Tierarzt bestimmt das passende Antibiotikum in der Regel mit einem Antibiogramm.

Wenn Sie sich über das Thema gerne weiter austauschen wollen, dann schauen Sie gern auf unserer Facebook-Seite vorbei!


© Katja Tuszynski – www.marcating.de
© Foto: www.sxc.hu


Quellen:
Wikipedia I
Wikipedia II
Laboklin
Krankheiten der Katze