Krankenversicherung für Katzen – Tierkrankenversicherung

Seit einigen Jahren bieten verschiedene Versicherungsunternehmen Tierkrankenversicherungen an. Über Sinn oder Unsinn kann man streiten, Fakt ist, dass die Tiermedizin heutzutage wesentlich komplexer geworden ist und Tierarztrechnungen bei entsprechender Behandlung durchaus im 4-stelligen Bereich ausfallen können. Im folgenden werde ich die verschiedenen Versicherungsformen vorstellen und das Geschäft der Versicherung an sich darstellen.

Welche Tierkrankenversicherungen gibt es?

Operationskostenversicherung: Diese Versicherungsform tritt nur bei Operationen, die Ihre Katze benötigt in Kraft. Die vorhergehenden Untersuchungen, die zur Diagnosefindung dienen, sind in der Regel nicht enthalten, notwendige Nachuntersuchungen im direkten Zusammenhang mit der Operation schon. Die erforderlichen Medikamente die zur Nachbehandlung gehören, sind in einigen enthalten. Bei manchen Versicherungen wird eine zu zahlende Höchstsumme pro Jahr festgelegt, wenn Sie diese überschreiten, zahlen Sie den Rest selbst.

Vorteile:

  • meistens keine Altersbegrenzung beim Abschluss der Versicherung
  • geringere monatliche Beiträge als bei der Vollversicherung

Nachteile:

  • es werden nur die Operationskosten und die direkt damit zusammenhängenden Kosten erstattet.

Voll - Krankenversicherung: In dieser Versicherungsform werden im Gegensatz zur OP-Kosten-Versicherung mehr und andere Tierarztkosten übernommen. Je nach Tarif gibt es allerdings einen so genannten Selbstbehalt (Mindestsumme die der Tierhalter selbst trägt) oder eine jährliche Begrenzung für Tierarztkosten generell oder pro Diagnose bzw. "Schadensfall".

Vorteile:

  • es werden auch normale Untersuchungskosten oder Impfungen bezahlt
  • meist sind auch noch weitere "Spezialleistungen" mit eingeschlossen

Nachteile:

  • der monatliche Beitrag ist höher
  • Katzen ab einem gewissen Alter werden nicht mehr versichert


Wie funktioniert eine Versicherung überhaupt?


An sich eine schöne Vorstellung: Ich zahle monatlich einen überschaubaren Betrag, dafür gibt mir die Versicherung immer das Geld für jede Tierarztrechnung. Nur so einfach funktioniert das nicht, Versicherungen sind keine wohltätigen Vereine, es ist ein klar kalkuliertes Geschäft.

Verallgemeinernd könnte man eine Versicherung mit einer Wette vergleichen. Sie „wetten“, dass Sie die Versicherung irgendwann in Anspruch nehmen müssen, die Versicherung wettet dagegen. Und in der Regel behält sie Recht, denn sonst würde sich das Geschäft für sie nicht lohnen. Das bedeutet, wenn man den Blick auf alle Tierkrankenversicherungen eines Versicherungsunternehmen wirft, muss die Versicherung nur bei einem ungleich kleineren Prozentsatz aller Versicherten mehr bezahlen, als sie an Beiträgen von Ihnen als einzelnem erhält. Versicherungen sind ein Massengeschäft.

Neben diesem Massenaspekt greifen noch weitere statistische Erfahrungswerte von Tierarztkosten im Allgemeinen. Sie nehmen Einfluss auf die Versicherungsbedingungen, diese können von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich ausfallen. Ziel von allen ist der Gewinn, der sich aus den Beiträgen aller Tierkrankenversicherungen aller Kunden zusammensetzt. Wenn eine Versicherung grundsätzlich keinen Gewinn bringen würde, würden sie sie nicht anbieten oder sie so modifizieren, bis sie Gewinn bringt. Damit sind wir bei den Versicherungsbedingungen.

Welche Versicherungsbedingungen gibt es?

Im Folgenden liste ich alle mir bekannten Bedingungen und Einschränkungen auf, die Sie in den Verträgen finden könnten. Für welche sich das Unternehmen entscheidet, hängt von ihren Experten ab.

Eintrittsalter: Vor allem bei der Vollversicherung gibt es eine Altersbegrenzung, ältere Tiere werden grundsätzlich nicht versichert, das Risiko ist zu hoch.

Andere Altersbegrenzungen: Bei manchen Versicherungen sinkt ab einem gewissen Alter der Katze die Übernahmehöhe von 100 % auf 80 % oder weniger.

