Ist Ihre Katze zu dick?

Für Katzen gilt genauso wie für uns Menschen, dass dick sein nicht gesund ist. Es führt zu vielen gesundheitlichen Schäden, verkürzt sogar die Lebenserwartung. Fangen wir bei den Ursachen für eine dicke Katze an, meistens sind wir Menschen schuld am größeren Umfang unserer Katzen. Es gibt aber auch den einen oder anderen medizinischen Grund.

Gründe für Übergewicht sind Bewegungsmangel oder nicht ausreichend geforderte Katzen, aber auch schlicht die Gabe von zu viel Futter. Wenn wir einen Blick auf wild lebende Katzen werfen, ist ganz klar zu sehen, dass diese Katzen nicht übergewichtig werden. Deswegen müssen wir Menschen gerade bei Wohnungskatzen für einen adäquaten Ausgleich sorgen. Dazu später mehr.

Ein weiterer möglicher Grund liegt im falschen Umgang mit Kitten während ihrer Prägephase, ihren ersten Lebenswochen. Wenn kleine Katzen zu gut ernährt werden, dann bildet ihr Körper mehr Fettzellen als notwendig, so dass in der Folge auch mehr Fett als nötig im Erwachsenenalter abgespeichert werden kann. Auch das Essverhalten, welches wir den Katzen anerziehen, kann ursächlich für Übergewicht sein. Jede Katze nascht gerne, es obliegt aber uns darauf zu achten, was und wie oft sie nascht. Ebenfalls ist es unsere Aufgabe, das Naschen auf die normale Futtermenge anzurechnen. Katzen mit Bewegungsmangel oder Langeweile neigen in der Folge auch dazu, zu viel zu Fressen, weil die Fütterung auch Aufmerksamkeit vom Menschen bedeutet.

Woran kann ich erkennen ob meine Katze zu dick ist?

Es gibt ein paar körperliche Merkmale, mit Hilfe derer man beurteilen kann, ob eine Katze Unter-, Normal- oder Übergewicht hat.

Starkes Untergewicht: Rippen und Lendenwirbel, sowie Beckenknochen sind bei einer Kurzhaarkatze mit bloßem Auge gut zu erkennen, bei einer Langhaarkatze sehr leicht zu ertasten. Die Kniefalte ist deutlich sichtbar, in den Flankenfalten ist kein Fettgewebe. Wenn man von oben auf seine Katze schaut, hat sie eine starke Taille und einen schmalen Nacken.

Untergewicht: Die Rippen und Wirbel sind leicht zu tasten unter einer sehr dünnen Fettschicht, von oben gesehen hat die Katze eine enge Taille.

Normalgewicht: Bei ihr kann man die Rippen zwar fühlen aber nicht sehen. Bei Langhaarkatzen spürt man über den Rippen eine dünne Fettschicht. Die Katzen haben eine erkennbare Flankenfalte. In der Draufsicht hat die Katze eine leichte Taille.

Übergewicht: Die Rippen sind schon etwas schwerer unter einer stärkeren Fettschicht zu tasten. Sichtbares Fettgewebe am Bauch, das auch beim Laufen leicht hin und her schlenkert. Der Bauch ist in der Seitenansicht gerundet, Taille kaum mehr erkennbar von oben.

Starkes Übergewicht: Die Rippen sind unter einer ausgeprägten Fettschicht kaum mehr zu ertasten. Eine Taille ist nicht mehr vorhanden, starkes Fettgewebe vor allem am Bauch, aber auch in den Flanken, im Gesicht und an den Beinen. Der Bauch schwingt beim Laufen hin und her.

Wenn Sie nun festgestellt haben, dass Ihre Katze übergewichtig ist, ist der nächste Schritt der Gang zum Tierarzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für eine gesunde Katzendiät. Welche für Ihre Katze passt, sollte auf jeden Fall der Tierarzt aufgrund des Gesundheitszustandes der Katze mitentscheiden. Die Palette reicht von reduzierter Kost über die so genannten Light-Produkte bis hin zu einer kompletten Ernährungsumstellung. Trockenfutter ist in der Regel kalorienreicher als Nassfutter. Auch im Bereich der Leckerlies gibt es kalorienreiche und ungesunde sowie natürliche und gesundere Naschereien. Empfehlenswert sind zum Beispiel gefriergetrocknete Shrimps oder getrocknete Fleischstückchen wie unsere Catz finefood Meatz.

