Futtermittelunverträglichkeit

In der Medizin unterscheidet man zwei Formen der Futtermittelunverträglichkeit. Zum einen die Futtermittelintoleranz, zum anderen die Futtermittelallergie. Im Folgenden finden Sie eine genaue Definition der beiden Unverträglichkeiten, Wege der Diagnose und den erfolgreichsten Behandlungsansatz.

Was ist der Unterschied zwischen Futtermittelallergie und Futtermittelintoleranz?

Der Begriff „Intoleranz“ oder Unverträglichkeit meint medizinisch eine Stoffwechselstörung aufgrund unzureichender Verarbeitung zugeführter Substanzen. In Bezug auf eine Futtermittelintoleranz bedeutet es die Störung des normalen Verdauungsprozesses bei Aufnahme eines bestimmten Futtermittels oder einer Zutat. Die Reaktion bei einer Futtermittelintoleranz geschieht ohne Beteiligung des Immunsystems.

Bei der Futtermittelallergie kommt es zusätzlich noch zu einer Immunantwort. Das bedeutet, dass das Immunsystem der Katze den Allergie auslösenden Stoff wie auf einen Krankheitserreger behandelt und entsprechend darauf reagiert.

Die Ursachen einer Allergie können in verschiedenen Bereichen liegen. Möglich sind beispielsweise erbliche Veranlagung, der Einfluss von Umweltgiften und veränderte Lebensgewohnheiten. Der Wissensstand der Medizin auf dem Gebiet der Allergien entwickelt sich ständig weiter.

Symptome von Futtermittelunverträglichkeiten

Wichtig: Die nachstehenden Symptome entstehen auch bei vielen anderen Erkrankungen. Wenn Ihre Katze eines oder mehrere dieser Symptome zeigt, bedeutet das nicht , dass sie eine Futtermittelunverträglichkeit hat. Diese Diagnose sollte immer durch einen Tierarzt gestellt werden!

Folgende Symptome können Anzeichen für eine Futtermittelunverträglichkeit sein, egal ob die Katze nur eines oder mehrere zeigt:

  • Erbrechen, das nur bei bestimmten Futtersorten auftritt
  • Durchfall, der sich nach Futterumstellung bessert
  • Blähungen bei bestimmten Futtersorten
  • Bauchschmerzen
  • Juckreiz, häufig vor allem im Gesicht, an den Ohren und an den Pfoten
  • Schuppige Haut
  • Haarausfall, oft auffällig jenseits des Fellwechsels
  • Entzündete oder gerötete Haut
  • schlechter Appetit bis hin zur Abmagerung
  • Teilnahmslosigkeit

Auslöser von Futtermittelunverträglichkeiten

Wie die menschliche Nahrungsmittelindustrie hat auch die Tiernahrungsindustrie seit den 50er Jahren einen rasanten Wandel zu verzeichnen. Es gibt immer mehr Hersteller für Katzennahrung, gleichzeitig wünschen viele Kunden, dass die Produkte immer länger haltbar sind. Die Folge oft der Einsatz von künstlichen Konservierungs- und Stabilisierungsstoffen. Aber in den meisten Fällen lösen diese nur bei einem geringeren Teil der Katzen Unverträglichkeiten aus. Der größere Teil reagiert auf bestimmte Eiweiße (Proteine) von einigen Fleisch- oder Getreidesorten. Ebenfalls kommen Kohlehydrate als Auslöser vor. Die bekanntesten Allergie- und Intoleranzauslöser sind:

  • Rindfleisch
  • Milchprodukte
  • Geflügel
  • Eier
  • Fisch
  • Getreide- oder Sojaprodukte


Bestimmte Faktoren unterstützen eine Futtermittelunverträglichkeit, wie beispielsweise die oben genannten Konservierungsstoffe. Diese lösen zwar selten selbst Allergien aus, können vorhandene Allergien aber verstärken. Verschiedene Medikamente können eine Unverträglichkeit ebenfalls fördern. Weiterhin gibt es einige Katzenrassen, bei den Futtermittelunverträglichkeiten häufiger vorkommen als bei anderen. Hier kann man dann von einer genetischen Disposition ausgehen.

