Wurmbefall bei Katzen

Eine Wurminfektion sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn unbehandelter Wurmbefall kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen bis hin zum Tod führen. Fast jede Katze wird im Laufe ihres Lebens ein bis mehrmals eine Wurminfektion durch machen. Daher ist es wichtig, dass wir Katzenhalter uns mit diesem Thema intensiver auseinander setzen und unsere Katzen auf mögliche Anzeichen beobachten.

Was sind Würmer und welche gibt es?

Würmer sind Parasiten. Sie befallen einen Wirt – in unserem Fall die Katze – und ernähren sich von ihm. Wenn der Parasitenbefall nicht behandelt wird, vermehren sie sich immer weiter und können so schwerwiegende Folgen bis hin zu Organschäden verursachen. Weltweit gibt es hunderte von verschiedenen Wurmarten, die meisten spielen jedoch tiermedizinisch hierzulande keine Rolle. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Übersicht über alle für Katzen relevanten Wurmarten:

European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP)

Wikipedia 

Einige Wurmarten können auch von der Katze auf den Menschen übertragen werden. Fragen Sie am Besten bei Ihrem Tierarzt genauer nach, ob ein Risiko für Sie besteht.

Symptome einer Wurminfektion

Es gibt verschiedene Wege, auf die sich Ihre Katze mit Würmern infizieren kann. Sie kann sie durch Auflecken aus der Umgebung, fressen von befallenen Beutetieren oder Fleisch, bei einem Flohbefall, durch fressen von Kot oder Erbrochenem von anderen Katzen oder über die Haut (Hakenwurmlarven können über die Haut eindringen) infizieren. Auch die Infektion über die Katzenmutter (entweder vor der Geburt in der Gebärmutter oder später über die Muttermilch beim Säugen) ist möglich.

Folgende Symptome können ein Indiz für eine Wurminfektion sein:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Blut im Kot
  • Juckreiz am Anus – „Schlittenfahren" der Katze
  • glanzloses und struppiges Fell
  • Haarausfall
  • Austrocknung
  • Gewichtsverlust, Abmagerung
  • aufgeblähter Bauch
  • Fressunlust oder vermehrter Apetit
  • Übelkeit
  • Husten
  • Antriebslosigkeit
  • und andere


Bei stärkerem Wurmbefall kann man manchmal mit bloßem Auge Würmer oder Wurmteile im Erbrochenen erkennen. Häufig bleibt ein Wurmbefall aber lange Zeit unentdeckt, da statt der Parasiten hauptsächlich ihre teils mikroskopisch kleinen Eier mit dem Kot ausgeschieden werden.

Diagnose

Die meisten Wurmarten lassen sich über Kotuntersuchungen nachweisen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, da nicht alle Würmer im Darm angesiedelt sind. Besteht der Verdacht einer dieser spezielleren Wurminfektionen, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Wichtig: ein negativer Befund - also der fehlende Nachweis von Würmern im Kot - bedeutet nicht, dass das Tier wurmfrei ist! Es bedeutet nur, dass in dem vorliegenden Probenmaterial nichts nachgewiesen werden kann, das Tier kann trotzdem mit dem nächsten Stuhlgang Würmer oder Wurmeier ausscheiden. Daher ist es ratsam, die Kotuntersuchung mit einer Sammelkotprobe durchzuführen, bei der Material über mindestens zwei, besser drei Tage gesammelt wurde.

Vorbeugung und Behandlung

Ein Thema bei dem Diskussionsbedarf besteht. Für reine Wohnungskatzen wurde lange Zeit ausschließlich eine regelmäßige Entwurmung vier Mal im Jahr empfohlen. Katzen mit Freigang sollten dieser Empfehlung folgend alle 4 Wochen entwurmt werden.

Die unabhängige Expertenkommission ESCCAP empfiehlt ein individuelles Vorgehen, in dem auch auf die Lebensumstände der Katze eingegangen wird. Die Formen des Auslaufs (Hauskatze, Freigänger, gesicherter Balkon) und die Ernährung (Fertigfutter oder BARF) spielen hier eine Rolle. Die aktuelle Empfehlung für Hauskatzen, nach der sich auch immer mehr Tierärzte richten, ist die ein- bis zweimal jährliche Kotuntersuchung mit folgender Wurmkur bei Wurmbefall.
Für Freigänger wird die monatliche Kotuntersuchung beziehungsweise Entwurmung empfohlen, grundlegend hierfür ist das hohe Vorkommen an Spulwürmern und deren Entwicklungszyklus in der Katze.

Welche Vorsorgemöglichkeiten für Sie und Ihre Katze in Betracht kommen können, finden Sie mit Hilfe des Tests heraus.

Viele Tierhalter sind verunsichert, wenn es um die Bekämpfung von Parasiten bei ihren Vierbeinern geht. Aus diesem Grund werden immer wieder "natürliche" Entwurmungen mittels Möhren, Kokosöl, Papaya oder ähnlichem angepriesen. Teilweise werden für Katzen gefährliche Empfehlungen wie die Gabe von Kürbiskernen, Schwarzkümmel oder Bärlauch empfohlen - diese sind giftig für Katzen und dürfen unter keinen Umständen gegeben werden! Bärlauch beispielsweise führt bei Katzen zur Zersetzung der roten Blutkörperchen, die in ganzen Kürbiskernen und Schwarzkümmelkörnern enthaltenen Terpene können von Katzen nur sehr langsam abgebaut werden und bei hoher Dosierung zu Leberschäden führen.

Die oben erwähnten "natürlichen" Wurmkuren sollen sanft sein und die Würmer vertreiben. Jedoch stellt sich die Frage, welchen Nutzen dies bringt, wenn sich die Katze immer wieder neu infizieren kann, da die Würmer nicht abgetötet wurden. Die Wirksamkeit dieser Mittel muss also in Frage gestellt werden. Gleiches gilt für die alleinige homöopathische Entwurmung. Von der unterstützenden Wirkung homöopathischer Mittel zur Stärkung des Immunsystems bei Wurmbefall und als Begleitung zur Wurmkur wurde jedoch schon öfter positiv berichtet.

Welche Vorgehensweise für Sie und Ihre Katze die passende ist, entscheiden letztendlich Sie. Unstreitbar ist aber, dass Wurminfektionen auf jeden Fall behandelt werden müssen! Die gesundheitlichen Risiken sind einfach zu groß. Wie bei allen anderen Themen rund um die Katzenhaltung ist es wichtig gut über Wurminfektionen informiert zu sein. Weitere lesenswerte Artikel finden Sie hier:

Der Wurmkur-Irrtum - ein Artikel aus dem Blog von Tierarzt Dr. Rückert.

Wissenswertes über Würmer

Ein Interview mit Dr. Dr. Barutzki - Leiter des tierärztlichen Labors Freiburg und Dozent an der LMU München

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© Katja Tuszynski – www.marcating.de
überarbeitet und aktualisiert im April 2017 von Tanja Eschkotte - TMFA