Leukose – FeLV – Katzenleukämie

Das Feline Leukämievirus, auch Leukose oder Katzenleukämie genannt, ist eine ansteckende Erkrankung mit einem schleichenden Verlauf, die ab einer bestimmten Krankheitsphase leider meist tödlich endet. Sie bleibt oft lange unerkannt. Aufgrund der Komplexität der Erkrankung kann es zu sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern und Symptomen kommen. Das FeLV gehört zur Gruppe der Retroviren.

Man geht davon aus, dass rund 2 bis 10 % aller Katzen infiziert sind. Die Statistik sagt, dass rund 80 % aller mit Leukose infizierten und erkrankten Katzen in einem Zeitraum von 3 Jahren sterben. Wichtig ist dabei der Zusatz „und erkrankten Katzen“, da nicht jede Katze, die mit FeLV infiziert ist, auch daran erkrankt. Einige Katzen sind jahrelang virämisch (das bedeutet, dass das Virus im Blut nachweisbar ist) ohne sofort oder an einem späterem Zeitpunkt an Leukose zu erkranken, bei anderen bricht die Erkrankung gleich aus. Und es gibt Katzen, die sich zwar infizieren, jedoch das Virus auch wieder selbst eliminieren können. Bei diesen Katzen liegt eine kurze (bis zu 3 Wochen lange) Infektion vor, allerdings erreicht das Virus während der Infektionsdauer nicht das Knochenmark und kann deswegen auch wieder vollständig beseitigt werden.

Ansteckung

Das Feline Leukämievirus ist weltweit verbreitet. Die Ansteckung erfolgt über die Schleimhäute von Mund und Nase oder durch etwaige Wunden. Es muss direkt infektiöses Material (meistens Speichel oder Blut, Kot und Urin sind auch möglich) aufgenommen werden, die Ansteckung erfolgt in der Regel bei geselligem Kontakt wie dem gegenseitigen Putzen oder bei Revierkämpfen bei Freigänger-Katzen. Außerhalb des erkrankten Tieres, zum Beispiel in Näpfen oder Trinkbrunnen, ist das Virus bei Zimmertemperatur nur wenige Minuten überlebensfähig. Aufgrund dieser Tatsache ist auch eine Ansteckung von Wohnungskatzen, indem der Mensch zum Beispiel an seinen Schuhen das Virus von draußen mitbringt, relativ unwahrscheinlich. Allerdings wird dieser Punkt unter Fachleuten noch immer kontrovers diskutiert. Trächtige Katzen können die Infektion an ihren Wurf weiter geben, es müssen dabei jedoch nicht alle Geschwister infiziert werden.

Symptome

Leukose kann sich auf verschiedene Arten im Körper manifestieren, häufig tritt sie auch zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Deswegen kann – nicht muss! – es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Fressunlust
  • Abmagerung
  • Lustlosigkeit
  • vermehrtem Schlaf
  • mattes Fell
  • viel Trinken
  • Zahnfleischentzündung
  • schlecht heilende Wunden und Abszesse
  • Gelbsucht
  • Fieberschübe
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Blut im Kot
  • Ohrenentzündungen
  • Augenerkrankungen
  • Augentrübung
  • Katzenschnupfen
  • Entzündung des Rachenraumes
  • Lungenentzündung
  • Atemnot
  • Blutarmut (Anämie)
  • Vermehrte oder verminderte weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Lymphknotenschwellungen
  • Lymphosarkome (Tumore der lymphatischen Organe)
  • Tumore der inneren Organe
  • Nierenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Neurologische Störungen
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Fehl- oder Totgeburten bei trächtigen Katzen
  • und andere Infektionserkrankungen


Alle beschriebenen Symptome können auch bei vielen anderen Krankheiten auftreten, sie sind kein Beweis für eine Katzenleukämie. Die Diagnose einer Leukose ist nicht immer einfach oder eindeutig, ein erfahrener Tierarzt ist hier von großem Vorteil.

