Wie kriege ich die Tablette in meine Katze?

Unzählige Beiträge in allen Haustierforen und Facebook-Gruppen beweisen, dass das ein sehr wichtiges Thema ist. Fast jeder Katzenfreund stand schon vor der Situation, dass seine Katze krank war, der Tierarzt ihm Tabletten gab, aber die Katze die Einnahme komplett verweigerte. Unsere Katzen nehmen nämlich Dinge die ihnen nicht schmecken oder die ihnen unter Zwang verabreicht werden nicht gerne zu sich. Aber wie kommt denn nun die Tablette in die Katze?

Ihr Verhalten bei der Medikamentengabe

Katzen haben ein äußerst ausgeprägtes Gespür für Stimmungen, sie können Angst oder Anspannung förmlich riechen. Aus diesem Grund ist es absolut wichtig, dass Sie völlig gelassen und entspannt sind. Die Medikamentengabe muss für Sie genauso natürlich sein wie Ihr tägliches Zähneputzen, Kontaktlinseneinsetzen oder Brote schmieren. Denn wenn Sie schon verkrampft in die Küche gehen und dort zur Katzenmedizin greifen, spürt Ihre Katze was gleich passieren wird und Sie haben buchstäblich verloren.

Es gibt verschiedene Methoden, wie wir Menschen entspannen können, Sie müssen für sich selbst die passende finden. Das Ziel sollte sein, dass Sie die gleiche Ausstrahlung mit der Tablette in der Hand haben, als ob Sie Ihrer Katze nur mal über den Kopf streicheln wollen. Wenn Sie das erreicht haben, ist die Tablette schon so gut wie in der Katze.

Die verschiedenen Eingabe-Methoden

Es gibt einige verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihrer Katze Tabletten eingeben können. Welche Methode die richtige für Ihre Samtpfote ist, hängt auch vom Charakter Ihres Tieres ab. Manche Vorgehensweisen können auch wunderbar miteinander kombiniert werden.

Versteck-Methode: Alle stark riechenden und Ihren Katzen schmeckenden Lebensmittel eignen sich hervorragend zum Verstecken von Tabletten. Leberwurst, Schmierkäse, Rinderhackfleisch, Butter und Knabberstangen sind nur einige davon. Diese Methode eignet sich sehr gut bei verfressenen Katzen und bei Tabletten die kaum einen Eigengeschmack haben.

Untermisch – Methode: Tabletten die keinen starken Eigengeschmack haben – manche sind leider sehr bitter – können auch gut mit einem Mörser oder der Löffelrückseite fein zerbröselt werden. Das so entstehende Pulver kann dann gut unter eine kleine Portion Nassfutter untergemischt werden. Aber Vorsicht: Einige Tabletten, wie beispielsweise Schilddrüsentabletten, dürfen nicht zerkleinert werden! Fragen Sie bitte Ihren Tierarzt, ob die zu verabreichende Tablette zerdrückt werden darf.

Ins-Fell-schmier-Methode: Pulverisierte Tabletten können mit einer leckeren und etwas klebrigen Substanz wie Butter oder diversen Pasten aus dem Fachhandel vermengt werden (siehe oben, Untermisch-Methode), die Sie dann „im Vorbeigehen“ Ihrer Katze auf die Pfoten oder auch direkt aufs Schnäuzchen schmieren können. Der natürliche Reflex der Katze ist, sich die Schnute zu lecken oder das Fell zu putzen. Allerdings ist diese Methode nicht für jede Katze geeignet. Manche stört es gar nicht, das „Zeug“ wird weg geputzt und gut ist, andere empfinden die Fellbeschmutzung als unangenehme Verletzung ihrer persönlichen Grenze.

