Wie kriege ich die Tablette in meine Katze?


Unzählige Beiträge in allen Haustierforen beweisen, dass das ein sehr wichtiges Thema ist. Fast jeder Katzenfreund stand schon vor der Situation, dass seine Katze krank war, der Tierarzt ihm Tabletten gab, aber die Katze die Einnahme komplett verweigerte. Unsere Katzen nehmen nämlich Dinge die ihnen nicht schmecken oder die ihnen unter Zwang verabreicht werden nicht gerne zu sich. Deswegen ist der wichtigste Punkt auch Ihre Einstellung!

Ihr Verhalten bei der Medikamentengabe

Katzen haben ein äußerst ausgeprägtes Gespür für Stimmungen, sie können Angst oder Anspannung förmlich riechen. Aus diesem Grund ist es absolut wichtig, dass Sie völlig gelassen und entspannt sind. Die Medikamentengabe muss für Sie genauso natürlich sein wie Ihr tägliches Zähneputzen, Kontaktlinseneinsetzen oder Brote schmieren. Denn wenn Sie schon verkrampft in die Küche gehen und dort zur Katzenmedizin greifen, spürt Ihre Katze was gleich passieren wird und Sie haben verloren.

Es gibt verschiedene Methoden, wie wir Menschen entspannen können, Sie müssen für sich selbst die passende finden. Ihr Ziel sollte sein, dass Sie die gleiche Ausstrahlung mit der Tablette in der Hand haben, wie als wenn Sie nur mal eben zum übern Kopf streicheln an Ihrer Katze vorbei gehen. Wenn Sie das erreicht haben, ist die Tablette schon so gut wie in der Katze.

Die verschiedenen Gabe – Methoden

Neben Ihrer Gelassenheit gibt es noch die Möglichkeit Ihre Form der Gabe der Tablette auf das Wesen der Katze einzustellen. Manche Methoden können auch wunderbar miteinander kombiniert werden.

Versteck-Methode: Alle stark riechenden und Ihren Katzen schmeckenden Lebensmittel eignen sich hervorragend um darin die Tablette zu verstecken. Leberwurst, Rinderhackfleisch, Butter und Knabberstangen sind nur einige davon. Diese Methode eignet sich sehr gut bei verfressenen Katzen und bei Tabletten die kaum einen Eigengeschmack haben.

Untermisch – Methode: Tabletten die keinen starken Eigengeschmack haben – manche sind leider sehr bitter – können auch gut mit einem Mörser oder der Löffelrückseite fein zerbröselt werden. Das so entstehende Pulver kann dann gut unter eine kleine Portion Nassfutter untergemischt werden.

Ins-Fell-schmier-Methode: Pulverisierte Tabletten können mit einer leckeren und etwas klebrigen Substanz wie z. B. Butter oder diversen Pasten aus dem Fachhandel vermengt werden, die Sie dann „im Vorbeigehen“ Ihrer Katze auf die Pfoten oder auch direkt auf Schnäuzchen schmieren können. Der natürliche Reflex der Katze ist, sich die Schnute zu lecken oder das Fell zu putzen. Allerdings ist diese Methode nicht für jede Katze geeignet. Manche stört das gar nicht, das „Zeug“ wird weg geputzt und gut ist, andere empfinden die Fellbeschmutzung als unangenehme Verletzung ihrer persönlichen Grenze.

Direkte – Eingabe – Methode: Wenn Sie wirklich völlig entspannt sind und Ihre Katze ebenso entspannt irgendwo liegt und schläft, nehmen Sie die Tablette zwischen Daumen und Zeigefinger und nähern sich genauso wie sonst zum Schmusen Ihrer Katze. Streicheln Sie sie und flüstern Sie ihr zärtliche Koseworte ins Ohr. In dieser total entspannten Situation greifen Sie sie dann mit der einen Hand ins Genick – der gleiche Nackengriff, mit dem Katzenmütter ihre Kleinen tragen, Ihr Tierarzt kann ihn Ihnen zeigen – heben ihr Köpfchen etwas hoch und gehen mit der Tablette zwischen Daumen und Zeigefinger der anderen Hand an ihr Mäulchen. Wenn Sie nun mit der Tablette und Ihren Finger mit sanften Zwang gegen das Mäulchen drücken, öffnet die Katze ihren Mund und Sie können die Medizin ihr schnell und vorsichtig in den Rachen fallen lassen. Danach sofort ihr das Schnütchen sanft zuhalten und ihr mit einer Abwärtsbewegung die Kehle kraulen, das animiert zum Schlucken. Sie flüstern ihr wieder zärtliche Dinge ins Ohr und schmusen einfach weiter, als sei nichts geschehen. Wenn Sie bei all dem gelassen und schnell sind, hat ihre Katze gar keine Zeit zu protestieren, bevor Sie mit ihr wieder weiter schmusen.