Rasseeinschränkungen: Manche Katzenrassen leider verstärkt unter bestimmten Erbkrankheiten oder sind statistisch gesehen anfälliger bzw. häufiger krank, entweder wird die Rasse nicht vollversichert, oder bestimmte Krankheiten werden aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Selbstbehalt: Manche Versicherungen zahlen erst ab einer festgelegten Eigenbeteiligung von Ihnen.

Kostenbegrenzung: Manche Versicherungen begrenzen die Kosten entweder pro Jahr, pro Bereich wie z. B. Vorsorge oder pro Diagnose pro Jahr, alle darüber hinaus gehenden Kosten müssen Sie selbst tragen. Das gilt sowohl für die reine Behandlung, als auch für die Operationskosten.

Grundbedingungen: Häufig wird die Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Impfplanes zur Bedingung gemacht. Halten Sie eine Impfung nicht ein und Ihr Tier wird danach krank, kann die Versicherung die Kostenübernahme ablehnen.

Tierarztrechnung: Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) setzt sich aus einem so genannten Grundwert und einem Steigerungssatz zusammen. Manche Versicherungen zahlen nur den „einfachen Satz“ oder haben andere Einschränkungen in diesem Bereich.

Haltungsbedingungen: Bei manchen Versicherungen erhöht sich der Beitrag, wenn die Katzen z. B. ungesicherten Freigang haben, da das auch das Risiko der Versicherung erhöht.

Leistungsumfang: Der ist von Versicherung zu Versicherung sehr unterschiedlich. Manche zahlen z. B. auch den Tierheilpraktiker, manche schließen z. B. bestimmte Verfahren aus.

Versicherungslaufzeit: Es gibt Versicherungen die nur ein Jahr lang laufen und immer wieder verlängert werden können, es gibt aber auch Laufzeiten von 5 oder 10 Jahren. Längere Laufzeiten senken zwar etwas die Beiträge, binden Sie allerdings für diesen Zeitraum an diese Versicherung.

Leistungsbeginn: Nicht jede Versicherungsleistung beginnt mit Ihrer ersten Beitragszahlung, damit schützen sich die Versicherungen davor, dass Sie z. B. von der anstehenden Zahnsanierung schon wissen und nur deswegen die Versicherung abschließen.

Sie sehen, es ist sehr wichtig sich das ganze Kleingedruckte – die Versicherungsbedingungen genau durch zu lesen und auseinander zu klamüsern was sie im Einzelnen bedeuten. Wenn Sie sich für eine Versicherung interessieren, lohnt sich der Vergleich der Bedingungen und der Kosten mehrere Versicherungen auf jeden Fall!

Tierkrankenversicherung - Sinn oder Unsinn?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, es spielen verschiedene Faktoren dabei eine Rolle. Das fängt mit Ihren eigenen Lebensumständen an und hört mit der Situation Ihrer Katze auf.

Wenn Sie z. B. eine jüngere Katze mit einer bestimmten Erkrankung haben und davon ausgehen können, dass Sie trotz der Versicherungsbedingungen wahrscheinlich von der Versicherung profitieren könnten, dann macht sie auf jeden Fall Sinn.

Wenn Sie eine eher kränkliche Katze halten und über einen schmaleren Geldbeutel verfügen, dann wird Ihnen die Versicherung ein gutes Ruhepolster sein, immer für Ihre Katze alles Notwendige veranlassen zu können.

Letztendlich läuft es auf eine simple Rechenaufgabe hinaus:

12 x 20 Euro (durchschnittlicher Beitrag) = 240 Euro pro Jahr

240 Euro x 15 Jahre (durchschnittliche Lebenserwartung) = 3600 Euro für 15 Jahre

zusätzlich + eventuellem Eigenbehalt oder Kosten, die die Leistungsgrenzen überschreiten

Am Besten rechnen Sie sich das mit den exakten Zahlen der in Frage kommenden Versicherung durch. Wenn Sie mehrere Katzen halten, gibt es oftmals einen Rabatt wenn alle bei der gleichen Versicherung versichert werden.

Eine überdenkenswerte Alternative zur Tierkrankenversicherung ist ein Sparbuch. Es setzt allerdings voraus, dass Sie zum einen jeden Monat eine Summe X darauf einzahlen und zum anderen so diszipliniert sind, dieses Geld ausschließlich für Tierarztrechnungen zu benutzen.

Falls Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, stehen wir Ihnen gerne in  unserem Forum mit unserem Rat beiseite: Forum von Petsnature

© Katja Tuszynski 2009 – www.marcating.de

© Foto: Katja Tuszynski