Zecken-Zeit – Alle Jahre wieder

Von März bis Oktober ist in Deutschland Zeckenzeit, fast jedes sich draußen bewegende Haustier kommt im Laufe seines Lebens mit Zecken in Berührung. Da Zecken verschiedene schwere Erkrankungen übertragen können, ist es gut zu wissen, wie man mit ihnen umgeht und worauf man achten sollte.

Was sind Zecken?

Zecken gehören zu der Gruppe der Spinnen und dort zur Gruppe der Milben. Weltweit gibt es über 650 verschiedene Zeckenarten. In Deutschland begegnen wir am häufigsten dem Gemeinen Holzbock, der zur Gruppe der Schildzecken gehört.

Die Schildzecke lebt in der freien Natur auf Gräsern, in Büschen und durchläuft zu Lebzeiten verschiedene Stadien. Eine weibliche Zecke legt, nachdem sie sich über Tage mit ausreichend Blut versorgt hat, bis zu 2000 Eier, die sie mit einem Schutzmantel gegen Austrocknung schützt. Nach dem Schlüpfen der Larven sucht sich diese einen Zwischenwirt, meist ein Nagetier, an dem sie saugt. Zwei bis drei Tage später lässt die Larve sich abfallen und kann sich häuten, um so zur uns bekannten Zecke im Nymphenstadium zu werden. Diese Nymphe sucht sich nun einen zweiten Zwischenwirt, meistens ein größeres Tier wie Katze oder Hund, von der sie sich wieder nach einigen Tagen abfallen lässt. Nun kann einige Zeit – manchmal auch bis zum nächsten Frühjahr - vergehen, ehe sich die Nymphe erneut häutet und zur erwachsenen Zecke wird. Das Ziel der ausgewachsenen Zecke ist einen Endwirt (Mensch oder Rind) zu finden und wieder ausreichend Blut für die nächste Aufgabe zu trinken. Bei Männchen ist es die Begattung der Weibchen, bei Weibchen das Legen der 2000 Eier. Beide sterben nach diesem Akt.

Erwachsene Zecken verfügen über 8 Beine (Spinnenart), die beiden vorderen Beine sind an der Spitze mit einem Sinnesorgan zum Aufspüren eines passenden Wirtes ausgerüstet. Das so genannte Haller’sche Organ ist ein Chemorezeptor und kann Stoffe wie Ammoniak, Kohlendioxid, Milchsäure und Buttersäure erkennen, welche von den jeweiligen Wirtstieren durch Atem und Schweiß abgegeben werden.

Hat sich eine Zecke auf einen Wirt fallen lassen, sucht sie in aller Ruhe einen für sie geeigneten Ort auf. Sie bevorzugt feuchte, warme, dünne und gut durchblutete Haut. Sie ritzt mit ihrem Mundwerkzeug die Haut auf und führt ihren Stechapparat in die Wunde. Dort gibt sie über ihren Speichel ein Sekret in den Wirt, das verschiedene Wirkungen hat:

  • gerinnungshemmend, damit das Stechwerkzeug beim Saugen nicht verstopft
  • klebend, um besser am Wirt zu haften
  • betäubend, damit der Wirt den Zeckenstich nicht spürt
  • entzündungshemmend, damit die Immunabwehr des Wirtes nicht in Gang kommt


Da Zecken durch den Wechsel der unterschiedlichen Wirte auch Krankheitserreger übertragen können, sind Zeckenstiche nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Die beiden bekanntesten Krankheiten sind Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Beides sind ernstzunehmende schwere Erkrankungen.

Wikipedia über Borreliose

Wikipedia über FSME

Borreliose Info für den Menschen, viele kann aber auf Tiere übertragen werden

Wie entfernt man eine Zecke am Besten?

Generell gilt es, seine Tiere – und natürlich auch sich selbst – nach jedem Streifen durch die Natur gründlich abzusuchen und zu bürsten. Zecken sollten so schnell wie möglich entfernt werden. Der Volksmund gibt oft die Empfehlung die Zecke mit Öl oder ähnlichem zu betäuben, das ist falsch. Denn gerade in ihrem Todeskampf gibt sie noch schnell die Infektionserreger frei. Genauso falsch ist es die Zecke zu drehen, am besten rüttelt man die Zecke vorsichtig hin und her und zieht sie dabei heraus.

Ein sehr wirkungsvolles Hilfsmittel ist dafür ein Zeckenhaken:

Zeckenhaken

Solche Haken kommen ohne Druckausübung aus und verhindern so das Freisetzen der Erreger im Todeskampf.

Kann man sein Haustier vor Zecken schützen?

Im Fachhandel gibt es verschiedene Produkte wie Zeckenhalsbänder, Sprays, Nahrungsergänzungen und noch einiges mehr. Stiftung Warentest hat verschiedene Zeckenschutzmittel getestet, das Gesamturteil „befriedigend“ ist das Beste aller Resultate:

Test von Stiftung Warentest

Da wird schnell klar, DAS Mittel gegen Zecken gibt es leider nicht. Am wirksamsten scheinen die Spot-On Präparate zu sein, leider sind sie aber auch „giftig“ und bei einigen Tieren kommt es zu Kontaktallergien. Wie so oft, muss jeder Hunde- und Katzenfreund die für ihn und sein Tier individuell passende Lösung finden.

Ausserdem sind nicht alle Gebiete in Deutschland gleich dicht besiedelt von Zecken. Bei Zeckenwetter gibt es eine gute Übersichtskarte über Zeckenaktivitäten:

Zeckenwetter

Für weitere Fragen stehen wir gerne in unserem Pet Club zur Verfügung.

© Katja Tuszynski – www.marcating.de

Quellen:

Wikipedia

Zecken.de

Quellen Fotos:

Bild 1 – Wikipedia – © André Karwath aka

Bild 2 – Wikipedia © Losch