Wenn Sie es schaffen, wirklich entspannt und gelassen an das Thema Tablettengabe ran zu gehen, dann ist eine oder mehrere dieser vier Methoden für Sie beide die richtige. Vorraussetzung ist wirklich Ihre Einstellung und Ausstrahlung. Natürlich sollte die betreffende Katze keine Wildkatze sein.

Jede angespannte Situation, jeder Kampf mit Ihrer Katze führt bei Ihnen beiden zu einem unnötigen und oftmals auch nicht gesunden Stress. Und gerade Stress sollte bei kranken Katzen vermieden werden, ist er doch Auslöser mancher Krankheit oder verzögert den Heilungsprozess.

Katzen die zu etwas gezwungen werden, das sie nicht wollen oder das sie ängstigt, entwickeln ungeahnte Kräfte und körperliche Fähigkeiten. Meistens reichen dann ein oder gar zwei Menschen nicht aus, um der Katze die Medikamenteneingabe aufzuzwingen.

In den meisten Fällen ist die nicht zu bändigende Katze eine nur ein Spiegeln und in der Folge potenzieren Ihrer Angst, denn Sie als ihr Mensch sind ihr Orientierungspunkt. Wenn Sie schon vor etwas Angst haben, dann muss es für Ihre Katze – nach ihrer „Logik“ natürlich noch beängstigender sein.

Um diesem Kreislauf vorzubeugen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein, ist es sinnvoll, ziemlich bald nach dem Einzug ihrer Katze mit ihr Tablettengaben und ähnliches zu üben. Schaffen Sie mit diesen Trockenübungen ein spielerisches Ritual und belohnen Sie Ihre Katze danach auch immer mit überschwänglichem Lob, Streicheleinheiten und Leckerlis. Das gleiche gilt für Augen- oder Ohrentropfen, denn alles was Sie beide kennen, wird Sie beide nicht ängstigen. Anstelle von echten Augentropfen können Sie z. B. mit einem sauberen Q-Tipp Ihre Katze auf Annäherungen ans äußere Auge trainieren.

Bitten Sie am besten Ihren Tierarzt, das er Ihnen bei einem Impfroutinetermin einmal zeigt, wie man eine Katze Augen- oder Ohrentropfen verabreichen würde und bauen Sie für die Zukunft dann ähnliche Handlungen als spielerische Rituale in ihr gemeinsames Leben mit ein.

Außerdem lohnt sich beim Tierarzt auch immer die Frage, ob es das gleiche Medikament auch als Paste oder als Tropfen gibt, falls Sie diese mit Ihrer Katze besser handhaben können.

Hilfsmittel

Inzwischen gibt es auch die eine oder andere Hilfe käuflich zu erwerben. Für die Direkte-Eingabe-Methode gibt es einen Tablettengeber:

Tablettengeber

Für die Untermisch-Methode gibt es einen Tablettenmörser:

Tablettenmörser

Falls Sie Tabletten halbieren oder vierteln müssen, gibt es einen Tablettenteiler:

Tablettenteiler

Für die Versteck-Methode gibt es Leckerli, die sich besonders gut zum Verstecken eignen:

Easy Pill

Falls Sie eine Katze haben, mit der die Tablettengabe sehr leicht ist und Ihnen die Medizin nur als Pulver vorliegt, gibt es Leerkapseln:

Leerkapseln

Medizin geben muss kein Stress sein, es hängt sehr viel von Ihrer Einstellung und Ihrer Kreativität ab!

In unserem Forum stehen wir Ihnen gerne mit unserem Rat beiseite: Forum von Petsnature


© Katja Tuszynski 2009 – www.marcating.de