Vergiftungen bei Katzen

Katzen haben zwar eine Abneigung gegen verdorbenes Essen oder Dinge deren Geruch ihnen nicht gefällt, trotzdem kommt es immer wieder zu Vergiftungen, die zu Erkrankungen oder gar zum Tode führen können. Vor allem verspielte und junge Katzen, sowie Freigänger sind davon stärker betroffen, letztendlich kann es aber jede Katze treffen wie die folgende Auflistung zeigt.

Katzen können sich durch Inhalieren, Verschlucken oder über eine Verunreinigung des Felles und der Pfoten vergiften.

Gefahrenquellen für Vergiftungen

Pflanzen: Katzen sind es gewohnt Gras zu fressen, viele machen auch vor anderen Pflanzen nicht Halt. In unserem Artikel „Giftige Pflanzen“  finden Sie eine kleine Übersicht. Wenn Ihre Katze ein Pflanzenvernichter ist, achten Sie bitte genau auf die Ungiftigkeit von Topfpflanzen und Schnittblumen. Bei Schnittblumen - ganz besonders bei allen Liliengewächsen - ist zusätzlich auch das Wasser in der Vase giftig.

Putzmittel: Putzmittel sollten generell katzensicher aufbewahrt werden. Allerdings kann es auch zu Vergiftungen kommen, wenn die Katze über die Pfoten oder über ihr Fell und insbesondere durch Putzen von Fell und Pfoten Spuren eines für sie giftigen Putzmittels aufnimmt. Es empfiehlt sich, nur mit ungefährlichen Putzmitteln zu verwenden. Dampfreiniger sind eine sehr gute Alternative!

Frostschutzmittel + Pflanzenschutzmittel: Sie riechen meist süßlich und sind eine große Gefahr! Ethylenglycol, der Hauptbestandteil vieler Frostschutzmittel, wird über die Leber abgebaut und schädigt die Nieren. Jedes Jahr sterben weltweit Katzen an Frostschutzmittelvergiftungen. Ein Teelöffel voll ist schon die tödliche Dosis für eine Katze!

Tabak: Nikotin und Tabak sind sehr giftig für Katzen. Aschenbecher sollten nicht für die Katze erreichbar sein. Auch sollten Katzenhalter zum Wohle ihrer Samtpfoten nicht in der Umgebung der Tiere rauchen. Auch Katzen und Hunde können Lungenkrebs bekommen! Ebenfalls lagern sich feine Partikel des Zigarettenrauchs im Fell der Katze ab, wo sie dann bei der Fellpflege durch die Katze aufgenommen werden können.

Medikamente: Kleine Pillen kullern sehr attraktiv für Katzen, die oftmals silberne Verpackung funkelt und knistert so schön. Aber viele Human-Arzneimittel sind giftig für Katzen! Daher sollten Sie Medikamente immer katzensicher aufbewahren und nicht auf dem Tisch oder auf dem Nachtschränkchen liegen lassen.

Lebensmittel: Gewisse Lebensmittel sind für unsere Katzen giftig, dazu zählen zum Beispiel Zwiebeln und Schokolade. Ebenfalls sind einige Süßstoffe wie beispielsweise Xylitol oder Birkenzucker giftig für die Vierbeiner. Xylitol ist häufig in zuckerfreien Kaugummis enthalten!

Freigänger I: Katzen die in der freien Natur jagen sind besonders gefährdet. Zum einen nimmt die Anzahl an Giftködern ständig zu, mit das Risiko steigt, dass die Samtpfote vergiftetes Fleisch aufnehmen könnte. Gleichzeitig könnte auch ein Beutetier der Katze einen Giftköder gefressen haben, beispielsweise Rattengift.

Freigänger II: Katzen können draußen in allerlei gefährliche Substanzen wie zum Beispiel Heizöl oder ähnliches treten.

Diese Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig. Fragen Sie bitte im Zweifel immer Ihren Tierarzt um Rat, wenn Ihre Katze etwas aufgenommen haben könnte, was ihr nicht gut tut!

Welche Symptome treten bei einer Vergiftung auf?

Die nachfolgend beschriebenen Anzeichen können bei einer Vergiftung auftreten, sie treten jedoch auch bei anderen Erkrankungen auf. Es sollte auf jeden Fall ein Tierarzt kontaktiert werden, besonders wenn Sie unsicher sind, ob es überhaupt eine Vergiftung ist. Unbehandelte Vergiftungen können zum Tode führen oder Langzeitschäden verursachen.

  • Veränderungen der Pupillen oder gestörtes Sehvermögen bis hin zur Blindheit
  • Zittern
  • Erregungszustände
  • unkoordinierte Bewegungen
  • Krämpfe
  • Atemnot
  • Husten
  • Teilnahmslosigkeit
  • Schmerzen
  • Speicheln
  • rote Schleimhäute
  • blasse Schleimhäute
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfungen
  • Schocksymptome (schneller Puls und Atmung, Untertemperatur, blasse Schleimhäute, kalte Pfoten)
  • und andere

Wie verhalte ich mich bei einer Vergiftung?

Ruhe zu bewahren, das ist leichter gesagt als getan. Es kommt jetzt aber auf Ihre Reaktionen, auf Ihren kühlen Kopf an. Eine entscheidende Vorbereitung für diesen und andere Notfälle ist das Parathaben aller wichtigen Telefonnummern. Am besten legen Sie alles mit dem Impfbuch zusammen in die Hausapotheke. Die wichtigen Telefonnummern sind:

  • Ihr Tierarzt – auch mit Mobilnummer um ihn außerhalb der Sprechstunden erreichen zu können
  • die nächste Tierklinik
  • Giftnotrufzentrale


Rufen Sie als erstes einen dieser genannten an und fragen Sie ob es geeignete ersten Maßnahmen gibt, die Sie durchführen sollen. Diese können sich je nach Art der Vergiftung unterscheiden, deswegen geben Sie so viele Informationen wie möglich über die Art der Vergiftung und Ihre Katze. Als nächstes fahren Sie unverzüglich zu Ihrem Tierarzt oder in die nächste Tierklinik, wenn machbar nehmen Sie das „Gift“ oder die entsprechende Verpackung auch gleich mit, auch wenn nur noch Teile davon übrig sind. Die Zeit spielt bei vielen Vergiftungen eine sehr große Rolle, je schneller das Gift aus dem Körper „entfernt“ werden kann, desto geringer können die Folgeschäden aus fallen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie noch weitere wichtige Informationen rund um das Thema Vergiftungen:

Ratgeber von Tierklinik.de

Verhalten beim Schockzustand 

Artikel auf kleintiermedizin.ch

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© Katja Tuszynski 2009 – www.marcating.de