Katzenleukämie-Formen

Wie die Vielzahl der möglichen Symptome schon zeigen, ist das Krankheitsbild der Katzenleukämie sehr vielseitig. Man unterscheidet sie im ersten Schritt danach, ob sich Tumore bilden oder nicht (neoplastische und nicht-neoplastische Formen). Im nächsten Schritt erfolgt dann eine feinere Differenzierung die sich an den Hauptsymptomen orientiert.

Bei den neoplastischen Formen (Neoplasie ist ein Synonym für Tumore) bilden sich so genannte Lymphosarkome. Das sind bösartige Tumore, die sich in den lymphatischen Organen bilden. Die lymphatischen Organe haben unter anderem die Funktion Lymphozyten zu bilden, die zu den weißen Blutkörperchen zählen und für das Immunsystem sehr wichtig sind. Bei den nicht-neoplastischen Formen kommt es dagegen eher zu einer Unterdrückung des Immunsystems und/oder Veränderungen der Blutzellen.

Genau Differenzierung aller FeLV-Formen

Labordiagnostisch werden diese Formen der Katzenleukämie in so genannte Sub-Typen eingeteilt, die wichtigsten sind: FeLV A, FeLV B und FeLV C. Die letzteren beiden sind Mutationen von FeLV A, die bei der Reproduktion des Virus im Körper entstehen können. Der Sub-Typus FeLV B verursacht meistens eine Beteiligung von Tumoren (neoplastische Formen) und bei FeLV C kommt es vermehrt zu den nicht-neoplastischen Formen.

Diagnose

Da viele andere Erkrankungen (unter anderem FIV, FIP oder Hämobartonellose) dieselben Symptome verursachen können, müssen diese auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Eine Leukose kann nicht nur aufgrund der vorhandenen Symptome diagnostiziert werden, eine Labordiagnostik ist notwendig.

FeLV-Antigen Schnelltest: Diesen Test haben viele Tierärzte in ihrer Praxis vorrätig. Allerdings sind diese Teste nicht immer ganz eindeutig, dass das Virus in bestimmten Phasen der Infektion zu einem falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnis führen kann. Sowohl latente Infektionen (das Virus wird vom Körper noch erfolgreich bekämpft), als auch in den rund ersten drei Wochen nach der Ansteckung kann der Schnelltest ein negatives Ergebnis anzeigen. Falsch- positive Ergebnisse können leider bei nicht-infizierten Katzen auftreten. Aus diesem Grund sollte der Schnelltest sicherheitshalber nach einigen Wochen noch mal wiederholt werden.

Serologische Tests im Labor (ELISA): Aufgrund der verschiedenen Phasen des Virus kann es auch bei diesem Test zu falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen kommen. Eine Wiederholung des Testes nach einigen Wochen ist sinnvoll.

PCR-Test: Dieser Test ist sicherer als die beiden anderen, da er nicht das Virus selbst, sondern das Provirus (Virus-DNA in der Wirtszelle) nachweist. PCR-Test

Mehr Informationen zu den einzelnen Untersuchungsmethoden finden Sie hier:

Synlab über FeLV

Krankheitsverlaufsformen

Wie eingangs schon geschrieben, gibt es nicht wenige Katzen, die das Virus nach wenigen Wochen selbst eliminieren. Vielen mit Leukose infizierten Katzen sieht man die Infektion nicht an. Das liegt an den unterschiedlichen Stadien der Viruserkrankung beziehungsweise auch am unterschiedlichen Verlauf.

1. Die Katze hat sich mit FeLV infiziert und das Virus vermehrt sich, erst im Lymphgewebe der Maulshöhle (bei einer oralen Ansteckung). Ist die Katze ansonsten gesund und hat eine gute Kondition, kann sie in dieser Phase das Virus – vor Erreichen des Blutes - mit einem gut funktionierenden Immunsystem selbst bekämpfen und eliminieren. Dies trifft in der Regel auf 50 % aller Katzen bei einer Erstinfektion mit FeLV zu. Meistens bemerken wir Menschen diese Infektion gar nicht.