WICHTIG: Katzen dürfen nicht zu schnell abnehmen, da sonst die Gefahr einer hepatischen Lipidose (Fettleber) besteht. Am besten lassen Sie Ihre Samtpfote vor Diätbeginn einmal gründlich vom Tierarzt durchchecken. Er wird Ihnen auch sagen, wie viel Gramm die Katze aufgrund ihrer Konstitution maximal pro Monat abnehmen sollte.

Hepatische Lipidose - Fettleber

Reicht eine Diät aus?

Keine noch so gute Diät wird dauerhaften Erfolg zeigen, wenn Sie nicht die Lebensweise Ihrer Katze umstellen.Für unsere Katzen gilt das Gleiche wie für Menschen: Sport gehört dazu! Und das umso mehr, wenn Bewegungsmangel oder Langeweile die Ursache für das Übergewicht Ihrer Katze ist.

Spiel und Spaß lässt die Pfunde purzeln. Schwierig wird es allerdings, wenn die Katze schwer zum Spielen zu motivieren ist. Klar, es gibt Katzen, denen man nur einen Federwedel vor die Nase zu halten braucht und schon geht’s los. Aber das trifft eben nicht auf alle Katzen zu und gerade die etwas behäbigeren Kandidaten müssen oft besonders motiviert werden, haben auch oftmals das Spielen und Toben „verlernt“. Außerdem fällt es einer dicken Katze auch schwerer sich zu bewegen, schließlich trägt sie im schlimmsten Fall ein paar Kilos zuviel mit sich rum. Da hilft nur Disziplin und Konsequenz, in erster Linie von uns Menschen. Zur Unterstützung folgen jetzt ein paar Tipps:

Leckerlies erarbeiten: Eine Katze sollte sich ihre Leckerlies erarbeiten, das gilt für schlanke und besonders für dickere Vertreter. Gut geeignet sind dafür die im Handel erhältlichen Snackbälle, die von der Katze bespielt werden müssen um an das begehrte Naschwerk zu kommen. Genauso super sind auch die selbst gebastelten Pfotelburgen, da muss sich die Katze das begehrte Naschwerk erpfoteln. Man kann aber auch einfach das Leckerlie der Katze zeigen und es dann im hohen Bogen durch die Wohnung werfen, so dass sie ihm hinterher jagen muss.

Spielzeug: Die meisten Katzen spielen kaum mit sich selbst, also ist hier der Mensch gefordert. Alles was neu und unbekannt ist und fremd riecht ist spannender als das Spielzeug, was Katze seit Jahren kennt. Es gibt inzwischen in einigen Onlineshops kätzisch gut durchdachtes Spielzeug, wie zum Beispiel eine Federangel, die einen fliegenden Vogel imitiert. Das lässt kaum eine Katze kalt. Das Spielzeug muss den Jagdinstinkt der Katze herausfordern! Die eine Katze steht mehr auf schlangenartige Bewegungen, die andere mag lieber Raschelndes. Finden Sie heraus was die Katze anheizt, achten Sie auf ihre Körpersprache. Belauert sie das Spielzeug, sind Sie auf dem richtigen Weg und müssen die Katze nur noch etwas mehr ermutigen.

Spieledecke: Hierzu eignet sich jede kleinere Decke. Katzen lieben es, wenn unter Decken ein Spielzeug lang wandert und sie es erhaschen müssen. Lassen Sie ab und zu auch mal die Spitze rausgucken. Für die eine Katze müssen Sie mehr schlängeln, für die andere besser schnell hin und her ziehen. Oder die Decke über einen niedrigen Karton legen und so eine Höhle schaffen und dort spielen. Mit dieser Decke können Sie ein tägliches Spieleritual einführen, damit Ihre Katze weiß: Mein Mensch holt die Decke, jetzt wird gespielt!