Direkte-Eingabe-Methode: Wenn Sie wirklich völlig entspannt sind und Ihre Katze ebenso entspannt irgendwo liegt und schläft, nehmen Sie die Tablette zwischen Daumen und Zeigefinger und nähern sich genauso wie sonst zum Schmusen Ihrer Katze. Streicheln Sie sie, vielleicht flüstern Sie ihr zärtliche Koseworte ins Ohr. In dieser total entspannten Situation greifen Sie mit Zeigefinger und Daumen einer Hand über den Kopf der Katze und beugen ihn sanft in den Nacken - Ihr Tierarzt kann Ihnen diesen Griff zeigen - das Mäulchen der Katze öffnet sich auf diese Weise und lassen Sie mit der anderen Hand die Tablette in den Rachen der Katze fallen. Danach sollten Sie ihr das Schnütchen sanft zuhalten und ihr mit einer Abwärtsbewegung die Kehle kraulen, das animiert zum Schlucken. Sie flüstern ihr wieder zärtliche Dinge ins Ohr und schmusen einfach weiter, als sei nichts geschehen. Wenn Sie bei all dem gelassen und schnell sind, hat ihre Katze gar keine Zeit zu protestieren, bevor Sie mit ihr wieder weiter schmusen.

Eine gute Erklärung aller Eingabe-Methoden finden Sie im folgenden Video: Tablettengabe bei Katzen

Wenn Sie es schaffen, wirklich entspannt und gelassen an das Thema Tablettengabe ran zu gehen, dann ist eine oder mehrere dieser vier Methoden für Sie beide die richtige. Vorraussetzung ist wirklich Ihre Einstellung und Ausstrahlung. Natürlich sollte die betreffende Katze keine Wildkatze sein. Für Katzen, die schnell ungehalten reagieren, bietet sich die Unterstützung durch ein Handtuch an, wie sie ebenfalls im Video oben gezeigt wird.

Jede angespannte Situation, jeder Kampf mit Ihrer Katze führt bei Ihnen beiden zu unnötigem Stress. Und gerade Stress sollte bei kranken Katzen vermieden werden, ist er doch Auslöser mancher Krankheit oder verzögert den Heilungsprozess. Katzen die zu etwas gezwungen werden, das sie nicht wollen oder das sie ängstigt, entwickeln ungeahnte Kräfte und körperliche Fähigkeiten. Meistens reichen dann ein oder gar zwei Menschen nicht aus, um der Katze die Medikamenteneingabe aufzuzwingen.

Um diesem Kreislauf vorzubeugen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein, ist es sinnvoll, ziemlich bald nach dem Einzug ihrer Katze mit ihr Tablettengaben und ähnliches zu üben. Schaffen Sie mit diesen Trockenübungen ein spielerisches Ritual und belohnen Sie Ihre Katze danach auch immer mit überschwänglichem Lob, Streicheleinheiten und Leckerlis. Das gleiche gilt für Augen- oder Ohrentropfen, denn alles was Sie beide kennen, wird Sie beide nicht ängstigen. Einige Pflegemaßnahmen und -Übungen haben wir in unserem Artikel Vorsorge- und Pflegetipps für Katzen für Sie zusammen gestellt.

Bitten Sie am besten Ihren Tierarzt, Ihnen die Tabletteneingabe einmal zu zeigen. Bauen Sie für die Zukunft dann ähnliche Handlungen als spielerische Rituale in Ihr gemeinsames Leben mit ein. Außerdem lohnt sich beim Tierarzt auch immer die Frage, ob es das gleiche Medikament auch als Paste oder als Tropfen gibt, falls Sie diese mit Ihrer Katze besser handhaben können.

Hilfsmittel für die Tabletteneingabe

Inzwischen gibt es auch die eine oder andere Hilfe käuflich zu erwerben. Für die Direkte-Eingabe-Methode gibt es einen Tablettengeber:

  • Zum Zerkleinern der Tabletten - falls das mit dem entsprechenden Medikament erlaubt ist - eignet sich ein Tablettenmörser.
  • Tablettenteiler sind sehr hilfreich, wenn Sie eine Tablette teilen oder vierteln müssen.
  • Für die Versteck-Methode gibt es Leckerli, die sich besonders gut zum Verstecken eignen: Easy Pill


Die Verabreichung von Medikamenten muss nicht in Stress für Sie und Ihre Katze ausarten. Ein Großteil hängt von Ihnen und Ihrer Einstellung zur Medizin und zum Vorgang der Eingabe ab. Werden Sie kreativ - ein der Medikamenteneingabe sind fast alle Leckerli erlaubt!

Wenn Sie sich über das Thema gerne weiter austauschen wollen, dann schauen Sie gern auf unserer Facebook-Seite vorbei!


© Katja Tuszynski 2009 – www.marcating.de