Diagnose einer Futtermittelunverträglichkeit

Zwei Wege zur Diagnosefindung haben sich zwischenzeitlich in der Praxis etabliert. Der eine ist eine Ausschluss- oder Eliminationsdiät über viele Wochen hinweg, der andere ist eine Blutuntersuchung, welche jedoch auch häufig Falschergebnisse liefert. Der Bluttest eignet sich ausschließlich um herauszufinden, auf welche Zutat das Immunsystem wahrscheinlich nicht mit einer Allergie reagieren wird.

  • Bei einem negativen Ergebnis (-) ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass jenes Futtermittel gut vertragen wird.
  • Ein positives Ergebnis (+/++/+++) zeigt lediglich an, dass die Katze schon einmal mit diesen Futtermitteln in Kontakt gekommen ist.


Dies ist der Grund warum gängige Zutaten wie Geflügel, Rind und Getreide oft ein positives Ergebnis liefern. Von diesen Antikörpernachweisen auf eine Allergie zu schließen ist leider nicht möglich. Der Goldstandart zur sicheren Diagnose einer Futtermittelunverträglichkeit oder einer Futtermittelallergie ist in jedem Fall die Ausschlussdiät mit anschließenden Provokationstests.

Bis zur eindeutigen Diagnose einer Futtermittelintoleranz oder –allergie ist es ein langer Weg, da verschiedene andere (Haut-) Erkrankungen ähnliche Symptome zeigen. Es ist deswegen sehr wichtig, die anderen möglichen Erkrankungen auszuschließen. Wie immer, wenn etwas häufiger als früher auftritt – egal aus welchem Grund – wird es auch zu einer Art „Modeerscheinung“. Es immer wieder Fälle, in denen ein Tierarzt oder gar ein Heilpraktiker ohne gründliche Untersuchung und ohne Ausschlussdiät eine Futtermittelallergie diagnostizierte. Nicht weniger selten hatte derjenige auch direkt das passende Spezialfutter vorrätig, um es dem verunsicherten Katzenhalter direkt zu verkaufen. Das ist nicht der richtige Weg und letztlich womöglich eine Falschdiagnose, weil anderes übersehen wurde.

Die Ausschlussdiät ist mitunter eine anstrengende Zeit, vor allem wenn man mehrere Katzen hat. Aber nur so können eine Allergie und ihre Auslöser zweifelsfrei bestimmt werden.

Behandlung

Die sicherste Behandlung ist der Verzicht auf die auslösenden Stoffe. Je nach dem, worauf Ihre Katze überreagiert ist es einfacher oder komplizierter das umzusetzen. Die Futtermitteletiketten geben oftmals die Formulierung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ oder „Getreide“ an. Um wirklich über die Zutaten eines Futtermittels informiert zu sein, bleibt nur der Weg der direkten Nachfrage beim Hersteller übrig. Von manchen Futterproduzenten bekommt man allerdings keine exakte Antwort, das kann zwei Gründe haben:

  • die Rezeptur wechselt je nach kostengünstigem Angebot im Einkauf
  • der Hersteller will diese Auskunft aus anderen Gründen nicht öffentlich machen, beispielsweise will er seine Rezeptur schützen


Eine Hilfe bieten wir Ihnen mit unseren drei Artikeln zum besseren Verständnis der Fachbegriffe auf Futtermitteletiketten:

Futtermitteletiketten-Teil-I

Futtermitteletiketten-Teil-II

Futtermitteletiketten-Teil-III

Gerade für Katzen mit schweren Allergien gegen Hauptbestandteile vieler Futtermittel kann BARFen eine gute Möglichkeit sein, um wirklich eine Kontrolle über den Inhalt des Napfes zu haben.

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Wichtig: Beim BARFen ist darauf zu achten, dass die notwendigen Supplemente auch keine Allergieauslöser enthalten!
 
Einige Hersteller bieten auch spezielle Fertigfutterdiäten in verschiedenen Qualitäten an. Einige davon finden Sie in unserem Onlineshop:

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Getreidefreie Katzennahrung

Sie finden bei jedem Futter die genaue Deklaration der Inhaltstoffe. Sollten Sie sich bei einem Futter Ihrer Wahl in Bezug auf allergieauslösende Stoffe unsicher sein rufen Sie uns einfach an, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ansprechpartnerin für Fragen der Ernährung:
Julia Klischies
julia.klischies@petsnature.de
Tel.: +49 (0) 172 / 341 66 95

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© Katja Tuszynski 2009 – www.marcating.de
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Quellen:
Laboklin