2. Wenn die Katze in dieser 1. Phase das Virus nicht selbst erfolgreich bekämpfen konnte, gelangt es ins Blut (Virämie) und möglicherweise auch ins Knochenmark (das hängt von der Infektionszeit ab). Alle Sekrete der Katze sind jetzt ansteckend. Wenn es das Immunsystem der Katze schafft diese Virämie erfolgreich zu bekämpfen, wandelt sich die Infektion in eine transiente Virämie um.

3. Von einer transiente Virämie spricht man, wenn die Viruskonzentration im Blut ist nur mäßig hoch ist. In dieser Phase kann die Virusinfektion – unabhängig von einer Knochenmarksbeteiligung – immer noch von dem Immunsystem der Katze beendet werden. Geschieht das vor der Beteiligung des Knochenmarks, kann das Virus vollständig eliminiert werden. Falls es erst nach einer Beteiligung des Knochenmarks dazu kommt, spricht man von einer latenten Infektion.

4. Eine latente Infektion ist eine ruhende Infektion. Das Virus hat sich ins Knochenmark zurückgezogen und vermehrt sich auch nicht weiter. In dieser Phase scheidet die Katze das Virus nicht aus. Die Krankheit kann bei diesen Katzen allerdings jederzeit wieder ausbrechen. Auslöser für den Ausbruch können unter anderem Stress, Impfungen, Trächtigkeit, andere Krankheiten oder eine Kortisontherapie sein. Wenn die Leukose nach einer latenten Infektion wieder ausbricht und das Immunsystem der Katze mit diesem Ausbruch nicht fertig wird, spricht man von einer persistierenden Virämie.

5. Wenn eine Katze einen FeLV – Ausbruch nach einer latenten Infektion nicht alleine bewältigen kann, spricht man von einer persistierenden Virämie. Diese Katzen sterben in der Regel innerhalb von 3 – 5 Jahren an der Leukose und/oder den begleitenden Erkrankungen. Wie bei den meisten Krankheiten von Katzen sind vor allem junge, kranke und alte Katzen besonders gefährdet die persistierende Virämie zu bekommen.

Wie oben schon erläutert, kann es in den verschiedenen Verlaufsformen aufgrund des aktuellen Status des Virus zu falsch-negativen oder falsch-positiven Testergebissen kommen.

Behandlung

Es gibt in der klassischen Medizin kein Mittel um Leukose zu heilen. Es können nur die einzelnen Begleiterkrankungen oder Krankheitsausprägungen behandelt werden. Abhängig vom Schweregrad dieser, kann auf diesem Weg noch etwas beschwerdefreie Lebenszeit geschenkt werden. In einem frühen Stadium der Leukose, können das Immunsystem stärkende Mittel einen gewissen Erfolg bringen.

Auch in den alternativen Medizinen gibt es nicht DAS Heilmittel für Leukose. Allerdings gibt es Berichte über nicht wenige Einzelfälle, in denen die Erkrankung zum Stillstand und die Virämie überwunden werden konnte.

Impfung

Die Leukoseimpfung ist nicht unumstritten, da es bei einigen Katzen zu so genannten Impfsarkomen gekommen ist.

Impfsarkome 

Wie bei jeder Impfung, gilt es alle Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen. Bei der Leukoseimpfung sollte vorher immer ein Leukosetest gemacht werden, da für an schon mal an Leukose erkrankten Katzen die Impfung nutzlos ist.

Die allgemeine Empfehlung lautet Freigänger gegen Leukose impfen zu lassen, reine Wohnungskatzen dagegen nicht, außer sie leben mit einer FeLV-Positiven Katze zusammen. Die Impfung bietet für FeLV – Negative Katzen, die mit positiven Katzen zusammenleben, keinen 100 % Impfschutz aufgrund der täglichen Virusmenge, mit denen diese Katzen konfrontiert werden. Die meisten Rassekatzenausstellungen und Katzenpensionen verlangen neben anderen Impfungen auch eine Leukoseimpfung.

In unserem Forum beantworten wir gerne weitere Fragen zum Thema: Forum von Petsnature


© Katja Tuszynski 2010 – www.marcating.de

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Quellen und weiterführende Links:

Wikipedia

Lötzerich

Tierklinik

Catgirly

Spanische Tiere

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