Alltag durchbrechen: Katzen mögen keine großen Veränderungen in ihrem Revier, aber kleine Überraschungen sind gerne gesehen. Bauen Sie doch einfach mit ein paar Stühlen, einem Tisch dazwischen und vielleicht einem Regalbrett einen kleinen Parcours für Ihre Katze. Sie wird sofort neugierig schnüffelnd ankommen. Nutzen Sie diese Neugierde und versuchen Sie sie mit einem neuen Spielzeug - wie zum Beispiel einem Wedel - über diesen Parcours zu locken. Dabei sollte Ihre Katze springen und klettern müssen. Sie werden sehen, so findet sie wieder Spaß am Spielen.

Mit größeren Kartons kann man den Alltag immer wieder gut  durchbrechen. Ein länglicher und vielleicht 30 cm hoher Karton ist bestens für eine Türschwelle geeignet, so dass Ihre Katze jetzt jedes Mal wenn sie in ein bestimmtes Zimmer will darüber springen muss. Die Kartons können alle paar Tage neu positioniert werden, auch dass bringt wieder Abwechslung in den Alltag der Katze.

Fangen spielen:
Katzen untereinander spielen gerne Fangen. Das geht auch genauso gut mit uns Menschen. Wenn Sie gerade mit Ihrer Katze am Spielen sind, rennen Sie auf einmal überraschend weg in ein anderes Zimmer. Manche Katzen rennen von alleine hinterher, andere müssen gelockt werden. Am besten schaffen Sie schon vorher ein paar Töne oder Worte, die Ihre Katze in Zukunft immer eindeutig mit Spielen verbindet. Locken Sie sie genau mit diesen Spielsignalworten zu Ihnen, nach dem Sie weggerannt sind. Ist die Katze bei Ihnen eingetroffen, drehen Sie den Spieß um und versuchen nun, Ihre Samtpfote zu jagen. Aber bitte verursachen Sie niemals Angst bei Ihrer Katze, es muss mittels Ihrer Töne und Körpersprache ganz klar sein, dass das jetzt Spiel ist. Hat sie das kapiert wird sie ihre helle Freude an diesem Fangspiel haben!

Erlaubt ist grundsätzlich alles was Ihrer Katze – und auch Ihnen – Spaß macht und niemanden gefährdet. Räumen Sie bitte potentiell gefährliches Spielzeug oder gewagte Parcours weg, wenn Sie nicht da sind und lassen nichts unbeaufsichtigt liegen.

Ein weiteres wichtiges Mittel beim Spielen ist die so genannte positive Verstärkung. Loben Sie Ihre Katze bei allem Spiel und Erfolg, denn das hört auch die Katze gern. Sie lernt so, dass Spielen ein von Ihnen erwünschtes Verhalten ist und sie auf diesem Weg von Ihnen viel Zuwendung bekommt. Das vergrößert ihre Freude um ein vielfaches! Je schlanker Ihre Katze dank Nahrungsumstellung und Bewegung wird, desto zufriedener wird sie auch wieder werden und es Ihnen mit noch genussvolleren Schmusestunden danken.

Noch ein Wort zu den gesundheitlichen Folgen, wenn eine Katze zu dick ist und bleibt. Diabetes, Gelenk- und Wirbelsäulenschäden, Herz- und Kreislaufprobleme sowie eine teils dramatisch verkürzte Lebenserwartung sind nur einige davon. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Katze früher oder später daran erkrankt, kann durch eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung stark gesenkt werden. Und auch Ihnen selbst wird es besser gehen, wenn Sie nach Hause kommen und von einer zufriedenen und agilen Katze begrüßt und zum Spiel aufgefordert werden.

Noch ein paar Links zum Thema:

Artikel eines Tierarztes: Kugelrund ist ungesund

Tiermedizinportal zu Adipositas bei Katzen

Weitere Fragen zu diesem Thema beantworten wir auch gerne in unserem Forum: Forum von Petsnature


© Katja Tuszynski 2009 – www.marcating.de

Bildquellen:
Foto 1: Heide - Danke für die Überlassung!
Foto 2: www.sxc.hu
Foto 3: Katja Tuszynski